Foto: privat (mit freundlicher Genehmigung von Samuel Koch)

Heute vor 10 Jahren hielt Fernseh-Deutschland den Atem an, als der Kunstturner und Schauspielstudent Samuel Koch in der TV-Show Wetten dass..? mit speziellen Sprungstiefeln über ein fahrendes Auto sprang und sich dabei vierfach das Genick brach. Seither ist der heute 33-Jährige vom Hals abwärts querschnittgelähmt. Anlässlich dieses Ereignisses berichtete die BILD-Zeitung über Samuel Koch und hob dabei hervor, wie aus einem jungen Draufgänger ein Ermutiger für so viele Menschen wurde. Kraft und Orientierung bezieht er dabei aus seinem Glauben.

Am 4. Dezember 2010 um 20.39 Uhr bleibt der damals 23-jährige Samuel Koch beim Salto mit Sprungfedern am anfahrenden dritten Auto hängen und nach einem dumpfen Aufschlag regungslos am Boden liegen. Die Ärzte kämpfen im Anschluss um sein Leben.

Show-Titan Thomas Gottschalk sollte später berichten, dass er am Abend mit den Eltern vom Samuel das Vater-uns betend im Hotelzimmer der Familie stand, was ihm Halt in seiner Sprachlosigkeit und der Familie in ihrer Verzweiflung gegeben habe.

Im Laufe des Jahres 2011 kämpft sich Samuel Koch kraft seines Glaubens ins Leben zurück, worüber er in seinem im April 2012 erschienen Buch „Zwei Leben“ berichtete. Im Oktober 2015 erklärte er dann in seinem Buch „Rolle vorwärts“, dass das Leben oft weiter geht als man denkt. Als „lebenserhaltende Maßnahme“ nach seinem Unfall bezeichnete er immer wieder seinen Glauben. Im Zuge des Reformationsjubiläums sagte er, dass ihn in schweren Momenten die frohe Botschaft des Neuen Testaments getragen habe und Gott ihn zum Grinsen bringe (Den Clip dazu gibt es HIER).

In seinem aktuellen Buch „Steh auf Mensch“ beschreibt er, wie ihn die Gewissheit, von Gott geliebt zu sein, neu ermutigte. Mit diesem Buch lieferte er aus der Erfahrung eines Betroffenen einen Resilienz-Ratgeber ab, der kein Ratgeber sein will und auch so ganz anders daherkommt als ein Buch voller schöner Theorien.

Vor kurzem veröffentlichte Koch auf seiner Facebook-Seite einen Clip, in dem er aus seinem Buch „Steh auf Mensch“ liest und dabei seine Vorstellung von Gott beschreibt. Dazu schrieb er: „So stelle ich mir Gott vor!“

Dabei vermittelte er, dass vor Gott sein Wert als Mensch nicht von seiner Nützlichkeit, Verwertbarkeit oder Leistung abhängt. Dazu betonte er:

„Gott liebt mich, weil ich bin.“

Und weiter:

„Mehr muss ich dazu nicht leisten oder tun.“

Im Zuge dessen plädiert Koch dafür, das in der Gesellschaft verankerte Lebensprinzip „Tun – Haben – Sein“ zu verkehren in „Sein – Haben -Tun“ und machte damit die frohe Botschaft des Neuen Testaments greifbar.

Aus dieser Haltung heraus wurde Samuel Koch im Laufe der letzten Jahre zum Ermutiger für so viele Menschen. Dies hielt auch Bild-Journalist Sven Kuschel, der vor 10 Jahren als „Wetten, dass ..?“-Reporter nur wenige Meter von der Unglücksstelle entfernt saß, in seinem aktuellen Bericht über Samuel Koch fest, in dem er schrieb:

‚Vor zehn Jahren war er ein junger Draufgänger. Er hat sich in sein Leben gekämpft. Weil er ein irrer Typ ist. Heute: ein renommierter Schauspieler, Bestseller-Autor, Ehemann. Eine Inspiration für andere, die gefallen sind.‘

Damals wie heute mache Samuel Koch sehr gut und mit sehr viel Willen sein eigenes Ding, hebt Sven Kuschel weiter hervor.

 

Ein Wille, der sein Fundament in Gott findet!

Via Instagram brachte er in einem Post am 4. Dezember 2020, exakt 10 Jahre nach seinem Unfall, zum Ausdruck, was heute für ihn zählt. Zu einem Foto von sich im Rollstuhl schrieb er in Großbuchstaben:

„RESILIENZ!“

Dazu setzte er u.a. die Hashtags:

#glaube #gott #kraft #selbsthilfe #lebenshilfe #sinn #sinndeslebens #liebe

 

Via Facebook veröffentlichte Samuel Koch am 30. September 2020 eine Dankbarkeitsliste, in der er neben u.a. warmen Socken, seiner Frau Sarah, frischer Luft, in der Phantasie tanzen auch den Gottesdienst und das Gebet hervorhob. Die lange Liste abschließend schrieb er:

„Wenn ich erstmal damit anfange, bin ich jedes Mal überrascht wie viele Dinge es tatsächlich gibt, für die ich dankbar bin.“

Im Interview vom 1. Dezember 2020 mit der BILD zeigt Samuel Koch dann auch ein immenses Dankbarkeitsempfinden trotz der Schwere der Behinderung. Mit Blick auf den 4. Dezember 2010 sagte er:

„Ich sag‘s mal so: Das war nicht gerade der allerbeste Tag in meinem Leben. Aber da ich nach diesem vierfachen Genickbruch auch tot hätte sein können, kann man mein Überleben auch als eine Art zweiten Geburtstag sehen.“

Wenn er seinen Zustand heute mit dem von vor zehn Jahren vergleiche, empfinde er eine große Dankbarkeit. Habe er damals „nicht mal selbst atmen“ können, kann er heute wieder der Schauspielerei nachgehen und schaffe es mit seiner Stimme, „in der letzten Reihe des Theaters gehört zu werden“.

In Zukunft möchte er in vielen Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen zu sehen sein und damit immer weniger als „der Mann, der damals bei ,Wetten, dass..?‘ auf die Schnauze gefallen ist“ in Erinnerung bleiben.

Auch sonst ist Samuel Koch voller Tatendrang. So hat gerade an der Uni Heidelberg mit dem Studium der Philosophie und Theologie begonnen und wird weiterhin auch als Autor in Erscheinung treten und Vorträge halten. Zudem hat gerade seinen eigenen Podcast „Vitamine für das emotionale Immunsystem“ gestartet.

Quellen: bild.de (1), instagram.com, facebook.com, bild.de (2), promisglauben.de

 

Hier der Insta-Post von Samuel Koch am 4.12.2020 – zehn Jahre nach seinem Unfall:

 

 

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Am 22. September berichtete Samuel Koch in einem Video-Clip via Facebook über seine Vorstellung von Gott: