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Die Schauspielerin Marianne Sägebrecht hat in diesem Jahr ihr wohl persönlichstes Buch mit dem Titel „Ich umarme den Tod mit meinem Leben“ auf den Markt gebracht, das aus den Erfahrungen in der Sterbebegleitung als junges Mädchen und ihrem langjährigen Engagement in der Hospizbewegung erwachsen ist. Dabei vertritt die 74-jährige unerschütterlich ihren Glauben an Gott, an die Unsterblichkeit der Seelen, an das Gute im Menschen und an die Kraft der Liebe. Überdies ermutigt sie mit ihrem Buch das Tabuthema Sterben wieder ins Leben zu holen.

Aktuell gab Marianne Sägebrecht dem Oberbayerischen Volksblatt ein Interview bezüglich ihrer Mitwirkung im Stück „Der Brandner Kasper und das ewig´Leben“ im Rosenheimer KuKo und im Haus der Kultur in Waldkraiburg. Im OVB-Interview sprach sie auch über ihre Einstellung zum Tod und ihren Glauben an Gott. Die Schauspielerin berichtete, dass sie im Alter von 14 Jahren nach einem Blinddarmdurchbruch eine Nahtoderfahrung gehabt habe. Dabei habe sie während der Operation alles gehört und sich „von außerhalb meines Körpers gesehen“. Weiter erklärte die 74-jährige:

„Mein Leben zog an mir vorbei und ich war in diesem Tunnel, dem hellen Licht entgegen.“

Zu dieser existenziellen Erfahrung in ihrer Kindheit betonte sie:

„Seither habe ich keine Angst mehr vor dem Tod. Die Seele geht weiter und ist frei.“

Die Schauspielerin, die durch Filme wie „Zuckerbaby“ oder „Out of Rosenheim“ große Bekanntheit erlangte, engagiert sich seit Jahren für sterbende Menschen und unterstützt das Christophorus-Hospiz in München. Diesbezüglich hob sie im OVB-Interview ihr Lebenscredo hervor, das zugleich der Titel ihres jüngsten Buches ist:

„Ich umarme den Tod mit meinem Leben.“

Dazu erklärte sie weiter:

„Ich begeisterte mich für alle Facetten des Lebens. Ich spreche in meinen Vorlesungen in Hospizen über den Glauben an Gott, an die Unsterblichkeit der Seelen, an das Gute im Menschen und an die Kraft der Liebe.“

Zudem sei es ihr wichtig das Tabuthema Sterben wieder ins Bewusstsein zu bringen und Menschen zu ermutigen, sich damit auseinanderzusetzen. Tod und Sterben gehören ihrer Meinung nach zum Leben dazu wie „Geburtstage, Geburten und Co.“ und sollten „nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden“. Vielmehr gehe es darum die Sterbebegleitung in den Blick zu nehmen. Dazu sagte Marianne Sägebrecht:

„Im Hospiz findet man dafür Ruhe und Frieden und Menschen, die einen seelisch begleiten. Niemand sollte alleine sterben.“

Über ihren persönlichen Glauben sprach die Kult-Schauspielerin im März 2018 mit dem evangelischen Sonntagsblatt und betonte dabei die Bedeutung vom Kirchenbesuch und Gebet für ihr Leben.

Zu ihrer Affinität gegenüber Kirchen, sagte die Sägebrecht:

„Ich persönlich liebe Kirchen.“

In Kirchen, die sie während eines Stadtbesuchs betrete, vernehme sie besondere Energien. Dabei verwies sie auf die vielen Gebete, die in diesen Räumen gesprochen wurden und „nach oben gegangen“ seien. Das ist ihrer Wahrnehmung nach in solchen „Schutzräumen“, die Kirchen auch für sie sind, spürbar.

In diesem Zusammenhang betonte sie auch, dass sie es „ganz toll“ findet, wenn junge Menschen sich der Kirche wieder zuwenden und auch die Ökumene weiter belebt wird. Weiter äußerte sie die Hoffnung, dass sich alle Religionen „immer mehr akzeptieren und tolerieren“.

Zur Bedeutung des täglichen Gebets für ihr Leben erklärte Marianne Sägebrecht gegenüber dem Sonntagsblatt:

„Gebete sind für mich ganz wichtig.“

Sie lebe „immer nur für einen Tag“ und pflege dabei jeden Abend vor dem Einschlafen ihre Gebetszeit als „Dankeschön“. Dabei lasse sie den Tag nochmal „vorbeilaufen“ und reflektiere darüber. Den nächsten Morgen gehe sie dann mit positiven Gedanken und Dankbarkeit an. Dazu sagte sie:

„Jeder Morgen ist ein Geschenk.“

Sie bete auch für ihre Mitmenschen und Freunde und versuche, immer mit sich im Reinen sein zu wollen, was sie auch mit Blick auf ihren Glauben begründete. Vergebung und Versöhnung sieht Marianne Sägebrecht dabei als „das Wichtigste“ an. Mit Verweis auf die Benediktinerin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098 – 1179) erinnerte sie daran, dass Rachegedanken die menschliche Seele krank machen.

Im April 2011 bekannte sich Marianne Sägebrecht im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, das diese mit „Gott ist der Boss“ betitelte, auf Nachfrage ganz selbstverständlich zu ihrem Glauben, der sie seit der Kindheit begleitet. Auf die Frage ‚Glauben Sie an Gott?‘ antwortete die Schauspielerin:

„Ja, natürlich. Für mich war immer ganz klar, dass da ein Schöpfer ist.“

Ihre Vorstellung von Gott sei aber bei weitem eine andere als das Bild vom alten Mann im Himmel,  das sie manchmal „von anderen Menschen vorgehalten bekomme“. Dazu erklärte sie weiter:

„Ich sage dann immer, dass ich von Gott durchdrungen bin. Ich bin sein Wesen. Aber er ist der Boss.“

Außerdem erkenne sie, dass die ganze Natur eine Schöpfung Gottes sei, „aber halt unterverpachtet“, so Marianne Sägebrecht.

Im SZ-Interview sprach sie auch über ihre Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Sterben. Dazu berichtete sie u.a., dass sie bereits im Alter von 12 Jahren „mit dem Kaplan ins Krankenhaus gegangen [sei], um sterbenskranken Menschen etwas vorzulesen“.

Marianne Sägebrecht – eine beeindruckende Persönlichkeit!

Quellen: ovb-online.de, randomhouse.de, kreisbote.de, sonntagsblatt.de, sueddeutsche.de

 

In der Sendung „Bibel TV – das Gespräch“ erzählte Marianne Sägebrecht aktuell in berührender Weise von ihrem Engagement für Sterbende, ihrer Karriere und ihrer Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod: