Wie katholisch.de aktuell berichtet, ist für die ehemalige Olympiasiegerin im Biathlon Magdalena Neuner, die heute für die ARD als Expertin arbeitet, der christliche Glaube sehr wichtig, was die 32-jährige im Interview mit dem Regensburger Bistumsmagazin „Grandios“ zum Ausdruck brachte. Bereits während ihrer Karriere als Spitzensportlerin bekannte sich Magdalena Neuner zum katholischen Glauben, mit dem sie groß geworden ist.

Gegenüner dem Magazin „Grandios“ sagte die ehemalige Weltklasse-Biathletin, die 2007, 2011 und 2012 als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde, dass sie gerne in die Kirche gehe und für sie ihre kirchliche Hochzeit sowie die Taufe ihre beiden Kinder „unheimlich wichtig“ seien. Den ihr in der Kindheit vermittelten Glauben, der ihr im Leben wie auch im Sport Kraft und Orientierung gibt, will Magdalena Neuner auch an ihre Kinder weitergeben, mit Offenheit sowie mit Ritualen aus ihrer eigenen Kindheit und den dabei vermittelten Werten. Dazu sagte die 32-jährige:

„Ich möchte auch, dass meine Kinder in diesem Glauben aufwachsen und trotzdem über den Tellerrand hinausschauen.“

Dabei räumte die Katholikin ein, dass sie mit der ein oder anderen Schwerpunktsetzung der Kirche ihre Schwierigkeiten hat. Dazu erklärte sie:

„Ich habe zum Beispiel ein Problem damit, wenn ich in die Kirche gehe und am Anfang gleich sagen muss, dass ich ein Sünder bin und dass ich bereue und so. Dieses Unterwürfige behagt mir nicht.“

Vielmehr erfährt sie in ihrer Auseinandersetzung im Glauben, „dass Gott uns so liebt, wie wir sind“. Weiter betonte sie, dass für sie konfessionelle Unterschiede „nicht so wichtig“ seien und sie die „Rechthaberei zwischen Gläubigen“ oder der Umstand, „wenn sich Menschen wegen ihrer Religion bekämpfen“, traurig stimme.

 

Dass der Glaube ihr persönlich Kraft gibt, bekannte Magdalena Neuner auch schon in Interviews zu ihrer aktiven Zeit. Damals äußerte sie einmal:

„Der Glaube an Gott hilft mir auch im Sport. Ich halte manchmal inne und denke, da oben ist jemand, der auf einen aufpasst. Der Glaube gibt mir viel.“

Und zu ihrer Prägung im Glauben sagte sie:

„Wir sind früher, als ich ein Kind war, jeden Sonntag in die Kirche. Das Leben war nach der Religion ausgerichtet. Ich muss sagen, dass mir das immer Spaß gemacht hat.“

In damaligen Interviews beschrieb sie zudem die christliche Lebenseinstellung ihrer Oma als prägend.

Rückblickend äußerte Magdalena Neuner auf dem Evangelischen Kirchentag im Sommer 2019 in Dortmund, dass sie in den Ausnahmesituationen als Spitzensportlerin zu noch mehr Spiritualität gefunden habe als je zuvor in ihrem Leben. Wie das christliche Medienmagazin Pro berichtete, sprach die ehemalige Weltklasse-Biathletin bei der Veranstaltung „Bewegt, Belebt, Begeistert – Sport und Glaube als Lebenskunst“ darüber, dass der Glaube ihr auch half, als sie bei Olympia 2010 zwei Goldmedaillen gewann und dennoch in eine Krise geriet.

Nach zwei olympischen Goldmedaillen, zwölf Weltmeistertiteln und insgesamt 63 Podiumsplatzierungen zog sich Magdalena Neuner im Dezember 2012 im Alter von 25 Jahren vom aktiven Sportgeschehen zurück. Im Interview mit der Zeitschrift „Glauben & Wissen“ sprach sie im September 2013 über ihr frühes Karriereende und ihr Leben nach dem Sport. Dazu erklärte sie u.a.:

„Ich konnte meine Sportzeit sehr gut hinter mir lassen und genieße mein neues Leben mit neuen Herausforderungen und anderen Prioritäten.“

Zudem nahm sie in diesem Interview Stellung zur Bedeutung des Glaubens für ihr Leben, in dem sie erklärte:

„Der Glaube hatte für mich immer schon einen hohen Stellenwert. Gerade in schwierigen Zeiten habe ich gewusst, dass es jemanden gibt, der mich führt und mir den richtigen Weg zeigt. Und in guten Zeiten habe ich mir bewusst gemacht, dass es wichtig ist, dankbar zu sein. Das hat immer ein sehr gutes Gefühl gegeben.“

Dass ihr der Glaube in schwierigen Zeiten geholfen habe, bestätigte Magdalena Neuner im aktuellen Interview mit dem Magazin „Grandios“. Dabei konkretisierte sie, dass sie zweimal einen Burnout erlitten habe und ihr dabei bewusst wurde, dass es „gerade dann, wenn es mal nicht so gut läuft“, wichtig sei zu glauben, „dass da jemand ist, der uns hilft und dass es irgendwie gut wird im Leben“. Dies zu können, sei auch ein Geschenk.

Quellen: katholisch.de, morgenpost.de, welt.de, pro-medienmagazin.de, Glaube & Wissen 10/2013