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In seiner Predigt zum 20. Sonntag im Jahreskreis bezieht sich unser geistlicher Begleiter Pfarrer Christoph Kreitmeir hauptsächlich auf das Evangelium (Mt 15, 21-28), da es hier um eine außergewöhnliche Mutterliebe geht und vor dem 20. Sonntag (16.08.) der 15.08. mit dem Hochfest Mariä Himmelfahrt liegt. Mit seiner Predigt möchte Pfarrer Kreitmeir auch ganz bewusst 18 gute Leitsätze erwähnen, die seine eigenen Mutter ihm vorgelebt und vorgeliebt hat und die eine Mutter ihrem Kind immer wieder zusagen kann, damit es lebensfit wird.

Hier die Worte seiner Predigt als Audio-Datei und anschließend auch im Textformat:

 

 

Worum geht es in Kurzform im heutigen Evangelium?

Jesus ist wieder einmal auf Rückzug vor den vielen Menschen. Da sie ihn immer wieder finden, geht er dieses Mal in eine für Juden fremde, ja sogar verachtete, eine heidnische Gegend. Sein Ruf eilt ihm aber sogar dorthin voraus. Eine Frau, eine Mutter, versucht alles, um Hilfe für ihre schwer psychisch erkrankte Tochter zu bekommen. Sie wendet sich also lautstark an Jesus und seine Helfer, die sichtlich von ihr genervt sind. Sie lässt sich nicht abweisen und Jesus reagiert nicht freundlich, er ist abweisend und sagt sogar Verächtliches zu ihr. Warum tut er das?

Das Evangelium gibt Antwort: Weil er eigentlich nur zu den Kindern Israels gerufen ist und nicht zu Anders- ja Ungläubigen. Er spricht sogar – man glaubt es kaum – von Hunden.

Die Frau steckt diese Bemerkung ein und reagiert auf eine Weise schlagfertig, die nicht nur uns Zuhörer staunen lässt, sondern sogar Jesus verblüfft. Nach einigem Hin und Her löst sich diese befremdliche Begegnung in Wohlgefallen auf:

Jesus findet sogar im Land der Ungläubigen echten Glauben an seine Sendung von Gott.

Die Frau findet doch noch Gehör und – das ist ja nicht das Unwichtigste – die von einem bösen Geist besessene Tochter findet Heilung.

Unsere Not treibt uns zu Gott.

Not lehrt beten. Not lehrt Hilfe suchen und wenn es bei einem Fremden ist, von dem die Leute und seine Taten sagen, dass er ein Heiler ist. Nicht selten führt uns das Leben in Bedrängnisse, wo wir entweder nur noch jammern, resignieren, aufgeben oder uns eben auf die Suche nach echter Hilfe machen. Äußeres und körperliches Leiden geht nicht selten Hand in Hand mit innerem seelischen Leiden und andersherum.

Warum aber und wofür ist es wert, zu kämpfen, zu ringen, zu suchen und letztlich auch zu finden? Wer auf diese Fragen konkrete und griffige Antworten findet, dem wachsen Kräfte zu, sich selbst, seine Bequemlichkeit und seinen Stolz zu überwinden und echte Lösungen zu finden.

Die Frau erträgt einiges – auch von Jesus – , um die schreckliche Not ihrer Tochter und somit auch ihre eigene Not zu lindern, ja sogar zu beheben. Sie ordnet sich dem vielversprechenden Heiler total unter, wenn sie ihn „Herr“ nennt, ihn sogar mit den Heiden wirklich fremd vorkommen müssenden Titel „Sohn Davids“ bezeichnet. Das bedeutet so viel, dass sie irgendwie wissen muss, was Juden glauben, nämlich dass der „Sohn Davids“ der Messias, der Retter wird.

Das ist wirklich ein guter Nebengedanke: Man sollte schon Bescheid wissen – zumindest in größeren Zusammenhängen – was uns fremde Menschen mit anderer Hautfarbe, Nationalität und Religion so glauben. Warum? Weil es nur förderlich und – so zeigt es diese Geschichte – sogar hilfreich und rettend sein kann.

Warum also tut diese Frau all das?

Neben der Suche nach einem wirklichen Helfer ist es wohl wirklich auch die Mutterliebe. Eine Mutter nimmt für ihr Kind wirklich sehr viel auf sich, sie geht für es durch Dick und Dünn. Dies ist von Mutter Natur so angelegt, damit das Kind nicht nur überlebt, sondern für das Leben in all seinen Auf und Abs einerseits behütet und geschützt, andererseits aber auch lebensfähig gemacht wird.

Die Steigerung von natürlicher Mutterliebe ist tief liebende Mutterliebe, die ihr Kind nicht nur lebens- , sondern auch liebesfähig macht.

In einem Artikel aus der Frauenzeitschrift „gofeminin“ fand ich genau zu diesem Gedanken 18 Leitsätze, die einem Kind im Leben helfen, wenn die Mutter es ihm immer wieder vorgesagt, vorgelebt und vorgeliebt hat. Ich möchte diese Leitsätze gerne an Sie weitergeben, denn sie bringen, obwohl wir nicht mehr Kinder sind, etwas in uns ins Schwingen, wonach unsere Sehnsucht sich ausstreckt. Diese Sätze tun gut, lassen einen Schutz- und Lebensraum in uns entstehen, der uns lebensfit macht. Und das Erstaunliche daran ist, dass diese Sätze auch dann „funktionieren“ und Leben schaffen, auch wenn unsere Mutter uns solche Sätze nicht gesagt hat.

Es ist wie bei der kanaanäischen Frau, die Negativworte und Negativsätze um einer größeren Sehnsucht und einer größeren Liebe willen wegstecken konnte und gerade deshalb zu Glück, Heilung und neuem Leben für sich und der ihr Anbefohlenen finden konnte.

Die 18 Sätze, die aus (Mutter-)Liebe Kindern immer wieder zugesprochen und vorgelebt werden dürfen, lauten also:

1. Ich bin immer für dich da. Immer.

2. Ich liebe dich so, wie du bist.

3. Jeder macht Fehler. Es ist okay.

4. Kümmere dich um deine Mitmenschen!

5. Pass auf dich auf!

6. Du bist etwas ganz Besonderes.

7. Mach andere glücklich!

8. Setz dir keine Grenzen und sei offen für neues!

9. Verfolge deine Träume!

10. Du bist hübsch, klug und talentiert.

11. Trau dich, deine Meinung zu sagen!

12. Behandle andere mit Respekt!

13. Akzeptiere ALLE Menschen!

14. Die Welt braucht dich.

15. Das Leben kann schwierig sein. Gib niemals auf!

16. Das Leben ist schön.

17. Sei immer du selbst!

18. Ich werde dich immer lieben.

Schön, gelle!? Solche Sätze tun gut. Lassen Sie sie in sich rein und in sich arbeiten. Amen.

 

Mehr spirituelle Impulse von Pfarrer Christoph Kreitmeir gibt’s HIER