Der jüdische Publizist Henryk M. Broder hat überraschend eine Einladung der AfD-Fraktion im Bundestag angenommen und am 29. Januar dort einen Vortrag gehalten. Dabei nahm er auch Bezug auf die Abwendung der Menschen vom Glauben an Gott und leitete daraus eine ebenso interessante wie streitbare Schlussfolgerung ab.

So sei das Thema Klimawandel „zum Fetisch der Aufgeklärten“ geworden, „die weder an Jesus noch an Moses oder Mohammed glauben“. Dazu zitierte er den britischen Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton (Erfinder von Pater Brown), der seiner Meinung nach mit folgenden Worten das Richtige gesagt habe:

„Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht an nichts, sie glauben allen möglichen Unsinn.“

Der weltweite Hype um eine 16-jährige Schwedin, die sich für eine Wiedergängerin von Jeanne d’Arc halte, habe das in diesen Tagen erneut bewiesen, so Broder weiter.

Kritik äußerte Broder auch an der Äußerung von Kardinal Rainhard Marx, der sich diese Woche dafür ausgesprochen hat, den Begriff „christliches Abendland“ nicht zu verwenden, weil dieser „vor allem ausgrenzend“ sei. Diese Äußerung bezeichnete Broder in seiner Rede als „präventive Unterwerfung“. Broder zufolge sprechen aus dieser Äußerung „Hochmut und Heuchelei: ‚Seht her, wie tolerant wir sind! Wir beanspruchen nicht einmal unsere Geschichte für uns.'“ Die Idee, niemand ausgrenzen zu wollen, rase an der Wirklichkeit vorbei. Dazu sagte der 72-jährige in zynischer Manier: „Ich bin noch nie zu einer Eucharistie-Feier eingeladen worden. Werde ich deshalb ausgegrenzt?“

Die komplette Rede gibt’s unter welt.de