Im Spiegel gaben aktuell drei Experten Auskunft zur Frage, wie groß der Einfluss es neuen päpstlichen Lehrschreibens „Fratelli Tutti“ in Kirche und Politik ist. Darunter auch der italienische Publizist, Soziologe und Gründer der internationalen Nachhaltigkeitsbewegung Slow Food Carlo Petrini, der sich selbst als Agnostiker bezeichnet.

In der Enzyklika von Papst Franziskus, in der dieser eine Vision von einer Weltgemeinschaft darlegt, die geschwisterlich die Kluft zwischen Arm und Reich, Gesundheitskrisen oder die Klimakrise angeht, sieht Carlo Petrini ein „radikales Dokument über den Zustand unserer Gesellschaft“ sowie einen „Schrei nach einer besseren Politik“.

Der 71-Jährige Agnostiker äußert dabei die Hoffnung, dass das Lehrschreiben des Papstes zu einer neuen Gesprächskultur beiträgt, die sich diametral von „verbaler Boshaftigkeit“ und „einer allgemeinen Beleidigungskultur“ unterscheidet, die in die Gesellschaft Einzug gefunden hat und im Fernsehduell zwischen Donald Trump und Joe Biden deutlich zutage getreten ist.

Petrini erkennt in Franziskus einen „Meister des Dialogs“, der unterschiedliche Meinungen respektiere und „die herausragende Fähigkeit [hat], sich mit Menschen auseinanderzusetzen, die anders denken als er“.

Nicht nur deshalb sieht Carlo Petrini in Papst Franziskus ein großes Vorbild. Auch sein konkreter Einsatz für eine bessere Welt imponiert ihn. Weiter erklärt Petrini:

„Von allen Führungsfiguren in der Welt ist Francesco ohne Frage die inspirierendste. Politiker aller Parteien sollten seine Enzyklika lesen.“

Carlo Petrini traf im Laufe der letzten Jahre Papst Franziskus mehrmals, um mit ihm über die Zukunft des Planeten zu sprechen, woraus auch sein das Buch „Terrafutura“ entstanden ist.

Quelle: spiegel.de