Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Pressekonferenz Aktion Birlikte - Zusammenstehen-8437, CC BY-SA 4.0

Heute feiert Rock-Star Peter Maffay seinen 70. Geburtstag – 50 davon hat er auf der Bühne verbracht. Zu diesem Anlass kam heute sein neues Album „Jetzt“ mit neuen Songs in die Läden. Einer der Songs handelt von seinem Glauben an Gott, in zwei weiteren nimmt er Bezug auf die höhere Dimension. Zusammen mit 3.000 Fans feierte Peter Maffay in der Berliner Columbiahalle mit einem Konzert, auf dem er die neuen Songs präsentierte, in seinen Geburtstag hinein und bezog während des Konzerts auch Stellung zu seinem Glauben.

Die Karriere des aus Rumänien stammenden Sängers ist vielfältig (u.a. Schlager, Rock, Tabaluga, Begegnungen, Kinderstiftung) und außergewöhnlich. Mit 18 Nummer-eins-Alben, 300 Wochen in den Top 10, ist Maffay der erfolgreichste Künstler in der Geschichte der offiziellen deutschen Album-Charts. Bis heute hat er 50 Millionen Tonträger verkauft. Mehr als 1200 Mal waren seine Platten in den Hitparaden platziert. Dabei begleiten auch Songs mit religiösen Inhalten die Karriere des Sängers, wie z.B. „Lieber Gott“ (1982), „Ich seh dich“ (1989), „Der Weg“ (1992), „Savior“ (1998), „In dir ist immer noch ein Licht“ (2008) oder „Halleluja“ (2014).

Auch in Interviews bekannte sich Maffay in der Vergangenheit auf Nachfrage immer wieder zu seinem Glauben an Gott (wir berichteten).

Auf seinem neuen Album befindet sich nun mit „Größer als wir“ abermals ein Song, in dem sich der Sänger mit seinem Glauben und seiner Sicht von Gott auseinandersetzt. Dabei bringt Maffay u.a. zum Ausdruck, dass Gott größer als die menschliche Vorstellungskraft ist.

Bei der Ankündigung des Songs in der Columbiahalle verwies Maffay darauf, dass er es nicht verstehen kann, wenn eine Religion behaupte ihr Gott sei der bessere. Dabei stellte er fest: „Es gibt nur einen!“ Dazu sagte er, dass es für ihn wichtig sei an diese Instanz zu glauben. Weiter zeigte er sich dankbar, dass er diese Möglichkeit der Hoffnung in seinem Leben habe. Dabei verwies er darauf, dass es in jedem Leben Zeiten gibt, in denen es nicht gut läuft.

Der Song „Größer als wir“ ist dann auch ein sehr schöner Song voller Sehnsucht und Hoffnung, der das zum Ausdruck bringt, was in jeder Religion erfahrbar ist: die Größe Gottes. Dabei kommt Maffay in dem Song zu dem Schluss:

„Wichtig ist nur, dass es dich für mich gibt.“

Auch in seinen beiden neuen Songs „Morgen“ und „Kopf hoch zum Himmel“ nimmt Maffay Bezug auf diese höhere Instanz.

Im Interview zum neuen Album, das u.a. in der Berliner Morgenpost veröffentlicht wurde, antwortete Maffay auf die Frage, warum es ihm wichtig sei, in seinem Lied „Größer als wir“ von Gott zu singen:

„Weil ich an Gott glaube.“

Dazu betonte er, dass es ihm darum gehe, mit seiner Musik und seiner Stiftung „ein wenig“ von dem zurückzugeben, „was ich in diesem Leben bekommen habe“.

Im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel sprach Maffay auf Nachfrage zu seinem Song „Größer als wir“ ausführlicher über seinen Glauben. Auf die Frage, ob er sich mit Gott beschäftige, sagte er:

„Das habe ich eigentlich immer getan, da gibt es über die Zeiten eine Reihe von Songs dazu.“

In Rumänien sei er allerdings „eigentlich nicht“ religiös aufgewachsen. Dazu äußerte er:

„In Rumänien bin ich in die atheistische Staatssicht hineingeboren worden. Kirchliche Aktivitäten wurden bestenfalls toleriert.“

Beim Gottesdienst sei er als Kind eher teilnahmslos dabei gewesen.

Gegenüber der Berliner Zeitung sagte Maffay zu seinem Gottesbild:

„Es ist der eine Gott, der für alle da ist. Ich habe meine eigene Sicht.“

Und:

„Ich bete. Es ist die Instanz, die mir hilft, wenn es anders nicht weiter geht. Es funktioniert.“

Durch das Gebet erhalte er Hoffnung, so Maffay weiter.

Auf die Frage, ob die Rettung der Welt von der Künstlichen Intelligenz übernommen werden sollte, hat Peter Maffay mit Blick auf die Schöpfung eine klare Meinung und sagt:

„Das hieße ja, dass wir die Künstliche Intelligenz über die natürliche stellen, über Gott! Nein.“

Im spannenden Interview mit dem Magazin Focus über die Höhen und Tiefen seiner Karriere bekannte sich der Rock-Star auf die Frage, ob er gläubig sei, zu seinem Glauben. Auch wenn er aus der Kirche ausgetreten sei, weil er „mit vielem nicht einverstanden“ sei, ist seine Beziehung zu Gott ein fester Bestandteil in seinem Leben. Dazu betonte er:

„Ich habe keine Schwierigkeiten mit dem lieben Gott, sondern manchmal mit seinem Bodenpersonal.“

Weiter sagte er, dass der Glaube erst im Lauf seines Lebens eine größere Bedeutung für ihn bekommen hat, durch die Erkenntnis, „dass ich in Situationen, in denen ich mich nicht mehr als Herr der Lage fühlte und Angst hatte, in einen Dialog treten konnte, der mir geholfen hat“, so Maffay im Focus Interview. Weiter äußerte er:

„Heute bete ich jeden Tag.“

Auf seinem Anwesen auf Mallorca hat Maffay sogar eine Kapelle errichtet, in die er sich, wenn er vor Ort ist, zum Gebet zurückzieht, wie in der Dokumentation „Auf dem Weg zu mir“ zu sehen ist.

Kritisch äußerte sich der Sänger in den Interviews zu den religiösen Konflikten in der Welt verbunden mit der Verabsolutierung der jeweiligen Glaubenssicht. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung vom heutigen Freitag äußerte Maffay mit Blick auf Gott:

„Letztlich ist es egal, wie man ihn nennt und wer er ist, wichtig ist, dass er da ist.“

In diesem Sinne sprach der Theologe Karl Rahner, der als einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts gilt, immer wieder von dem „unendlichen Geheimnis“, das wir „Gott“ nennen (mehr dazu HIER).

Quellen: tagesspiegel.de, berliner-zeitung.de, morgenpost.de, focus.de (1), focus.de (2), br.de, domradio.de

 

Hier der Song „Größer als wir“ von Peter Maffay:

 

Einen schönen Beitrag von Pater Eberhard von Gemmingen mit dem Titel „Was meinen wir, wenn wir Gott sagen?“ , in dem Pater Eberhard Gott als das unendliche, undurchdringliche Geheimnis beschreibt, dass in Jesus Christus erfahrbar werden kann, gibt’s

HIER