Foto: Adeo-Verlag (mit freundlicher Genehmigung von Karoline Kuhn)

Christopher Schacht schaffte es mit seinem Buch „Mit 50 Euro um die Welt“, das im Adeo-Verlag veröffentlicht wurde, nachhaltig in die Spiegel-Bestseller-Liste, mit einer Geschichte, die beschreibt wie ein junger Mann mit wenig Geld in der Tasche in die Welt zog und reich zurückkam.

Mit 19 Jahren machte sich Christopher Schacht nach seinem Abitur auf, die Welt zu bereisen und das ganze vier Jahre lang. Das Besondere daran war, dass er mit nur 50 Euro in der Tasche loszog.

Bei EvTv berichtete er:

„Ich habe über 30 verschiedene Jobs gemacht, v.a. auch handwerkliche Sachen wie reparieren, kochen, kellnern, gärtnern. Ich hab auch interessante Sachen gemacht wie z.B. in Panama im Kanal zu arbeiten und dort die Boote durchzuschleusen. Ich hab im tiefsten Dschungel Gold geschürft. Ich hab am Strand von Rio de Janeiro Früchtesalat verkauft. Ich hab in der Salzwüste von Uyuni als Tourguide gearbeitet oder in Peru als Tankwart.“

Zu Beginn arbeitete er noch als Partyguide in Amsterdam und sah sich hier „Gott noch nicht so nah“, wie er bei bibel.tv erzählte.

Gebetserhörung

Er hatte im Lauf seiner Reise oft Hunger, wartete stundenlang auf eine Mitfahrgelegenheit, war Wind und Wetter ausgesetzt und erfuhr dadurch existenzielle Sorgen. Doch dabei lernte er, seinen Glauben wiederzubeleben, indem er zu Gott betete. Dabei erlebte er eine Menge Gebetserhörungen. Anfangs betete er immer nur dann, „wenn er auf die Nase gefallen war“, was er heute als egoistisch empfindet. Aber mit der Zeit betete er laut, spürte Gott bei sich und fing an, immer öfter im Neuen Testament, das er von Beginn an bei sich trug, zu lesen.

Am Anfang seiner Reise stand er in Paris mit seinem Tramperschild in der Hand hungrig am Straßenrand und betete vor lauter Hunger zu Gott:

„Also Gott, jetzt wäre mal ein Zeitpunkt, jetzt könntest du dich melden, das würde mir wirklich weiterhelfen.“

Kurz darauf fuhr eines der an der roten Ampel wartenden Autos auf seine Seite und überreichte ihm durch den Fensterschlitz eine Mozzarellapizza in einem Alupäckchen. Doch das war erst der Anfang seiner Glaubenserfahrung.

Aufmüpfige Straßenhunde

Ein anderes Mal lag er in der Atacamawüste in seinem Schlafsack und sah sich von Straßenhunden umrundet. In diesem Moment betete er wieder zu Gott, wie er in der ERF-Sendung „Mensch Gott“ berichtet:

„Gott, bitte hol mich aus dieser Situation heraus.“

Humorvoll wie Gott manchmal agiert, polterte plötzlich ein Esel um die Ecke und verscheuchte die Hunde.

Jesus.ch schreibt über seinen Aufenthalt auf den Fidschiinseln:

„Hier in Fidschi erzählte mir eine alte, indische Witwe von ihrem schweren Leben. Aber dann bekam sie leuchtende Augen und erzählte von ihrer spirituellen Erleuchtung, nachdem eine Gruppe Australier [Missionare, Bem. Der Autorin] für sie gebetet hatte. Sie brachte mir einen Brief der Australier, damit ich ihn ihr vorlas. Es ging zunächst um einige persönlichen Dinge und endete mit: ‚Jesus loves you!‘ (Jesus liebt dich!) Hunderte Male vorher hatte ich diesen Satz schon gelesen, aber nie traf es mich innerlich so, wie in diesem Moment!“

 Christopher und Michal

Ein anderes australisches Missionsehepaar, dem er dort begegnete, wollte für ihn um eine Partnerin beten. Damals kam sein erster Artikel auf focus-online heraus, den prompt eine Deutsche namens Michal in seiner alten Heimat las. Das rüttelte die Christin innerlich so auf, dass sie ihn auf Facebook suchte und Kontakt zu ihm aufnahm. 15 Monate später trafen sich die beiden noch während seiner Reise in Indien „auf einen Kaffee“, wie die beiden auf seiner Youtubeseite selbst erzählen.

Nach ihrem persönlichen Kennenlernen in Indien war sein endgültiger Plan, Michal in Rom zu treffen, wo sie gerade ein Auslandssemester verbrachte und von dort aus mit ihr nach Deutschland zurückzukommen. Vorher jedoch reiste er nach Pakistan und hielt Zeugnis vor Muslimen. Seine Familie und Michal, mittlerweile seine Freundin, bangten um seine Sicherheit, aber Gott beschützte ihn. Mittlerweile haben die beiden geheiratet und Christopher studiert Theologie.

Verwandlung

Aus seinem ursprünglichen Plan << Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht >> wurde ein Leben für andere. Egal, wo er hinkam, er fühlte sich von den Menschen willkommen und erlebte überall Gemeinschaft.

„Ich habe mich mit allen Religionen unterwegs intensiv beschäftigt. […] Letztendlich geht es aber in allen Religionen nur darum, dass der Mensch sich irgendwie auf unterschiedliche Weise den Weg zu Gott durch Rituale usw. erarbeitet. Das Christentum jedoch ist so einzigartig, weil Gott selbst zu den Menschen kommt und Mensch wird.

Heute vermisst er manchmal das Gefühl, von Gott abhängig zu sein, nicht zu wissen, wie etwas ausgeht und immer wieder zu erfahren, dass Gott einen nicht hängen lässt.

„Im geregelten deutschen Alltag hat man dagegen doch wieder alles vermeintlich selber in der Hand.“

Aber beides habe so sein Für und Wider, sagt er. Jedenfalls kann er auf vier Jahre voller Abenteuer und Verwandlung zurückblicken, die ihn zu dem gemacht haben, der er heute ist.

Quellen: jesus.ch, Evtv, ERF, BibelTV, YouTube.com und „Mit 50 Euro um die Welt“

Autorin: Stefanie Maier