Der ehemalige Leichtathlet und heutige Jurist und Sportfunktionär Dr. Clemens Prokop sprach bei einer Fastenpredigt in der Basilika St. Emmeram in Regensburg über Leistungsdruck im Sport. Als Ehrenpräsident des deutschen Leichtathletikverbands, ehemaliger Nationalsportler und entschiedener Gegner des Dopings sprach er davon, wie im Leistungssport Tugend und Moral oft Ruhm und Erfolg untergeordnet werden. Für den 60-Jährigen ist eines klar:

„Ideale und Realität liegen im Spitzensport oftmals weit auseinander.“

Besonders vom Doping bleibe keine Sportart verschont. Viele würden mit leistungssteigernden Medikamenten selbst ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzten, um als Sieger hervorzugehen. Für Clemens Prokop gibt es einen einfachen Grund, warum so viele Sportler der Versuchung erliegen.

„Heute zählt nur noch der Erfolg, nicht länger der Weg dorthin.“

Dahinter stünden politische und ökonomische Interessen. Auch der Blickwinkel der Zuschauer habe hier seine Auswirkung:

„Die individuelle Leistung der Sportler erhält wenig Beachtung. Es zählt nur der Sieg.“

Abschließend appellierte Prokop:

„Besonders die Athleten sollen sich dem richtigen Ziel verpflichten und aktiv für die Ideale kämpfen.“

Während seiner Predigt ging Clemens Prokop auch auf den Zusammenhang zwischen Sport und Religion ein. Bereits in der Bibel nutzte der Apostel Paulus den Wettlauf als Anekdote, um die Adressaten seiner Korintherbriefe zum verstärkten Mühen um die christlichen Maßstäbe aufzurufen.

„Auch der moderne Sport besitzt viele religiöse Eigenschaften“,

sagte Prokop in seiner Predigt. Die Arenen seien fast wie Kathedralen, in denen Tausende unter Fangesängen zu den „Fußballgöttern“ aufblicken und auf dem Spielfeld „Wunder“ erleben können.

Quelle: mittelbayerische.de