Wolfgang Joop ist Gründer der Mode- und Kosmetikfirmen JOOP! sowie Wunderkind und gilt zusammen mit Karl Lagerfeld und Jil Sander als erfolgreichster Deutscher in dieser Branche. Joop, der sich im Lauf seines Lebens immer wieder neu erfunden hat, hat sich jetzt im Alter von 73 Jahren an ein neues Projekt gewagt: das Nachhausekommen – in seinem Sehnsuchtsort Potsdam, den Ort seiner Kindheit.

Diesbezüglich hat Wolfgang Joop in seinem neuen, alten Heimatort Bornstedt bei Potsdam ein Interview gegeben. Als Joop beim Eingang der Bornstedter Kirche kurz innehält, fragt ihn sein Gesprächspartner, ob er gläubig sei. Darauf antwortet der Modedesigner:

„Ich bin nicht gläubig, ich bin spirituell und kann mit Mystik etwas anfangen.“

Weiter gibt er zu verstehen, dass ihm ein Denken im Sinne von ‚Ich glaube nur, was ich sehe‘ zu einfach ist. Dazu sagt er:

„Liebe kann man nicht sehen, und ich weiß dennoch, dass sie da ist.“

Quelle: kn-online.de

 

Dieses Phänomen ‚Ungläubig, aber spirituell‘ ist ein neuer Trend. Laut dem Philosophen Eberhard Tiefensee bezeichnen sich immer mehr Ungläubige als spirituell. Dies habe gesellschaftliche Folgen. So gebe es vor allem in der Palliativmedizin ein wachsendes Interesse an „Spiritual Care“, also spiritueller Versorgung.

Studien zeigten, dass Spiritualität auch jenseits von religiösen Vorstellungen Einfluss auf die Lebenqualität habe, erläuterte Tiefensee. So fordere auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen als ganzheitliche Wesen mit eben auch spirituellen Bedürfnissen wahrzunehmen.

Auch im Erziehungswesen gebe es ähnliche Entwicklungen, konstatiert Tiefensee. So habe die UN-Generalversammlung bereits 2002 festgehalten, unter anderem auch die spirituelle Entwicklung der Kinder „als Angelegenheit nationalen und weltweiten Vorrangs“ zu fördern.

Tiefensee räumte ein, dass er selbst unterschätzt habe, was eine aktuelle soziologische Studie zur Spiritualität in Deutschland gezeigt habe:

„Im konfessionslosen Osten bezeichnet sich fast die Hälfte derer, die sich selbst als Atheisten deklarieren, als religiös oder spirituell.“

Zugleich warnte Tiefensee vor einer Abqualifizierung der „stammelnden Texte“ derjenigen, die über ihre atheistische Spiritualität zu sprechen versuchen. Denn es verweise auch auf ein

„Grundproblem aller Theologie, die sich diesen Namen verdienen will: Gestammel zu sein und zu bleiben angesichts eines letztlich Unsagbaren.“

Quelle: katholisch.de

 

Der Sänger Jorid drückt in seiner aktuellen Single „Signal“ die menschliche „Sehnsucht nach Mehr“ sehr schön aus: