Papst Franziskus hat diese Woche als erster Papst überhaupt die Arabische Halbinsel besucht und dabei einen Meilenstein für den Frieden in dieser Welt gesetzt. Dabei gab er sich nicht mit nur höflichen Worten zufrieden, sondern redete Klartext – authentisch, entschlossen, liebevoll. In seiner ihm eigenen Weise setzte er gleich zu Beginn ein Zeichen, in dem er dem pompösen Empfang eine Fahrt in einem Kleinwagen entgegensetzte. Die Berliner Morgenpost beschrieb den Papstbesuch in den Emiraten mit den Worten: „Ein mutiger Papst sprach im Kernland des Islams das aus, worauf die Christen lange gewartet haben.“

Am Montag unterzeichnete Papst Franziskus zusammen mit dem wichtigsten Vertreter des Islam, dem Imam der Al-Azhar-Hochschule in Kairo, Ahmed al Tajib, eine gemeinsame Erklärung „über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“, in dem beide die Friedenspflicht der Religionen betonten und eine dringende Absage an Gewalt im Namen Gottes lieferten.

Dabei äußerte der Papst Sätze wie:

„Es ist eine schwere Entwürdigung Gottes, in seinem Namen Hass und Gewalt gegen Brüder und Schwestern zu rechtfertigen.“

oder:

„Krieg schafft nichts als Elend, Waffen nichts als Tod.“

Leidenschaftlich appellierte Papst Franziskus für volle Menschenrechte, inklusive volle Religionsfreiheit und betonte, dass er im gesamten Nahen Osten auf „Gesellschaften, in denen Menschen unterschiedlicher Religionen die gleichen Bürgerrechte genießen“, hoffe. Bildung und Gerechtigkeit seien die zwei Flügel der Friedenstaube, so Franziskus. Dazu betonte er weiter:

„Eine Gerechtigkeit, die nur für Familienmitglieder, Landsleute und Gläubige desselben Glaubens gilt, ist eine hinkende Gerechtigkeit; sie ist verschleierte Ungerechtigkeit.“

Deutlich brachte er zum Ausdruck, dass er nicht ausreiche im Status quo zu verweilen, sondern vielmehr das bereits erreichte zu verbessern.

Das vom Papst und vom Groß-Imam unterzeichnete Dokument für den „Frieden in der Welt“ ist nicht nur ein Meilenstein in den Beziehungen zwischen Christentum und Islam, sondern auch eine Botschaft mit Wirkung auf der internationalen Bühne. Der Text, der bekräftigt, dass „der Glaube den Gläubigen im anderen einen Bruder sehen lässt, dem man helfen und den man lieben muss“, wird schon im Vorwort als ein Dokument bezeichnet, das das „Ergebnis aufrichtiger und ernsthafter Überlegungen“ ist und „alle, die den Glauben an Gott und an die menschliche Brüderlichkeit im Herzen tragen, einlädt, sich zu vereinen und zusammenzuarbeiten.“

Mit seinem Besuch setzte Papst Franziskus ein starkes Signal dafür, dass Christen und Muslime in aller Welt für einen Dialog der Kulturen und ein gegenseitiges Verständnis eintreten.

Zum Abschluss seiner Reise auf die Arabische Halbinsel feierte Papst Franziskus mit rund 170.000 Menschen eine Freiluftmesse im Stadion von Abu Dhabi – darunter waren auch mehrere Tausend Muslime.

Quellen: katholisch.de, morgenpost.de, vaticannews.va, bild.de und tagesschau.de