Foto: Georges Biard, Ennio Morricone Cannes 2012, cropped, CC BY-SA 3.0

Der italienische Star-Komponist Ennio Morricone, der 2007 den Oscar für sein Lebenswerk sowie 2016 einen weiteren für die Musik zum Film The Hateful Eight erhielt, ist am frühen Montagmorgen in Rom im Alter von 91 Jahren gestorben. Berühmt wurde der Filmkomponist vor allem für seine Kompositionen für Klassiker des Italowestern wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Zwei glorreiche Halunken“, aber auch für US-Filme wie „Die Unbestechlichen“ oder „Bugsy“. Mit über 70 Millionen verkauften Tonträgern gehört Morricone zu den erfolgreichsten Musikern weltweit. Orientierung und Bodenhaftung gab ihm stets sein christlicher Glauben.

Die Tagespost berichtete zum Tod von Ennio Morricone, dass dieser sich Zeit seines Lebens Werken verbunden fühlte, die den christlichen Glauben als Grundlage hatten. So unterlegte er neben Bibelfilmen auch das Drama „Mission“ von Roland Joffé mit Musik, in welchem der Konflikt zwischen jesuitischen Missionaren und der säkularen Kolonialmacht im 18. Jahrhundert im Zentrum steht. In der Jesuitenkirche Il Gesù in Rom erlebte Morricones „Missa Papae Francisci“ im Jahr 2015 seine Uraufführung.

Im August 2009 gab Ennio Morricone dem Journalisten Edward Pentin für zenit.org ein Interview, in dem er über seinen katholischen Glauben und seine Musik sprach. Dazu sagte er u.a.:

„Wenn ich an einem religiösen Stück schreibe, trägt sicherlich mein Glaube viel dazu bei.“

Darüber hinaus gebe es in ihm eine Spiritualität, die in seinen Kompositionen immer durchscheine. Er wolle das nicht explizit so haben, er fühle es nur einfach, so Morricone.

Weiter erklärte der Star-Komponist damals:

„Weil ich ein gläubiger Mensch bin, ist dieser Glaube wohl immer bei mir, aber das müssen andere merken, die Musikwissenschaftler und diejenigen, die nicht nur die Musikstücke analysieren, sondern auch ein Verständnis für mein Wesen haben, für das Heilige und das Mystische.“

Er sei davon überzeugt, dass Gott ihm helfe, „eine gute Komposition zu schreiben – aber das ist eine andere Geschichte“, betonte Morricone des Weitern.

Mit einer zu Herzen gehenden Beileidsbekundung zum Tod von Ennio Morricone nahm der päpstliche Kulturbeauftragte, Kurienkardinal Gianfranco Ravasi Bezug zum Göttlichen in Morricone’s musikalischen Wirken. Auf Twitter schrieb Ravasi am Montag: „Ich vertraue ihn Gott an, auf dass er ihn in die himmlische Harmonie aufnimmt.“ Vielleicht beauftrage Gott ihn „mit einer Partitur, auszuführen von den Engelchören“, ergänzte Ravasi mit einem tröstlichen Bild seine Beileidsbekundung.

Im April 2019 zeichnete Gianfranco Ravasi in seiner Funktion als Präsident des Päpstlichen Rats für die Kultur Ennio Morricone im Auftrag von Papst Franziskus mit der Goldenen Pontifikatsmedaille aus.

In der Nacht zum 06.07.2020 starb Ennio Morricone im Alter von 91 Jahren in einer Klinik in Rom, wie italienische Medien berichteten. Er sei „getröstet durch den Glauben“ und „bis zum letzten Augenblick völlig klar und von großer Würde“ gewesen, so zitierten die Medien aus einer Mitteilung des Anwalts Giorgio Assuma, einem Freund der Familie.

Ganz in diesem Sinne schrieb Die Tagespost zum Tod von Ennio Morricone: „Dem katholischen Glauben blieb er sein Leben lang verbunden.“

Quellen: bild.de, zenit.org, die-tagespost.de, jesus.ch, ntv.de