Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sprach aktuell im Bunte-Interview (Ausgabe 1/2021) über die Liebe zu ihrem Ehemann Klaus Jensen, den sie als „Glücksfall“ ihres Lebens bezeichnet. Dreyer, die an Multipler Sklerose erkrankt ist, und der frühere Oberbürgermeister von Trier sind seit 2004 verheiratet. Den Bund der Ehe in der Trierer Benediktinerabtei zu schließen, sei ihr wichtig gewesen, so Dreyer. Auch im Umgang mit ihrer Erkrankung betonte die 59-Jährige ihren christlichen Glauben.

Gegenüber der Bunten erklärte Malu Dreyer, dass sie mit ihrer Krankheit ihren Frieden gemacht habe. Neben ihrem Mann gibt ihr auch ihr Glaube an Gott Kraft und Zuversicht. Zu ihrem Glauben sagte sie:

„Ich bin ein gläubiger Mensch. Dankbarkeit ist mir wichtig.“

Wie wichtig ihr die Liebe ihres Mannes und ihr Glaube sind, erklärte Malu Dreyer bereits im Juni 2013 im Interview mit Dirk von Nayhauß im Magazin Chrismon.

Durch ihre Erkrankung habe sie Gottvertrauen gelernt und nicht aufzugeben, erklärte die SPD-Politikerin damals. Bei Erhalt der Diagnose „Multiple Sklerose“ vor über 20 Jahren, habe sie sich zunächst die Frage „Wieso eigentlich ich“ gestellt, was aber „nicht lange angehalten“ habe. Vielmehr wuchs in ihr die Überzeugung, nicht den Mut zu verlieren. Zudem habe sie im Lauf der Zeit gelernt, Abschied zu nehmen. Dazu erklärte sie:

„Ich habe gelernt – und das kann ich auf alle persönlich erlebten Abschiede be­ziehen, egal, ob es mit der MS zu tun hat, ob mit Trennungen oder mit dem Tod meines Vaters: Ich muss Abschiede rituali­sieren, ich muss mich diesen Gefühlen stellen. Dann merke ich irgendwann, dass es besser wird.“

Mit Blick auf den Umgang mit der eigenen Sterblichkeit erklärte Dreyer, dass es für sie enorm wichig sei, „das Leben richtig gelebt zu haben“. Dann könne sie „auch gut sterben, ohne Angst und ohne Reue“.

Weiter betonte sie damals, dass ihr Glaube von einem tiefem Gottvertrauen geprägt ist. Dazu sagte sie u.a.:

„Ich hatte schon als Kind ein tiefes Gottvertrauen. (…) Dieses Gottvertrauen ist geblieben. Ich habe nie an diesen strafenden Gott geglaubt, sondern immer an den stärkenden. Ich glaube auch an den Gott, der sagt: Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen.“

Im September 2016 sprach Malu Dreyer im Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit (Nr. 38/2016) über ihren Weg durch die Krise. Auch darin hob sie hervor, dass ihr „ein unerschütterliches Vertrauen in Gott“ Kraft und Orientierung gibt.

Im Blog „mehr Auszeit“ des Erzbistum Kölns bezog Malu Dreyer im Juli 2016 Stellung zu ihrem Glauben und ihr wichtigen Werten. Zu ihrem Glauben erklärte sie damals u.a.:

„Gott hat einen festen Platz in meinem Leben. Ich bin ein gläubiger Mensch, wenngleich weniger in diesem traditionellen, sondern eher in einem spirituellen Sinne.“

In der Natur, beim Hören von Musik oder in Gesellschaft von „lieben Menschen“ fühle sie sich Gott „besonders nah“.

Ihren Glauben versuche sie im Alltag zu leben, was für sie bedeute, „die Grundwerte des Christentums mit Leben zu füllen, zum Beispiel indem ich auf meine Mitmenschen achte und mich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetze“, so Dreyer. Inspiration bezieht sie dafür auch aus der Bergpredigt mit dem Aufruf Jesu zu „bedingungsloser Nächsten- und sogar Feindesliebe“.

Zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 14. März 2021 wird Malu Dreyer wieder antreten. Im aktuellen Interview mit dem Magazin Bunte erklärte die 59-Jährige, dass es ihr gesundheitlich gut gehe. Sie fühle sich „total gut“. Dass sie heute weniger im Rollstuhl sitzen müsse als früher, bezeichnete sie als „ein Wunder“.

Quellen: Bunte – Ausgabe 1/2021, chrismon.evangelisch.de, zeit.de, erzbistum-koeln.de