Albrecht Kellner: „Die Frage woher die Naturgesetze kommen, ist keine naturwissenschaftliche Zielsetzung“
Dr. rer. nat. Albrecht Kellner, 1945 in Swakopmund (Namibia) geboren und dort aufgewachsen, studierte von 1965 bis 1970 Physik an der Universität Göttingen. Nach langer intensiver Suche nach dem Sinn des Lebens kam er während eines Post-Graduate-Studienjahres in San Diego zum Glauben an Jesus Christus (wir berichteten). Danach kehrte er nach Deutschland zurück, promovierte über ein Thema der Allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins und war anschließend bei der Firma Interatom im Bereich „Störfallanalysen Schneller Brüter“ und danach über zwanzig Jahre als Manager bei der internationalen Raumfahrtfirma „Astrium Space Transportation“ beschäftigt (heute ein Geschäftsbereich der „Airbus Defence & Space“), zuletzt als stellv. Technischer Direktor. Er ist Buchautor und gefragter Referent in Deutschland, Österreich und der Schweiz, speziell zum Thema Naturwissenschaft und christlicher Glaube. Kürzlich hielt Albrecht Kellner einen Vortrag im Kirchgemeindehaus Hörli im schweizerischen Teufen. Im Vorfeld sprach er im Interview mit der Tüüfner Post über den Sinn des Lebens und Fragen, die im Bereich der Metaphysik liegen.
Albrecht Kellner zeigt sich gegenüber der Tüüfner Post überzeugt, dass jeder Mensch nach einem sinnerfüllten Leben strebe. Dabei gehe es seiner Meinung nicht darum, den Sinn im Vergänglichen zu suchen, weil „über diesen Sinngebungen immer das Damoklesschwert des Verlustes und des damit verbundenen Leids“ schweben würde. Dass am „Anhaften“ am Vergänglichen die Ursache allen Leids liege, habe der Buddhismus bereits früh erkannt, merkt der Physiker an und betont, dass es bei der Sinnsuche darum gehe, einen „endgültigen, unveränderlichen Sinn“ zu entdecken.
Kellner schildert, dass er diese Art von Sinn im Christsein gefunden habe, das sich für ihn durch „eine innere Erfahrung“ und dem Erleben von Gemeinschaft mit Menschen auszeichne, „die von dieser gleichen Wahrheitserkenntnis beseelt sind“. An anderer Stelle des Interviews sagt er diesbezüglich:
„Wenn man die Erfahrung des eigentlichen Christseins macht, dann ist das Sinn des Lebens pur.“
Als befreiend beschreibt Albrecht Kellner die Botschaft des Evangeliums, die er explizit von Religion unterscheidet. Während es in Religionen darum gehe „durch eigenes religiöses Tun“ wie etwa Meditation oder dem Einhalten von religiösen Gesetzen „alle Schuld zu bereinigen und dadurch eine Akzeptanz bei Gott zu erarbeiten (z.B. im Judentum und Islam) oder eine Loslösung von allem Leid zu erreichen (z. B. im Buddhismus und Hinduismus)“ sei die Botschaft des Evangeliums, dass „in Jesus Christus am Kreuz alle Schuld bezahlt“ sei. Dies sei „etwas völlig anderes“ als Religion, zeigt sich Albrecht Kellner im Interview mit der Tüüfner Post überzeugt. Weiter merkt er an, dass es bedauerlich sei, wenn die Botschaft des Evangeliums in Gemeinden „meist infolge menschlicher Machtansprüche an Stelle des Gebotes der Nächstenliebe“ konterkariert werde. Aber selbst das könne die Botschaft des Evangeliums nicht aufhalten, betont Kellner mit Blick auf die Früchte, die das Evangelium hervorgebracht hat und fortlaufend hervorbringt.
Auch zum weitläufigen Missverständnis, dass sich Glaube und Naturwissenschaft ausschließen würde, äußerte sich Alberecht Kellner gegenüber der Tüüfner Post. Dabei betont der Physiker, dass mit der naturwissenschaftlichen Methodik Naturgesetze entdeckt werden, über deren Genialität man staunen könne. Weiter erklärt er, dass die Frage nach dem Woher der Naturgesetze und was diese mit dem Sinn unseres Lebens zu tun haben, keine naturwissenschaftliche Zielsetzung und somit auch nicht ihr Ergebnis sei. Dazu betont Kellner:
„Dass die Physik die Absicht hat oder haben könnte, den Ursprung der Naturgesetze zu ergründen, ist tatsächlich ein Missverständnis.“
Naturwissenschaftliches Vorgehen bestehe darin, „das Verhalten der Natur zu erforschen“ und die naturwissenschaftliche Methodik liege wiederum darin, „dieses in mathematischen Modellen zu beschreiben“, erklärt der Physiker und macht deutlich, dass die Naturwissenschaft keine Antwort auf die Frage, warum die Naturgesetze existieren, geben könne. Die Frage nach dem Woher der Naturgesetze sei „Gegenstand der Metaphysik“, betont Kellner.
Danach gefragt, was Menschen in einer Welt, die sich im Umbruch, mit Krieg, politischer Verwirrungen und Unsicherheit befinde, Hoffnung geben könne, schildert Albrecht Kellner, dass es darum gehe, dass eigene Ego hinten anzustellen und eine Sehnsucht zu verspüren, die Barriere zwischen sich und Gott zu bereinigen. Wenn dies geschehe, erfahre der Mensch „eine vorher nicht bekannte Geborgenheit in der Liebe Gottes, einen Frieden, der ihn immun macht gegen diese äußeren Bedrohungen einer egoistischen Welt“, zeigt sich der Physiker überzeugt. Dies sei in einem wachstümlichen Prozess „real erfahrbar“ und diese Erfahrung wünsche er allen Menschen, konstatiert Kellner und empfiehlt, sich für den Glauben an Gott zu entscheiden und im Lesen der Bibel mehr über IHN zu erfahren.
Quelle: tposcht.ch
Hinweis: Im Mai 2022 sprach Albrecht Kellner im PromisGlauben-Interview über seinen Weg zum Glauben, moderne Physik und warum Jesus Christus mehr helfen kann als ein Personaltrainer.


