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Pater Kreitmeir: „Der Himmel ist irgendwie die letzte große Sehnsucht des Menschen“

In seiner Predigt zu Christi Himmelfahrt 2026 (Lesung: Apg 1, 1-11; Evangelium: Mt 28, 16-20) beschreibt unser geistlicher Begleiter Pater Christoph Kreitmeir den Himmel als Ort unserer großen Sehnsucht.

 

Anbei die Worte der Predigt von Pater Kreitmeir als Audio-Datei und anschließend im Textformat:

 

 

 

Seit die Jünger Christi bei der Himmelfahrt des Herrn zum Himmel blickten, hat sich am Himmel einiges getan: Unsere Zeit, die sogenannte Moderne, hat ihn entzaubert. Und nicht nur ihn … auch unseren Glauben hat sie entleert … eigentlich irgendwie alles …

Gelebter Glaube, also ein Glaube, der praktizierend den Himmel mit der Erde verbindet und sich dabei an Jesus Christus hält, so ein Glaube hat eine gewisse Resistenz und Widerstandskraft gegenüber Leere, Sinnlosigkeit und Resignation.

Gläubige Christen fragen sich aber dennoch heutzutage nicht nur am Hochfest Christi Himmelfahrt: Wohin geht die Reise denn wirklich, wenn wir Jesus dorthin, wo er aufgenommen wurde, folgen wollen?

Die Bilder der Bibel vom Reich Gottes oder vom Himmelreich sind wenige. Jesus beschreibt für die Hungernden ein Gastmahl, für die Armen einen Schatz im Acker, für die Einsamen ein Hochzeitsfest. Er spricht vom Sauerteig und vom Senfkorn: Alles Beschreibungen von Fülle, von Erfüllung und von Trost.

Und wie ist es mit dem Himmel?

Diese von Jesus verwendeten „Bilder“ sprechen uns heute nicht mehr alle an. Was fangen Satte noch mit einem Gastmahl an. Die Perle finden wir beim Juwelier. Geld macht’s möglich. Wir suchen auch keinen Schatz im Acker. Bleibt überhaupt noch etwas übrig, das wir nicht schon von diesem Himmel auf Erden hätten?

Ja, es gibt offene Fragen, die wir alle mit uns herumtragen.

Ja, wir wünschen uns schon die eine oder andere Antwort.

Auch die Erfüllung von Wünschen, von denen wir spüren, dass unsere Welt sie nie erfüllen wird, ist lebendig.

Und manchmal haben wir Ahnungen von Glücksgefühl und Freude und von Geborgenheit, die uns wie ein Vorgeschmack des Himmels vorkommen.

Zu-Hause-sein, Heimat, Geborgenheit, das sind Gefühle unserer Seele und unserer Sehnsucht.

Unser eigentliches Zuhause ist nicht ein bestimmter Ort, sondern ein bestimmter Zustand. Ich bin dort zu Hause, wo ich verstanden werde, wo ich Zuwendung und Freundschaft erfahre. Mit anderen Worten: Ich bin dort zu Hause, wo ich glücklich bin.

Für Jesus ist der Zustand frohen und liebevollen Zusammenseins aller beim Vater der HIMMEL.

Die Himmelfahrt ist somit der Weg zum Vater. Auf diesem Weg ist Jesus uns voraus gegangen, um uns eine ewige Heimat, ein ewiges Zuhause zu bereiten. Es ist gut, dass wir wissen, wohin wir gehören, und unsere Sehnsucht uns immer wieder daran erinnert.

Wir alle haben Sehnsucht nach einem dauerhaften Glück und den Wunsch nach grenzenloser Freude. Dass wir nach allem Auf und Ab unseres Lebens Daheim gut ankommen, dass wir heimkommen bei unserem Schöpfer, dass wir endlich einmal Wärme, Liebe und Freude im Übermaß haben.

Der Himmel ist irgendwie die letzte große Sehnsucht des Menschen.

Alles beginnt mit der SEHNSUCHT, so dichtete Nelly Sachs einmal. Der auferstandene Christus ist die Antwort auf diese Sehnsucht. Er hat segnend Abschied von seinen Jüngern genommen, um dann neu und geistig allgegenwärtig wieder bei ihnen zu sein. Segen bedeutet vor allem die Zusage von Lebensfülle und Lebenskraft.

Wir Christen gehen unseren Lebensweg im Blick auf Jesus Christus.

Wir wissen um unser Ziel und die Sehnsucht nach IHM und nach dem HIMMEL und dies lässt uns aktiv und hoffnungsvoll unser Leben gestalten. In seiner Nähe, mit seiner Nähe, die wir im Herzen tragen dürfen. Dann kommt Sinn und Ziel in unser Leben und der Weg zum Himmel ist frei. Amen.