Der mehrfach Oscar-nominierte Regisseur Wim Wenders (u.a. „Buena Visat Social Club“) war „ziemlich überrascht“, als Ende 2013 ein Schreiben mit dem Briefkopf des Vatikan bei ihm eintraf. Das Angebot: einen Film über den neugewählten Papst zu machen. Nun kommt der Film mit dem Titel „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ am 14. Juni in die deutschen Kinos.

Wim Wenders ist selbst gläubiger Christ. Seinen Werdegang über Umwege im Glauben schilderte er in den vergangenen Jahren in verschiedenen Interviews.

Wenders wurde christlich erzogen, wendete sich aber im Erwachsenenalter vom Glauben ab. Dazu sagte er:

„Ich bin gläubig aufgewachsen und dann kam das Kino, Rock n‘ Roll, 68, der Sozialismus, die Psychoanalyse und Gott weiß was alles dazwischen.“

Das habe dann 20 Jahre „Suche und viele Reisen hervorgerufen“ und brachte ihn zur Erkenntnis, dass seine spirituelle Heimat im christlichen Glauben liegt, wie er in einem Interview mit der Journalistin Isabelle Hofmann verriet.

Seinen Weg im Glauben beschrieb er einmal so:

„Ich erinnere mich, wie ich versuchsweise wieder zu beten begann. Ich erinnere mich, wie es mich langsam veränderte. Ich erinnere mich, wie ich weinte, als ich merkte, dass ich endlich heimgekommen war. Als ich fühlte, wiedergefunden zu sein.“

Und weiter:

„Und wie sich dieses Gefühl langsam in eine Gewissheit verwandelte. Ja, eine Gewissheit.“

Für Wenders ist eine Entstehung des Menschen aus Zufall unvorstellbar. Dazu äußerte er:

„Sich den menschlichen Geist, das Leben überhaupt vorzustellen, ohne dass es uns jemand reingefunkt hat, ist mir undenkbar.“

In der Bibel fand er Antworten auf seine Fragen nach dem Schöpfer. Heute ist die Bibel für ihn „das wichtigste Buch“. In einem Gespräch mit Dirk von Nayhauß im Jahr 2008 im Magazin Chrismon sagte Wenders, dass Gott sich im Neuen Testament „auf unglaublich großzügige, grenzenlos liebevolle Weise“ manifestiere. Das Neue Testament bezeichnete er als „atemberaubend“. Es eröffne „nur Möglichkeiten“ und er verbinde es mit „keinerlei Einengungen“. Weiter beschreibt er das Gottesbild, das er in der Bibel entdeckt hat, folgendermaßen:

„Das ist kein abstrakter Gott. Sein Wesen kann ich heute spüren. Nicht nur beim Beten. Auch das Licht erlebe ich oft als eine Nähe Gottes, und jeden Akt von Freundlichkeit oder Brüderlichkeit unter Menschen.“

„Gott spüren zu können“ sei eine „kindliche Fähigkeit“, die vielen Menschen beim Erwachsenwerden verloren ginge. Diesbezüglich meine er nicht eine naive Form von Glauben, sondern

„dieses Grundvertrauen in ein Gehörtwerden, sich von Gott gesehen und erkannt zu wissen“.

Er habe in seinem Leben Antworten auf Gebete bekommen, und das gerade in Situationen und Lebensmomenten, bei denen er „niemanden anderen mehr fragen konnte“.

Bezüglich seines Wegs zurück zum Glauben hält Wim Wenders fest:

„Eine lange Zeit meines Lebens war ich fern von Gott, deshalb erinnere ich mich an seine Abwesenheit. Nein, es so zu sagen ist verkehrt. Er war nicht abwesend, ich war es.“

Quellen: chrismon.evangelisch.de, kultur-port.de, livenet.de, zeitzubeten.com, jesus.ch