Der Schweizer Theologe, römisch-katholische Priester und Autor Hans Küng feiert heute seinen 90. Geburtstag. Von 1960 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 war er Theologie-Professor an der Eberhard Karls Universität im südwestdeutschen Tübingen, zuletzt für Ökumenische Theologie.

Küng gilt nicht nur im deutschsprachigen Raum als einer der bekanntesten Kirchenkritiker unter den akademisch herausragenden katholischen Theologen der Zeitgeschichte. 1979 wurde ihm die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen.

Seine Meinung und seine Bücher verloren dadurch aber nicht an Popularität unter den Christen, auch innerhalb der katholischen Kirche. In den letzten Jahren kam es zur Annäherung und Versöhnung zwischen Küng und dem Vatikan. Papst Franziskus hat ihm wiederholt persönlich, handschriftlich und herzlich nach Tübingen geschrieben. Und Papst Benedikt XVI., sein alter Tübinger Professorenkollege und späterer theologischer Antipode, hat Küng Ende September 2005 für eine vielstündige Privataudienz in Castel Gandolfo eingeladen. Das Treffen sei freundschaftlich verlaufen, erzählte ein bewegter Hans Küng später.

Bis März 2013 war er Präsident der von ihm mitgegründeten Stiftung Weltethos. Dabei hat Küng respektvoll die fremden Weltreligionen erschlossen und mit ihnen nach einem verbindenden „Weltethos“ gesucht.

Für ihn als Glaubenden sei das Christentum „die wahre Religion, sofern es von Gott in Christus“ zeuge.

Jedoch die „ganze Wahrheit“ habe „keine Religion“, die habe „nur Gott allein“.

Und dennoch:

„Ich verstehe mich heute noch als christlicher und katholischer Theologe wie eh und je.“

 

Den Glauben an Gott beschrieb Hans Küng einmal wie folgt:

Der Glaube an Gott ist wie das Wagnis des Schwimmens: Man muss sich dem Element anvertrauen und sehen, ob es trägt.“

Eine Würdigung seiner Lebensleistung beschreibt Thomas Seiterich aktuell in seinem Beitrag „Hans Küng, Wegbegleiter aufgeschlossener Christen“. Den Artikel gibt’s unter katholisch.de

Zwei empfehlenswerte Artikel zum 90. Geburtstag von Hans Küng gibt’s unter deutschlandfunk.de und chrismon.evangelisch.de