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Was hat eine verstaubte Harfe mit Weihnachten zu tun?

Am vergangenen Freitag lud die Freie evangelische Gemeinde München Nord zum Adventsabend ein. Mit Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsliedern stimmten sich die Gemeindemitglieder und Gäste bei gemütlichen Beisammensein mit Gebäck, Punsch und Tee auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Mit Martin, der Gemeindemitglied ist und die Weihnachtslieder auf der Gitarre begleitete, sowie Daniel und Markus waren drei Leute aus unserem PG-Team mit dabei.

In einem sehr schönen Impuls zu Weihnachten ging Pastor Andreas Engelbert am Adventsabend der Freien evangelischen Gemeinde München Nord auf das Bild einer verstaubten Harfe ein und übertrug das in der Erzählung Geschilderte auf das bevorstehende Weihnachtsfest.

Hier die Worte der Harfenandacht von Pastor Engelbert:

Liebe Zuhörer!!

In einem alten Schloss, so erzählt eine Sage, stand seit Jahrzehnten eine verstaubte Harfe. Vor langen Zeiten sollte sie angeblich prächtig geklungen haben. Dann wurde sie beschädigt und niemand konnte sie mehr richtig reparieren und ihren alten wundervollen Klang zu-rückbringen. Eines Abends nun klopfte ein wandernder Greis an die Pforte des Schlosses, um für die Nacht ein Bett zu erbitten. Diese Bitte wurde ihm gewährt. Als er von der Harfe hörte, bat er darum, sie zu sehen und versprach sie zu reparieren.
Nur kurze Zeit später, nachdem ihm die Harfe anvertraut wurde, hatte er sie gereinigt, mit kundigem Blick überprüft und mit flinker und sanfter Hand repariert. Nun stimmte er die Harfe neu und begann zu spielen. Alle im Schloss horchten auf: Wie Orgelklänge durchdrangen die Laute die alten Hallen, und es klang genauso schön wie in der alten Zeit. Auf die Frage hin, wie er die Harfe so schnell und gut habe reparieren können, antwortete der Greis, dass er einst der Meister und der Erbauer der Harfe gewesen sei. Er hatte das Instrument vor langer Zeit gebaut und nur er konnte es wieder heil machen.

Liebe Freunde!

Eine schöne Geschichte, so mag man vielleicht denken.  Doch was hat sie mit Weihnachten zu tun?

Ich denke, sehr viel: Ich möchte das gerne mal übertragen:

Gott, der Schöpfer des Lebens, hat uns geschaffen. Und er hat es sehr gut gemacht. Durch die Sünde ist jedoch ein großer Riß in unser Leben hineingekommen. Das einstmals gut gedachte Leben ist seitdem von Dissonanzen und Missklängen begleitet.
Viele versuchen mit den unterschiedlichsten Mitteln und Wegen wieder eine Harmonie herzustellen, doch keinem gelingt es.

Nur der Schöpfer selbst kann sein erschöpftes Geschöpf heilen. Darum wurde Gott Mensch und wohnte unter uns.

Ich lese uns dazu ein paar Verse aus Johannes 1, 11-13:

Er kam in seine eigene Schöpfung, doch seine Geschöpfe, die Menschen, wiesen ihn ab.[5] 12 Aber allen, die ihn auf-nahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden. 13 – Das werden sie nicht durch natürliche Geburt oder menschliches Wollen und Machen, sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gibt.

Liebe Freunde!

Jesus Christus kam Weihnachten auf diese Welt. Er will unseren Missklang wieder in Einklang und Harmonie mit Gott bringen. Er will unser Leben reinigen, reparieren und ganz neu machen. Das ist der tiefe Sinn von Weihnachten.

Wenn wir unser Leben Jesus Christus anvertrauen, dürfen wir damit rechnen, dass Jesus uns mehr und mehr einstimmen möchte auf seine Melodie, auf seine Komposition des Lebens.

Wir spielen dann nicht mehr die erste Geige in unserem Leben, sondern stellen uns Christus zur Verfügung. Er weiß unser Leben besser zu „spielen“, als wie wir es jemals könnten. Auch wenn es von uns aus manchmal noch Dissonanzen gibt, so dürfen wir wissen, dass die grundsätzliche Harmonie mit Gott gewahrt bleibt.

Lassen Sie uns das in den nächsten Tagen und Wochen neu bedenken:

Gott wurde Mensch, damit wir wieder zu den Menschen werden, die er sich zuvor gedacht hat.

Geben wir ihm die Möglichkeit dazu?

Ich wünsche Ihnen eine frohe Advents- und Weihnachtszeit!