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Der Unternehmer Wolfgang Grupp, der Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, ist ein Mann mit klaren Prinzipien. Orientierung gibt ihm dabei auch sein Glaube. Bei diesjährigen digitalen Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF/18.–19. Juni) wird der 79-Jährige als Referent vertreten sein.

Wie die evangelische Nachrichtenagentur Idea, die den Kongress veranstaltet, berichtet, gibt dem gläubigen Katholiken die Verbindung zu Gott Orientierung in seinem Handeln. Dazu erklärt Wolfgang Grupp:

„Mir geht es vor allem darum zu wissen, dass auch in guten Zeiten die Bäume nicht in den Himmel wachsen und man auch in solchen Zeiten demütig und dankbar sein sollte.“

Ein Handeln nach dem Motto „Nach mir die Sinnflut“ ist die Sache von Wolfgang Grupp nicht, was er gegenüber Idea wie folgt zum Ausdruck bringt:

„Ich bin überzeugt, dass wir irgendwann Rechenschaft darüber ablegen müssen, was wir in diesem Leben gemacht haben.“

Als Wolfgang Grupp letztes Jahr neben elf weiteren Prominenten für einen Beitrag in der Zeitung Wellt am Sonntag (WamS) unter dem Titel „Denn dein ist die Kraft“ nach seinem persönlichem Gebets- und Glaubensleben gefragt wurde, schilderte der frühere Schüler des Jesuitenkollegs Sankt Blasien im Schwarzwald, dass er sich jeden Morgen nach dem Frühsport in die hauseigene Kapelle zurückzieht, um zu beten. Dazu berichtete er:

„Ich versuche Dank zu sagen dafür, dass es meiner Familie und mir nicht schlecht geht und wir gesund sind.“

Die tägliche Gebetspraxis gibt dem Unternehmer Besinnung und Konzentration, wobei er aus Respekt und Anstand vor dem Herrn auch beim Beten die modische Etikette wahrt. Diesbezüglich betonte er:

„Es versteht sich von selbst, dass ich nicht mit Jeans und offenem Hemd vor Gott trete, weder in der Kirche noch zu Hause.“

Weiter erklärte Grupp, dass es ihn störe, wenn Menschen nur in der Not ans Beten denken. Die Politik mache das vor, wenn „es nur einen Trauergottesdienst gibt, wenn ein großes Leid passiert ist“. Vielmehr appellierte an Kirchen und Politik, häufiger Dankgottesdienste zu feiern, „wenn zum Beispiel die Wirtschaft einen nicht erwarteten Boom hatte“.

Bereits im Jahr 2002 berichtete die Journalistin Martina Goy in der Zeitung Die Welt mit dem Titel „Mit Gott und Butler in Burladingen“ über den Glauben und grundlegende Werte von Wolfgang Grupp, den sie einleitend als „eine Nummer für sich“ beschrieb, die „mit ehernen Prinzipien und eigener Kapelle (…) über sein Reich“ herrsche. Dabei berichtete sie auch über dessen Gebetspraxis in seiner privaten Kapelle. Die Sehnsucht nach einem solchen heiligen Ort in den eigenen vier Wänden entwickelte sich bei Grupp bereits in dre Kindheit, als er im Internat aus starkes Heimweh hatte und er in seiner Not und Einsamkeit unter Tränen jeden Morgen in die Schulkapelle ging und den Beistand Gottes suchte. Damals wurde ihm klar, dass er in seinem eigenen Haus einmal, eine eigenen Hauskapelle haben wollte, „weil mir die Zwiesprache mit Gott Kraft gibt“, so der Unternehmer von der Schwäbischen Alb.

Auch in der TV-Sendung „N24-Um Gottes Willen“ erzählte Wolfgang Grupp im Gespräch mit Bruder Paulus Terwitte, dass er seine Kraft aus der Zwiesprache mit Gott zieht. Dabei betonte er auch den Wert der Familie, die für ihn das Höchste bedeutet: Seine Frau und die beiden Kinder. Auch sein Unternehmen sieht er als „Betriebsfamilie“, in der der persönliche Umgang und der Wert des Vertrauens eine hohe Bedeutung hat. So berichtete Wolfgang Grupp im Interview mit Bruder Paulus, dass konsequent niedriger Verwaltungsaufwand und optimale Ausnutzung der Ressourcen der eine Schwerpunkt seiner Unternehmensphilosophie ist, der andere sind seine Mitarbeiter, für die er als Chef jederzeit ansprechbar ist. Von ihnen verlangt er vollen Einsatz und volles Vertrauen, sie können gleiches aber auch von ihm erwarten.

Im April 2017 berichtete die Augsburger Allgemeine zum 75. Geburtstag von Wolfgang Grupp mit der Headline „Der Mann mit dem Affen glaubt an Gott“ über dessen Glauben als Wegweiser im Leben. Dabei erklärte der gläubiger Katholik auch, dass er keine Angst vor dem Tod habe.

Wie Idea aktuell berichtet, gibt ihm sein Glaube aber auch mit Blick auf das Diesseits Halt und Klarheit, privat wie beruflich. So ist für ihn neben der Leistung eine dankbare Grundhaltung und der Wert des Anstands wichtig. Gerade am Anstand mangele es seiner Ansicht nach in Wirtschaft und Gesellschaft, was er an der abnehmenden Bedeutung guter Umgangsformen erkennt.

Mit dem Wert des Anstandes stellt er sein Unternehmen auch nach außen dar. So wirbt der Unternehmer aus Burladingen auf der Schwäbischen Alb mit seiner Textilmarke Trigema seit Jahrzehnten dafür, dass alles in heimischer Produktion entsteht, und dass er seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei auch noch angemessen bezahlen kann. In den vergangenen 51 Jahren seit Übernahme des Familienbetriebes habe er weder Entlassungen noch Kurzarbeit anordnen müssen und den Kindern von Betriebsangehörigen einen Arbeitsplatz garantieren können.

Neben der ethischen Komponente ist Grupp’s Ansatz gerade in Zeiten, in denen die Corona-Pandemie verdeutlicht, dass all zuviel Abhängigkeit in der Produktion von Waren problematisch werden kann, wenn die Globalisierung zum Stillstand kommt, auch aus ökonomischer Perspektive ein nachdenkenswertes Modell.

Quellen: idea.de, welt.de (1), welt.de (2), augsburger-allgemeine.de, erf.de, katholisch.de