Die Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Jahresstatistik für 2017 veröffentlicht. Und diese enthält eine betrübliche Nachricht: Die Zahl der Kirchenaustritte ist wieder gestiegen. Die beiden großen christlichen Kirchen haben im vergangenen Jahr zusammen etwa 660 000 Mitglieder verloren.

Die Mitglieder seien überaltert und die Jugend werde

„so wenig im Glauben erzogen, wie das in Deutschland in den letzten Jahrzehnten nie der Fall war“,

sagte der der Religionssoziologe Detlef Pollack von der Universität Münster der Deutschen Presse-Agentur.

Und weiter:

Ein Wieder-Anstieg der Kirchenzugehörigen käme nach Einschätzung des Experten „einem Wunder gleich“.

Im Gegensatz zu dieser Entwicklung bekennen sich in der Fußball-Bundesliga immer mehr Profis zum christlichen Glauben.

Der Fußball-Trainer Heiko Herrlich hat sich zu diesem Phänomen seine Gedanken gemacht und diese im Doku-Film „Und vorne hilft der liebe Gott“ von David Kadel geäußert. Zunächst bestätigte der 46-jährige diesen Trend zum Glauben in der Bundesliga. