Foto: Christoph Müller, Wolfgang Thierse Berlin08, CC BY-SA 3.0

Der SPD-Politiker und ehemalige Präsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse erklärte gegenüber domradio.de, dass der Erfolg der friedlichen Revolution im Herbst 1989 wesentlich den Christen und Kirchen anzurechnen sei. Die Kirchen seien ein Ort der Freiheit in einem unfreien Land gewesen, so der 76-jährige weiter.

Wolfgang Thierse, der als engagierter Katholik selbst sein Leben im Glauben gestaltet, betonte im Interview mit domradio.de:

„Ohne die Kirchen wäre die friedlliche Revolution in der DDR nicht möglich gewesen.“

Zu seinen Erfahrungen von damals sagte er u.a.:

„Wie oft haben wir uns in diesem Herbst 1989 in den Kirchen versammelt. Nach erregten, heftigen Debatten haben wir miteinander gesungen, dona nobis pacem – immer leiser.“

Wie mdr.de im Mai 2019 berichtete, habe Wolfgang Thierse mit seinem katholischen Glauben nie hinter dem Berg gehalten und verbinde sein gesellschaftliches Engagement ‚damals wie heute mit seinem Glauben‘, so dass er in Debatten seinen Standpunkt oft mit seinem Selbstverständnis als Christ begründe und sowohl im hohen Amt als auch als Normalbürger an Werte apelliere, die für ihn unerlässliche Grundlagen bilden.

Weiter wird berichtet, dass Thierse den christlichen Glauben sowie Religion überhaupt als „Einweisung in gutes, richtiges und sinnvolles Leben“ bezeichnet. Dazu erklärte der SPD-Politiker:

„Der Einsatz fürs Gemeinwohl, der Dienst an der Gemeinschaft, das ist, glaube ich, christlicher Auftrag, das ist Konsequenz aus christlichem Glauben. Es gibt Nächstenliebe nicht bloß als Privatissimum.“

Im Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit erklärte Wolfgang Thierse ausführlich, warum aus seiner Sicht ohne Glauben kein Staat zu machen sei. Dabei äußerte er auch, warum er sein Christsein für ihnauch in seinem Amt als Politiker bedeutend ist:

„Ich bin zugleich Politiker und Christ. Das lässt sich nicht trennen. Was ich glaube, ist meine persönliche Sache, aber das kann ich doch nicht von dem fernhalten, was ich als Politiker tue, sage, entscheide.“

Im Januar 2017 beschrieb Wolfgang Thierse im Gespräch mit Christoph Irion, dem Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, dass ihn der Glaube an Gott auch erdet. Dazu sagte er:

„Mir hat immer geholfen, dass man als Christ doch lernt: Politik ist nicht alles.“

Weiter betonte er:

„Religion ist niemals nur Privatsache.“

Vielmehr verfälsche man den christlichen Glauben, „wenn man ihn in die Privatsphäre zurückdrängen“ wolle.

Quellen: domradio.de, facebook.com, mdr.de, zeit.de, pro-medienmagazin.de