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Der renommierte Fernseh- und Theaterschauspieler Michael König sprach kürzlich mit Tobias Liminski im tiefgehenden Interview für das Magazin Grandios über den Wert von Freundschaft in seinem Leben. Dabei betonte er auch seinen Glauben, der für seine Freundschaften prägend ist.

Wichtig in der Begegnung mit seinen Freunden sind ihm Respekt, Anerkennung, Freiheit und Treue. Wie Liebe sei auch Freundschaft „ein Begriff, der gerne inflationär benutzt wird“, was dazu führe, dass oft „in keinster Weise“ erfasst werde, „was Liebe oder Freundschaft wirklich ausmacht“. Dazu betonte der 73-Jährige:

„Liebe ist Hingabe. Liebe bedeutet die Aufgabe des Egoismus, der Egozentrik und Hingabe an einen anderen. Ganz ähnlich verhält es sich mit Freundschaft.“

Seine Freundschaften seien auch „absolut“ und „ganz entscheidend“ von seinem Glauben geprägt. Auch wenn dies nicht bedeute, dass der Glaube für ihn Voraussetzung für eine Freundschaft sei, spreche er mit seinen Freunden „natürlich“ darüber, „weil der Glaube für mich die wichtigste Sache in meinem Leben ist“. Weiter bekannte Michael König:

„Ich habe auch noch nie verborgen, dass ich katholisch bin und dass ich Freude am Glauben habe. Glaube ist das größte Geschenk, das ich je bekommen habe.“

Diese zeige er auch nach außen, „ohne dies in irgendeiner Weise zu einer Bedingung zu machen“, so der Schauspieler. Neben dem Glauben hat für ihn Verlässlichkeit eine große Bedeutung in einer Freundschaft. Dazu betont er:

„Deswegen ist mein allerbester Freund der Herrgott. Jesus Christus und seine Mutter Maria sind für mich die wichtigsten Freunde.“

In der Beziehung zu Christus und zur Gottesmutter könne sich Liebe und Freundschaft „vollkommen frei entfalten“, weil ihre Zuwendung „frei von jedem Zweckdenken“ und „vollkommen frei“ sei. Dafür müsse er nichts tun, so König weiter.

Der Aufruf Jesu zur Freundschaft mit den Menschen (Joh 15,15) ist für ihn die Grundlage seiner Beziehung zu Gott, der uns in Jesus „auf Augenhöhe“ begegne. Weiter erklärte Michael König:

„Die Menschwerdung Gottes ist für mich der absolute Inbegriff von Freundschaft. Im Leben Jesu vereinen sich Liebe und Freundschaft.“

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, mit dem Jesus die Barmherzigkeit Gottes schildert, führt ihm vor Augen, wie bedingungslos und grenzenlos göttliche Liebe und Freundschaft ist. Dazu erklärt König weiter:

„Deswegen ist Gott für mich der bedeutendste Freund. Auf ihn kann ich vollkommen vertrauen. Er ist immer für mich da. Das ist das Schönste, was es gibt.“

Das war nicht immer so in seinem Leben. Im Zuge der 68-er Bewegung schwamm er mit dem Strom und trat aus der Kirche aus. Der Glaube habe in dieser Zeit „keine Rolle“ in seinem Leben gespielt. Rückblickend betrachtet, sei er über viele Jahre „den ganzen sozialistischen Flusen der 68er aufgesessen“, so König gegenüber Grandios.

Als er wieder zum Glauben zurück fand, trat er „nach langer und gründlicher Beschäftigung“ wieder in die katholische Kirche ein. Dabei war ihm wichtig, die „Nachfolge Christi wirklich ernst zu nehmen und mein Leben vom Glauben bestimmen zu lassen“, so König. Dazu habe er „autodidaktisch Theologie studiert“. Große Dankbarkeit empfindet er dabei auch für die Begegnung mit Priestern und Laien, die ihn lehrten, dass er auch mit Familie und fünf Kindern und „in ganz gewöhnlichen Lebensumständen sein Leben heiligen kann“.

So wie er selbst in jungen Jahren habe auch einer seiner Söhne, der Naturwissenschaftler ist, Probleme mit dem Glauben und sei gegenwärtig Agnostiker. Auch wenn es ihm weh tue, dass dieser seinen Glauben „gegenwärtig nicht teilen“ könne, lerne er durch dessen „Anfragen und Überlegungen“ weiter. Dadurch vertiefe sich sogar „vieles“ in seinem Glauben.

Das äußerst lesenswerte Interview mit Michael König gibt es unter

grandios.online

 

Anbei das Online-Interview von Tobias Liminski mit Michael König als Video: