Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Maischberger - 2019-11-13-9498-2, cropped, CC BY-SA 4.0

Der TV-Moderator Günther Jauch feiert heute seinen 65. Geburtstag. Zu diesem Anlass gratulierte ihm sein Freund Thomas Gottschalk in einem Beitrag in der BILD-Zeitung. Dabei hob Gottschalk das Großwerden von ihm und Jauch im christlichen Glauben und den damit verbundenen Werten hervor.

Gottschalk schrieb, dass Günther Jauch auf die Welt kam, als er bereits „in die erste Klasse der katholischen Bekenntnisschule“ ging. Daran anknüpfend brachte die Showlegende zum Ausdruck, dass auch Günther Jauch u.a. durch seinen Vater, der nach Gottschalk’s Angaben Chef der katholischen Nachrichtenagentur (KNA) war, diese Prägung erfuhr. Dazu betonte Gottschalk:

„Das katholische Weltbild ist uns also beiden nicht fremd.“

Im Gegensatz zu ihm sei bei Günther Jauch „noch eine geradezu protestantische Ernsthaftigkeit“ dazugekommen, merkte der Entertainer süffisant noch an.

 

Die beiden Show-Stars stehen in Interviews auf Nachfrage und bei gegebenem Anlass zu ihrem Glauben und den damit verbundenen Werten.

So ging Thomas Gottschalk in seinen Büchern „Herbstblond“ (2016) und „Herbstbunt“ (2019) auf seinen ihn prägenden Glauben ein. Im November 2011 gab er im Spiegel ein beeindruckendes, mehrseitiges Interview zu seinem Glauben, das unter dem Titel „Jesus war auch mal ein Zecher“ veröffentlicht wurde. Darin betonte er u.a.:

„Unsere Generation wurde in den Glauben hineinerzogen, und die nächste muss ihn vielleicht mühsam für sich suchen und finden.“

„Ich habe die in der Vernunft begründete Hoffnung, dass es einen Schöpfergott gibt.“

„Lieber möchte ich im Augenblick des Todes enttäuscht werden, als wie ein Atheist sein Leben lang an nichts geglaubt zu haben.“

„Auch mein Glaube ist auf die Probe gestellt worden, auch ich habe Niederlagen durchlebt. Aber ich habe trotzdem bisher keinen Grund gesehen, meinen Glauben aufzugeben.“

Das sehr lesenswerte Interview gibt’s unter spiegel.de

Auch Günther Jauch steht zu seinem Glauben. Im November 2019 bekannte sich der Show-Star in der Sendung „Bestbesetzung“ von Johannes B. Kerner zu seinem Glauben an ein Leben nach dem Tod. Wie die Bild-Zeitung dazu berichtete, sagte Jauch in der neuen Kerner-Sendung nach seinem Glauben gefragt:

„Jetzt habe ich langsam mit Menschen zu tun, die sehr krank werden oder wissen, dass es bald zu Ende geht, und mit denen diskutiere ich, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Und ich glaube daran.“

Dazu betonte er:

„Ich war nie ein Zweifelnder.“

Dabei räumte der 63-jährige Katholik jedoch „Defizite“ hinsichtlich des „sonntäglichen Kirchgangs“ ein.

Bereits im Juni 2009 zeigte Günther Jauch im Doppel-Interview mit dem Glückforscher Gerhard Schulze im Magazin Chrismon seinen Glauben in Sätzen wie:

„In Momenten, in denen man kreuzunglücklich ist und sich von der Welt verlassen fühlt, mit einer höheren Instanz zu kommunizieren, bei der man durch den Glauben die Gewissheit hat: Die liebt mich, die sieht mich als einzigartig an, die hält ihre schützende Hand über mich und sieht einen Sinn in allem, was ich tue und was mir widerfährt – das ist eine große Hilfe.“

Und:

„Die Möglichkeit durch die Beichte mit Gott ins Reine zu kommen, habe ich immer als beruhigend empfunden.“

Sowie:

„Ich kenne Menschen, bei denen sich eine Widrigkeit an die nächste reiht. Die sind trotzdem fröhlich und gar nicht gebeugt. Das hat ganz oft mit Gottvertrauen zu tun. Muss ich sagen. Muss ich wirklich sagen.“

Damals setzte sich Günther Jauch für die Einführung des Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach in Berlin ein, wo eine Sonderregelung eine Abweichung vom Artikel 7 (3) des Grundgesetzes ermöglicht. Als eine der federführenden prominenten Personen war er im Jahr 2010 für die Initiative „Pro Reli“ auf Großplakaten und im Radio zu sehen bzw. zu hören und betonte dabei, dass es in Berlin um die freie Wahl ginge, dahingehend, dass es Schülern ermöglicht wird, neben reiner Ethik die Welt auch aus der Perspektive mit Gottesbezug zu sehen. Er plädierte dafür, es Schülern zu ermöglichen, sich zwischen Ethik- und Religionsunterricht frei entscheiden zu können und betonte:

„Religion als gleichberechtigtes Fach ist mir wichtig, weil Ethik als alleiniges Pflichtfach Ausdruck staatlicher Intoleranz ist. Religionsunterricht wird in Berlin in die Randstunden verdrängt und schulpolitisch diskriminiert.“

Schlussendlich scheiterte diese Initiative am damaligen Volksentscheid in Berlin.

Parallel setzte sich Günther Jauch auch für die Gründung einer katholischen Grundschule in Potsdam ein. 2008 wurde dann die Marienschule eröffnet. Es gehe nicht nur um reine Wissensvermittlung. Die Kinder lernten an einer solchen Schule in besonderem Maße, auch für andere da zu sein, so der TV-Moderator und vierfache Vater. Dazu äußerte er weiter:

„Eine katholische Schule ist eine sinnvolle Ergänzung zum staatlichen Bildungsangebot. (…) Für viele Eltern ist es ein großes Bedürfnis, ihren Kindern neben Wissen auch noch ganz bestimmte Werte zu vermitteln. Und das finde ich gut.“

Der Volksentscheid zum Religionsunterricht in Berlin scheiterte 2009 knapp. An Biographien wie etwa der von Thomas Gottschalk oder Günther Jauch wird deutlich, dass die Prägung im christlichen Glauben verbunden mit einer vernunftbegründeten Reflexion in der Schule, gar nicht so verkehrt ist.

Quellen: bild.de (1), spiegel.de, bild.de (2), chrismon.evangelisch.desueddeutsche.debild.de (3), spiegel.depnn.degloria.tvbild.de (4)