Foto: CDU/CSU-Fraktion, Gitta Connemann 2009, CC BY-SA 3.0 DE

CDU-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann ist evangelische Christin. Gegenüber der Bild-Zeitung fordert sie aktuell mehr öffentliche Auseinandersetzung mit dem christlichen Hintergrund unserer Feiertage und sagt:

„Feiertage sind mehr als freie Tage.“

Und weiter:

„Karfreitag liegt hinter uns. Für gläubige Christen ist es der Tag der Kreuzigung des Herrn, für die Mehrzahl der Bürger nur noch Erholung. Rund die Hälfte der Deutschen geben laut einer Umfrage vom Domradio an, sich mehr über die freie Zeit zu freuen als an der christlichen Bedeutung.“

Das sei kultur- und traditionsvergessen, findet Connemann:

„Ausschlafen statt Andacht, Onlineshopping statt Stille, am liebsten Aufhebung des Tanzverbotes. Mit dem Sinn von Karfreitag als Tag der Trauer hat das nichts mehr zu tun. Aber für das Gros ist dieser Tag nicht mehr als ein Urlaubstag – mit religiösem Alibi.“

Die CDU-Politikerin gibt zu bedenken:

„Für ein Land mit christlich-jüdischen Wurzeln ist das in Gänze beängstigend.“

Während sich immer mehr und immer breitere Debatten um Identität und Heimat, Leitkultur und Globalisierung drehen, dürfe Konsum nicht zur Ersatzreligion werden, so Connemann. Und weiter:

Sie stellt klar, dass derjenige, der die Einführung weiterer Feiertage fordere, dafür nicht die Religion missbrauchen solle. Sofern es nur um mehr freie Zeit gehe, sollte das auch ehrlicherweise so benannt werden.

Gitta Connemann fordert eine stärkere Bedeutung der religiösen Erziehung in der Schule, in dem sie betont, dass die Schulen mehr Gewicht auf die Vermittlung der eigenen Wurzeln legen müssen. Sie führt aus:

„Was wären wir ohne unser religiöses und kulturelles Erbe? Haltlos. Wertelos. Ohne Frage: zur Religionsfreiheit gehört auch, keiner Kirche anzugehören. Niemand darf gezwungen werden.“

Und weiter:

„Aber unsere Wurzeln müssen wir gemeinsam erhalten und pflegen. Dazu gehört, diese überhaupt zu kennen. Und zu wissen: Christi Himmelfahrt ist mehr als Vatertag, der Reformationstag mehr als Halloween. Nicht in jeder Familie wird das vermittelt. Die Kirchen erreichen nicht mehr jeden. Deshalb sind die Schulen gefordert.“

Quelle: bild.de