Heute Abend treffen im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League an der Anfield Road der FC Liverpool mit Jürgen Klopp an der Seitenlinie und der FC Bayern München mit Niko Kovac an der Seitenlinie aufeinander. Die Berichterstattungen im Vorfeld dieses Fußball-Highlights drehen sich dabei hauptsächlich um Taktik und Leistungseinschätzungen. Interessant ist aber auch, dass die Trainer der beiden Klubs gläubige Christen sind, die auch in der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben stehen, der sie auch im Fußballgeschäft prägt und trägt.

So trifft also auch der Protestant Klopp, der zum 500-jährigen Reformationsjubiläum sogar Reformationsbotschafter war, auf den Katholiken Kovac, der nicht weniger zu seinem Glauben steht.

In einem beeindruckenden Exklusiv-Interview im Herbst 2018 in der Sendung „Blickpunkt Sport“ sprach Niko Kovac nicht nur über den Sport, sondern auch über seine Schulzeit, sein Aufwachsen mit viel Multi-Kulti in Berlin und über seine Identität. Dabei betonte er ihm wichtige Werte im Zusammenleben und verwies an einigen Stellen auf seinen christlichen Glauben als Teil seiner Persönlichkeit. So sagte er, dass vorm „lieben Gott“ alle gleich sind und, dass ihn beim Aufwachsen in Berlin auch das Leben in seiner Kirchengemeinde geprägt hat.

Auf die Frage, ob ihm der Glaube auch bei seinem Job als Trainer in bestimmten Situationen helfe, antwortet Niko Kovac:

„Der Glaube hilft mir nicht nur als Trainer oder als Spieler, sondern allgemein als Person. Der Glaube ist für mich sehr wichtig.“

Der 46-jährige verwies darauf, dass die heutige Zeit eine sehr stressige sei, in der jeder „irgendwo sein Ventil“ und „Zuflucht“ suche. Dazu betonte er:

„Meine Zuflucht ist die Religion. Damit fühle ich mich sehr viel besser und sehr viel sicherer.“

Probleme, die im Leben entstehen, löse er mit der Religion in der Hinterhand „sehr viel besser“.

Das komplette Interview inkl. Video gibt’s unter br.de

 

Jürgen Klopp stand bereits in seiner Zeit als Trainer vom FSV Mainz 05 zu seinem Glauben und äußerte damals im Projekt „Die Fußball-Bibel“ von David Kadel:

„Für mich ist der Glaube an Gott wie ein Fixstern, der immer da ist. Ein treuer Begleiter, der dir oft genau dann Kraft schenkt, wenn du gar nicht mehr damit rechnest. Aber auch ein starker Rückhalt, der mir die nötige Lockerheit gibt, mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen, und dem nötigen Vertrauen, dass der ›da oben‹ schon alles richtig macht.“

Als er im September 2012 im Interview mit der Frankfurter Rundschau, das mit „Gott, Klopp, bist du ein Penner!“ betitelt war, mit der Aussage „Sie sind bekennender Protestant. Das ist fast immer Thema, wenn Sie Interviews geben. Ein Stück Missionsauftrag für Sie?“ konfrontiert wurde, entgegnete Jürgen Klopp:

„Damit mal eins klar ist: Ich bin noch nie in ein Interview gegangen und habe gesagt: So, Leute, lasst uns mal vom Glauben reden! Das verstehe ich bei Euch Journalisten auch nicht: Ihr tut immer so. Dabei seid Ihr es, die mich ständig danach fragt. So wie Sie jetzt auch wieder. Meinetwegen können Sie es sein lassen – also, wenn es Sie nicht interessiert, meine ich.“

Als sein Gesprächspartner daraufhin äußerte, dass es ihn interessiere, um gleich danach das nächste Gegenargument zu platzieren, dass vielleicht andere Gesprächspartner Religion als Privatsache einstufen würden, während er hingegen offen darüber sprechen würde, entgegnete Kloppo lässig:

„Ja, klar. Gläubig sein, aber nicht darüber reden wollen – ich wüsste überhaupt nicht, wie das gehen sollte! Wer mich nach meinem Glauben fragt, dem gebe ich Auskunft. Nicht, weil ich einen missionarischen Anspruch hätte. Der Glaube ist ja schon etwas sehr Persönliches, weil man ihn mit sich selbst ausmacht. Aber wenn ich im Glauben auf mich und mein Leben schaue – und die Zeit dafür nehme ich mir jeden Tag –, dann fühle ich mich einfach sensationell gut aufgehoben. Und ich finde es schade, wenn anderen Leuten dieses Gefühl der Geborgenheit fehlt – ohne es zu wissen, logischerweise, denn sonst würden sie wahrscheinlich danach suchen.“

Das komplette Interview gibt’s unter fr.de

Niko Kovac und Jürgen Klopp – zwei herausragende Persönlichkeiten, die sich, unabhängig davon, wer heute Abend gewinnt, gewiss sein dürfen, dass sie viel wichtigeres im Leben bereits gewonnen haben: Die Gnade zu glauben!

 

Und hier noch das Statement von Jürgen Klopp als Botschafter der Evangelischen Kirche in Deutschland zum 500-jährigen Reformationsjubiläum: