Andreas Gabalier: „Ich bin vom lieben Herrgott mit Gaben reichlich beschenkt worden“

Der österreichische Musiker Andreas Gabalier, der mit dem Volks-Rock’n’Roll eine eigene Musikrichtung kreiert hat, sprach aktuell im Interview mit MeinBezirk.at über Trauer und Erfolge. Dabei zeigte sich der 38-Jährige dankbar und demütig. Sein Talent sieht er als gottgegeben an.

2009 veröffentlichte Andreas Gabalier im Alter von seinerzeit 24 Jahren mit dem Lied „Amoi seh‘ ma uns wieder“ einen Song über Abschied, Verlust und Trauer. Damit verarbeitete der Sänger zwei dramatische Ereignisse und verlieh seiner Hoffnung über ein Leben nach dem Tod Ausdruck. 2006 hatte sich sein Vater das Leben genommen. Zwei Jahre später beendete die jüngere Schwester von Andreas Gabalier durch Suizid ihr Leben.

Dass ihm neben der Musik auch sein Glaube Halt gab, um mit diesen Ereignissen umzugehen, erklärte Andreas Gabalier bereits in früheren Interviews (wir berichteten).

Der YouTuber Philipp Mickenbecker, der 2021 im Alter von 23 Jahren seiner Krebserkrankung erlag, erklärte im Umgang mit seiner Erkrankung, dass sich eine neue Perspektive ergibt, wenn man aufhört nach dem Warum zu fragen und vielmehr das Wozu in den Blick nimmt (wir berichteten).

Gegenüber MeinBezirk.at brachte nun Andreas Gabalier zum Ausdruck, dass auch bei ihm diese Perspektive in den Vordergrund rückte. Danach gefragt, was es mit ihm mache, wenn er vor 100.000 Menschen wie bei seinem Konzert 2022 im Münchner Olympiastadion auf die Bühne gehe, antwortete der Sänger, dass es ihn erfülle, was er wie folgt begründet:

„Es ist so schön zu sehen, was aus diesem ursprünglichen familiären Rückschlag durch den Verlust meines Vaters, meiner kleinen Schwester, wurde.“

Zu sehen was seit dem Erlernen des ersten Instruments über die Jahrzehnte entstanden ist, lässt Gabalier demütig darauf zurückblicken.

Sein Talent sieht er als gottgegeben. Auf die Frage im WordRap-Bogen, welche Gaben er gerne haben würde, sagte der Volks-Rock’n’Roller:

„Ich bin vom lieben Herrgott mit Gaben reichlich beschenkt worden. Für einen Menschen genügt es.“

Dass er aus den persönlichen Tiefs in seinem Leben herausgefunden hat, hat mit seiner Sicht auf das Leben zu tun. Dazu sagte er:

„Das ist das Leben. Auch in meinem Fall.“

Je älter man werde, umso mehr könne man erkennen, „dass es eigentlich in fast allen Familien irgendwo Probleme gibt“ und „es nirgendwo ganz rund läuft“. Mit Blick auf sein Leben schilderte Gabalier:

„Die Verluste meines Vaters und meiner kleinen Schwester waren natürlich hart. Das hat Zeit gebraucht, viele Freunde, vielleicht auch die Musik.“

Dass aus seinem „musikalischen Hobby“ eine Berufung wurde und er damit „vielleicht diese Trauer, diesen Verlust, diesen Schmerz so wettgemacht“ habe, gehöre „zum Leben wahrscheinlich einfach dazu“, interpretierte der Sänger die Umstände seines Lebens.

Des Weiteren hebt Andreas Gabalier voller Dankbarkeit hervor:

„Ich habe in meinem Leben ein riesengroßes Glück mitbekommen. Warum auch immer dem so ist.“

So habe er „von Kindheit an immer liebe Leute um mich gehabt“ und habe „unglaublich herzliche familiäre Verhältnisse“ erfahren. Als prägend benennt er das Aufwachsen in einer Großverwandtschaft „mit so unterschiedlicher Vielfalt in deren Charakterzügen“ sowie die geographische Beheimatung, einen nachhaltigen Freundeskreis und „prägende Lehrer aus der Schulzeit“, die ihm für seinen Lebensweg „sehr viel mitgegeben“ hätten. Darauf blickend betont der 38-Jährige:

„Ich habe einfach immer nur liebe Leute an mich herangelassen, die es gut mit mir gemeint haben.“

Im Gegensatz dazu zeigt sich Andreas Gabalier betroffen über die aktuelle Spaltung der Gesellschaft. Im Interview mit puls24.at erklärte er Anfang Oktober 2023, dass er es „traurig“ finde, „dass die Gesellschaft so gespalten ist“. In diesem Kontext betont der Sänger:

„Dieses Draufhauen auf alles, was nicht deinem Weltbild entspricht, das ist sehr krass geworden.“

Es sei ihm ein „Anliegen, die Leute zusammenzubringen“. Zu seiner Motivation für sein künstlerisches Schaffen sagte der Volks-Rock’n’Roller:

„Das Ziel war und ist nie das Geld. Meine Karriere entstand aus harten Rückschlägen in der Familie, die Musik hat mir die Lebensfreude zurückgegeben. Ich brenne für meine Berufung!“

Quellen: meinbezirk.at, plus24.at

Anbei der Gabalier-Song „Amoi seh‘ ma uns wieder“ – ein Lied voller Auferstehungshoffnung: