Peter Maffay ist mit über 50 Millionen verkauften Tonträgern und 19 Nummer-Eins-Alben in den deutschen Charts Deutschlands erfolgreichster Rockmusiker der Gegenwart. Gestern erschien sein neues Buch „Hier und Jetzt – Mein Bild von einer besseren Zukunft“, in dem der 70-jährige über gesellschaftliche und politische Herausforderungen schreibt, sowie über sein Verständnis von Natur und Schöpfung, die „uns Sinn und Orientierung geben kann“. Diesbezüglich verriet er im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) mehr über seinen persönlichen Glauben, der in der Bibel Orientierung findet, sowie über die Bedeutung von Kapellen und Kirchen in seinem Leben.

Im epd-Interview bekannte Maffay hinsichtlich der Bedeutung des Glaubens:

 „Der Glaube spielt eine große Rolle in meinem Leben. Er ist wie ein Leuchtturm, eine Orientierungshilfe.“

Auch wenn ihn in seinem Leben Begegnungen mit Menschen sowie besondere Erfahrungen geprägt haben, so ist ihm dabei folgendes klar:

„Über allem steht eine höhere Instanz: Gott.“

Auch im aktuellen Interview für das Magazin Chrismon, in dem der Journalist Dirk von Nayhauß den Rockstar mit existenziellen Fragen konfrontierte, nahm Peter Maffay Stellung zu seiner Vorstellung von Gott. Dabei erklärte er u.a.:

„Ich weiß, dass es eine Instanz gibt, weil ich sie in mir spüre. Glaube beruhigt, er gibt Hoffnung, und Hoffnung ist eine unfassbare Energie. Wenn alles aufhört zu funktionieren, ist Gott die letzte Adresse.“

Weiter sagte er:

„Natürlich bete ich, jeden Tag.

Vor Jahren antwortete er einmal im BR-Magazin Stationen auf die Frage, wie er den Draht zu Gott finde, nach kurzer Überlegung: „Ganz einfach, ich bete!“

Insbesondere das Bewusstsein für die Vergänglichkeit des Lebens führte beim Rockstar und Tabaluga-Erfinder dazu, dass er sich mit dieser höheren Instanz verstärkt auseinandersetzte. Dazu sagte er im aktuellen epd-Interview:

„Je älter ich werde, desto mehr denke ich über die Vergänglichkeit nach, über den Sinn des Lebens und über Gott. In der Bibel heißt es: ‚Alles im Leben hat seine Zeit.‘ Das stimmt. Das ist eine Aussage, mit der ich viel anfangen kann. Deshalb haben wir sie vor einigen Jahren als Titel für ein Lied genommen.“

Überhaupt machte Maffay Gott und seine persönlichen Fragen bei der spirituellen Suche in seinen Songs immer wieder zum Thema (siehe unten), und das auch in Zeiten, in denen dies in den Augen der Plattenbosse nicht so populär erschien.

Mit seiner Märchengestalt Tabaluga, die er zusammen mit Rolf Zuckowski und Gregor Rottschalk erfand, machte er die unsere Gesellschaft tragenden Werte zum Thema und brachte auch dabei die Dimension Gott mit ins Spiel. Der Song „Alles hat seine Zeit“, den er im aktuellen epd-Interview erwähnte, stammt aus dem Rockmärchen „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“.

Auch im Interview mit dem Kölner Express, das am 2. Januar 2020 unter dem Titel „Musiker mit Leib und Seele“ veröffentlicht wurde, verwies Maffay auf seine Songs, die den Glauben zum Inhalt haben. Dazu sagte er u.a.:

„Ich bin gläubig, ich glaube an Gott. (…) Ich habe immer Songs gehabt, in denen ich das thematisiert habe.“

Eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist für Maffay der interreligiöse Dialog. Dazu betonte er im epd-Interview, dass er „viel von Verständnis und Toleranz“ halte, zeigte aber auch eine klare Haltung, wo Toleranz für ihn endet, etwa dann, „wenn wir das St. Martinsfest in ‚Lichterfest‘ umbenennen“, so Maffay. Dabei positionierte sich der 70-jährige als Christ, indem er erklärte:

„Ebenso wenig wie man das von uns Christen einfordern darf, erwarte oder verlange ich, dass unsere muslimischen Mitarbeiter in Spanien das christliche Gotteshaus betreten, das wir gemeinsam gebaut haben.“

Im Sinne der Religionsfreiheit und des gesellschaftlichen Friedens habe jeder das Recht selbst zu entscheiden, „wie weit er sich auf den Glauben des Anderen einlassen und daran teilhaben möchte“.

