Foto: Bastian Sick, 2012-08-11 Bastian Sick, CC0 1.0

In seiner Buchreihe „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ deckt Bastian Sick seit 13 Jahren grammatische Eigenheiten und stilistische Fallen der deutschen Sprache auf. Im Interview mit dem christlichen Medienmagazin Pro sprach er nun auch über seinen Glauben, warum er wieder in die Kirche eingetreten ist und Gender-Wahn in Kirchenliedern.

Die Bibel hat für seinen Glauben seit Kindertagen ein große Bedeutung. Er lese „häufig sogar“ in ihr. Als Kind habe er die Geschichten des Alten Testaments „sehr geliebt“, insbesondere Jona und der Wal oder Jakob und seine Söhne und die Flucht von Mose aus Ägypten.

„Später habe ich aber gesehen, dass die eigentliche Kraft der Bibel im Neuen Testament liegt, in den Worten Jesu.“

Auf die Frage, warum er in seiner Biografie ein Bild von seiner Taufe aufführt und er dieses Ereignis explizit erwähne, antwortet Bastian Sick:

„Getauft zu sein bedeutet mir etwas, das ist mir wichtig. Und Mitglied der Kirche zu sein – inzwischen wieder, ich war es auch mal eine Zeitlang nicht.“

In seiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit sei ihm die Kirche zu konservativ vorgekommen, weshalb er ausgetreten sei:

„Dort fand ich nicht mehr die Antworten auf die Fragen meines Lebens.“

Er habe seine Sexualität und das Lotterleben eines Studenten entdeckt, wo nicht viel Platz für die Kirche blieb. Und weiter sagt er:

„Als ich älter geworden bin, habe ich festgestellt, dass die Kirche aus Menschen besteht. Viele Menschen, die ich mag, gehen in die Kirche und sprechen darüber. Das hat mich dazu gebracht, mich wieder mehr damit zu beschäftigen.

Als er das Patenamt einer seiner Nichten antreten sollte, habe er sich sehr darüber gefreut. Das sei dann für ihn der Anlass gewesen, wieder in die evangelische Kirche einzutreten.

Schon als Kind sang Bastian Sick im Kirchenchor. Auch heute berühren ihn Kirchenlieder wie „Großer Gott wir loben dich“ oder „O du fröhliche“ ganz besonders. Bezugnehmend auf diese beiden Lieder sagt er u. a.:

„Wenn unsere Chorleiterin, die auch unsere Organistin war, in der letzten Strophe alle Register der Orgel zog und es dann wirklich vibrierte und alle aufstanden, hatte ich Tränen in den Augen. Nicht nur bei diesem Lied, sondern auch bei „O du fröhliche“. Das war unwahrscheinlich schön.“

Was ihn stört, ist die Veränderung von Kirchenlieder sowohl musikalisch als auch textlich. Dass manche Textzeilen umformuliert wurden, indem weibliche Formen aufgenommen wurden, zum Teil zulasten des Reimes oder der Grammatik, findet Bastian Sick „bedenklich“. Gerade wenn man „aus politischen Gründen Sprache manipuliert und auch Kunst dadurch verändert.“ Er sei „hundertprozentig für die Gleichstellung von Frauen“ und plädiert für den gleichen Verdienst bei gleichwertiger Tätigkeit und Position.

„Aber dieses zwanghafte ‚Wir müssen überall die weiblichen Formen einführen’… Wir dürfen nicht mehr von Studenten reden, weil damit die Studentinnen angeblich unterschlagen werden. Das stimmt nicht. Das grammatische Geschlecht ist nicht gleichbedeutend mit dem natürlichen, biologischen Geschlecht. Nehmen Sie das Wort „die Person“. Das ist weiblich. Sind Männer keine Personen? Das ist vollkommener Quatsch. Da ist die Sprache zum Instrument der Politik gemacht worden. Immer, wenn das passiert, werde ich äußerst skeptisch.“

Damit die Kirche auch heute wieder mehr Gehör findet, rät Bastian Sick dazu, sich auf die Traditionen zu besinnen und „nicht jeden modischen Quatsch“ mitzumachen. Natürlich müsse sich die Kirche auch anpassen und verschiedene Strömungen des Zeitgeistes „unter ihr Dach bringen“. Dennoch betont der 52-jährige:

„Aber man sollte das Eigentliche nicht aus den Augen verlieren. Die Kirche sollte sich immer auf das besinnen, wozu sie mal ins Leben gerufen wurde: Menschen zusammenzuführen, um das Wort Gottes zu verkünden, zu predigen, zu singen, und die Kraft des Glaubens zu beschwören als etwas Heilendes, etwas Wohltuendes, damit man getröstet und gestärkt wieder aus der Kirche nach Hause geht.“

Das komplette Interview gibt’s unter pro-medienmagazin.de