Köln’s Oberbürgermeisterin Henriette Reker stellte sich aktuell im Magazin Chrismon den tiefgründigen Fragen des Journalisten Dirk von Nayhauß. Dabei hob sie den Glauben an Gott als Wegbegleiter im Leben hervor.

Vor über 5 Jahren kämpfte Henriette Reker um ihr Leben. Am 17. Oktober 2015, einen Tag vor der Oberbürgermeisterwahl, wurde sie an einem Informationsstand der CDU in Köln-Braunsfeld Opfer eines Messerattentats, bei dem ihr der Attentäter ein 30 Zentimeter langes Bowiemesser in den Hals stieß und dabei ihre Luftröhre fast komplett durchtrennte. Eine Notoperation rettete ihr das Leben. Über ihre Gedanken und Gefühle, die sie unmittelbar nach dem Attentat hatte, sagte sie im Februar 2018 gegenüber dem SZ-Magazin:

„Ich lag 14 Minuten auf dem Boden, bis man mich ins Krankenhaus fuhr. Lag da und fühlte mich hingerichtet. Abgestochen. Ich habe mich einfach hilflos gefühlt.“

In der Verbindung zu Gott fand sie in der Zeit nach dem Attentat Hoffnung (wir berichteten).

 

Im Interview für das Magazin Chrismon gab die 64-Jährige nun Auskunft über ihre Vorstellung von Gott. Dazu berichtete die Kölner Oberbürgermeisterin, dass sie nach Ereignissen, für die sie dankbar ist, im Kölner Dom eine Kerze anzündet. In entscheidenden Lebenssituationen sucht sie den Austausch mit Jesus Christus, was sie wie folgt näher beschrieb:

„Stehe ich an einer Weggabelung, frage ich mich: Welchen Weg würde unser Freund Jesus einschlagen?

Dazu erklärte sie weiter:

Das ist für mich eine Orientierung: Wie möchte ich selbst sein? Wie kann ich sinnvoll leben? Kinder erziehen oder eine Aufgabe in der Gesellschaft übernehmen, das hat einen Sinn.“

Zudem sagte Henriette Reker, dass sie ungewollt keine Kinder habe, weshalb sie sich vor 20 Jahren entschied, in die Verwaltung zu gehen, um anderen zu helfen und für andere Menschen da zu sein.

Infolge des Attentats rang sie aber mit der Entscheidung, das Amt der Oberbürgermeisterin anzutreten. Mit Rückbindung zu Gott fand sie folgende Antwort:

„Ich hatte so viel Glück, Gott hat mit mir etwas vor, ich habe noch eine Aufgabe zu erledigen.“

Außerdem sprach Henriette Reker mit Chrismon über Momente, in denen sie sich lebendig fühlt sowie ihren Umgang mit Schuldgefühlen, Krisen und dem Tod.

Das lesenswerte Interview gibt es unter

chrismon.evangelisch.de