Die Schriftstellerin Judith Hermann, die u.a. mit dem Kleist-, dem Friedrich-­Hölderlin- und dem ­Erich- Fried-Preis ausgezeichnet wurde, bezog aktuell im Magazin Chrismon in der Rubrik „Fragen an das Leben“ Stellung zu existenziellen Fragen wie etwa, in welchen Momenten sie sich lebendig fühlt, wie sie mit Krisen umgeht oder wie sie mit Einsamkeit umgeht. Dabei äußerte sie sich auch zu ihrem Gottesbild.

Zu ihrer Vorstellung von Gott sagte die 51-Jährige:

Ich möchte mir keine unverankerte Welt vorstellen. Ich möchte mir vorstellen, dass es für all diese nicht zu be­greifenden Dinge, die mir und uns geschehen, einen Grund gibt.“

Auch wenn sie keiner christlichen Konfession angehöre, gehe sie gerne in leere Kirchen. Dabei bevorzugt sie katholische Kirchen aufgrund der für sie besonderen Atmosphäre. Dazu begründet sie weiter:

„Ich gehe in die Kirche, wenn ich trostbedürftig, wenn ich erschöpft bin.“

Dadurch, dass sich im Kirchenraum ihre Gedanken konzentrieren und das Bedenken ihrer Not im Raum der Kirche ihre Gedanken „strukturiert“ und „erträglicher“ mache, findet sie Halt sowie eine gewisse Hoffnung, dass die schwierige Situation „ein Ende haben mag“.

Weiter brachte Judith Hermann im Chrismon-Interview zum Ausdruck, dass sie an ein Leben nach dem Tod glaubt. Dazu betonte sie:

„Ich kann nicht glauben, dass alles aufhört, wenn wir sterben.“

Wenn es ihr gelingt an eine Existenz nach dem Tod zu glauben, verliere der Gedanke an den Tod seinen Schrecken. Auch mit Blick in die Natur findet sie Anzeichen, dass es mehr als das Diesseits geben könnte.

Quelle: chrismon.evangelisch.de