In einem Kommentar zur Politikverdrossenheit beklagt der Journalist Frédéric Schwilden in der Welt, dass die Politik verlernt habe, dass Göttliche zu sehen, was sich auch auf die Gesellschaft übertrage.

Einleitend schreibt er:

„Die deutsche Gesellschaft glaubt nicht mehr an Gott. Sie glaubt an Yoga, die 30-Stunden-Woche, die ‚Ice Bucket Challenge‘ oder an Sophia Thomalla. Was für ein Fehler. Denn besonders die Politik braucht wieder mehr Göttliches.“

Und an anderer Stelle:

„Wenn’s gut läuft, glauben wir an die Notwendigkeit der Petition von deutschen Schauspielerinnen, keine High Heels mehr zu tragen. Sollen das unsere Träume sein? Soll das unser Glaube sein?“

Besonders spannend wird es in dem lesenswerten Kommentar, wenn sich Schwilden zu seinem persönlichen Glauben positioniert. So schreibt er, wie geschockt seine Freunde waren, als er seinen Sohn katholisch taufen ließ, und er mit den üblichen Vorwürfen von Kreuzzügen über Kindesmissbrauch bis hin zu Tebartz van Elst konfrontiert wurde.

Bei seinem Glauben spielt vor allem der Wille eine große Rolle:

„Ich bin mir selbst nicht sicher, ob ich an Gott glaube. Aber ich will es. Ich will den Erlöser. Den Todesüberwinder. Den Heiland. Ich will den, der in den Himmel fährt.“

Und an anderer Stelle schreibt er:

„Ich will den brennenden Dornbusch. Ich will die Trompeten von Jericho. Ich will die Götterdämmerung.“

Genau deshalb habe er und seine Frau ihren Sohn auch taufen lassen.

„Weil wir wollen, dass er glauben kann. Weil wir wollen, dass er mehr sehen kann. Weil wir wollen, dass er träumen kann. Weil wir wollen, dass er den Himmel auf Erden findet oder schafft.“

Den kompletten Artikel, in dem Frédéric Schwilden weiter darlegt, wo das Göttliche in der Politik fehlt und wie es verloren ging, gibt’s unter welt.de