Am vergangenen Mittwoch lief in der ARD der Film Exit, der von digitalem, ewigem Leben handelt. Der Schauspieler Friedrich Mücke spielt darin den Hauptdarsteller namens Linus, der das Startup „Infinitalk“ gegründet hat. Die Software kann im Film, der als Fiktion im Jahr 2047 spielt, einen Menschen komplett digital simulieren, so dass längst Verstorbene am Bildschirm wieder lebendig werden.

Im Interview zum Film mit dem Münchner Merkur erklärte Friedrich Mücke, dass er selbst nicht unsterblich sein wolle. Auch äußerte der 39-Jährige seine Bedenken zu einer technischen Entwicklung, die den Menschen „komplett nackig“ mache. Diesbezüglich habe er jedoch „keine große Hoffnung“, dass sich die eingeschlagene Richtung noch stoppen ließe.

Auch wenn im Film ‚Exit‘ Unsterblichkeit nur durch „digitale Kopien von verstorbenen Menschen“ inszeniert werde, empfindet er diese Vorstellung auf die Realität bezogen „auch schon recht bedenklich“. Eine solche in Form von Avataren inszenierte Unsterblichkeit halte er irgendwann für möglich, so Mücke. Dabei brachte er zum Ausdruck, dass er dieses Streben nach Unsterblichkeit und das Ausblenden des Themas ‚Tod‘ für nicht erstrebenswert hält, was er wie folgt darlegte:

„Ich glaube ganz stark, dass wir erst durch das Wissen, dass wir sterben, und das Unwissen darüber, was nach dem Tod kommt, richtig leben. Das macht das Leben aus.“

Weiter betonte der Schauspieler:

„Es ist Gott sei Dank noch so, dass wir sterben werden.“

Seiner Meinung nach gehöre zur Liebe auch das Loslassen können. In diesem Sinne gelte es „diese – ich nenne sie immer – alten Werte“ hochzuhalten und auf das bewährte Menschenbild („den alten Menschen“) zu bauen.

Mit Blick auf seine eigenen Kinder und die Art von Gesellschaft, in der diese später leben werden, betonte Friedrich Mücke im Merkur-Interview:

„Da vertrete ich schon alte Werte. Ich muss an die erinnern.“

Quelle: merkur.de

 

Der Film „Exit“ ist noch bis 28.01.2021 online zu sehen, unter

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