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Seinen Impuls zum Sonntagsevangelium (Mt 11,25-30) stellte Pfarrer Rainer Maria Schießler unter die Überschrift „Wo kein Zugang ist, ist kein Leben“.

Hier (mit freundlicher Genehmigung) der Impuls, den Pfarrer Schießler auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat:

Gewiss, auch Jesus hat vom Kreuztragen geredet und es selber getragen; das Leid war ihm nicht fremd.

Aber das Leben ist eben nicht nur Leid, Zwang und Druck. Es ist auch Feier und Fest.

Denken wir nur an die Hochzeit von Kana. An diesem Sonntag sagt uns Jesus, dass er uns die schweren Lasten und die Plackerei abnehmen will – Ruhe verschaffen, eine Pause machen lassen, eine Atempause gönnen, so wie es beispielsweise bei einem Fest geschieht oder mit einem kleinen Geschenk, das man sich vielleicht nur selber macht.

„Mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht“, sagt er und meint mit der Redewendung „ein Joch auf sich nehmen“ – wie es die Hl. Schrift versteht -, dass man die Vorschriften oder Lehren eines anderen zu übernehmen hat.

Das Joch Jesu aber heißt nun Frohe Botschaft.

Bei ihm ist keine Rede vom ständigen Verzichten, vom immerwährenden Kreuztragen, vom ewigen „du darfst nicht!“ und „du sollst nicht!“ Unter seinem kurzen Wort werden ganz schnell etliche kirchliche Vorschriften überflüssig.

So wie im Märchen von Dornröschen“ bekanntlich der Königssohn die Braut wach küsst, wünschen sich heute viele in der Kirche, dass Jesus mit seinem Wort das Dornengestrüpp und das Dickicht kirchlicher Hindernisse durchbricht und die Kirche mit seinem Friedensgruß aufweckt. So kann sein Evangelium wieder als eine große Einladung zum Fest verkündet werden, das für alle ausgerichtet wird.

Schließlich geht es um den Vorgeschmack des Himmels auf Erden und nicht um Höllendrohungen für eine ganze Ewigkeit.

Ohne Zweifel hat Jesus den Weg ins Reich Gottes freigemacht. Dann aber liegt es jetzt an uns, dass die Hecken nicht mehr zuwachsen und die Disteln übermannsgroß werden können. Es gilt, mutig, unbeirrt und beständig kurz und klein zu halten, was am Weg Jesu behindern kann und dafür den Weg des Evangeliums freihalten für uns und die kommenden Generationen.