Maffay hatte vor Jahren auf seiner Finca auf Mallorca, wo traumatisierte Kinder im Rahmen seiner Stiftung Urlaub machen, eine christliche Kapelle errichten lassen, in der er sich selbst zum Beten zurückzieht. In der Doku „Auf dem Weg zu mir“ berichtete er vor Jahren, dass diese Kapelle für ihn ein schöner Ort ist, um den Dialog mit Gott zu pflegen sowie den unterbrochenen Dialog mit seiner vor vielen Jahren verstorbenen Mutter fortzuführen. Zudem sagte Maffay einmal, dass er auch die Kinder, die im Rahmen seiner Stiftungsarbeit auf dem Gelände seiner Finca Urlaub machen, dazu animiere, in die Kapelle zu gehen, um Erfahrungen im Dialog mit Gott zu machen.

Im Phönix-Interview äußerte der Sänger im Dezember 2019 diesbezüglich:

„Ich gehe wirklich davon aus, dass vielen Kindern dieser Faktor Glaube, wenn ich das so sagen darf, nicht vermittelt wird, und ich glaube das sollte man, weil es eine schöne Möglichkeit ist, die eigene Unzulänglichkeit zu überspringen und in einer scheinbar ausweglosen Situation Hoffnung zu bekommen.“

So befindet sich auf dem Gut Dietlhofen in Bayern, das der Rockstar mit seiner Stiftung errichten ließ und das er als ein „magischer Ort“ der Ruhe, Stille und Nähe zur Natur beschreibt, eine Hofkirche, die, wie auf der Webseite von Gut Dietlhofen zu lesen ist, für ihre Besucher (unabhängig von ihrer Religion) einen Raum für die Andacht bietet.

Im epd-Interview erklärte Maffay nun, dass er sich, wenn er auf Gut Dietlhofen ist, des Öfteren in die Hofkirche zum Gebet zurückzieht. Dazu sagte er:

„Wenn ich auf Gut Dietlhofen bin, unternehme ich den kurzen Spaziergang dorthin. Sie ist ein wunderschöner Ort, um innere Einkehr oder Zwiesprache mit Gott zu halten.“

Überhaupt spielt der Besuch von Kirchen eine Rolle im Leben von Peter Maffay. Dazu erklärte er:

„Ich gehe immer und überall in Kirchen, gerne auch, wenn wir auf einer Tour sind.“

So habe er schon viele schöne Kapellen und Kirchen „kennengelernt“.

Gut Dietlhof mit seiner zentralen Hofkriche ist auch ein Angelpunkt für die Schilderungen Maffay’s in seinem neuen Buch „Hier und Jetzt“. So ist im Vorwort zum Buch zu lesen, dass Maffay in einer Zeit, in der immer mehr Menschen über soziale Kälte, Stress am Arbeitsplatz und die Ökonomisierung aller Lebensbereiche beklagen, mit seinem Biohof Dietlhofen einen Ort geschaffen habe, der frei ist von Hektik und Leistungsdruck. Verbunden mit sehr persönlichen Einblicken in sein Leben erzählt er, wie er auf dem Gut Gemüse und Kräuter anbaut. Wie erfüllend es ist, den Hof zu einer Begegnungsstätte zu machen. Und wie ein neues Verständnis von Natur und Schöpfung uns Sinn und Orientierung geben kann.

Quellen: jesus.de, luebbe.de, chrismon.evangelisch.de, gut-dietlhofen.de, promisglauben.de, phoenix.de, express.de

 

Hier eine Auswahl von Maffay-Songs mit religiösem / biblischem Inhalt, die er mitunter auch in großen TV-Shows präsentierte: Der Weg, Ich seh dich, Halleluja, Dafür dank ich dir, Savior, Lieber Gott, Wer wirft den ersten Stein, Woran glaubst du Spiel um deine Seele, Alles hat seine Zeit, Wenn der Himmel weint, Lebenswert, Kopf hoch, Größer als wir (aktueller Song!)

Hier der Song „Alles hat seine Zeit“ mit Bezug auf das Buch Kohelet im AT, worauf Peter Maffay im aktuellen epd-Interview einging: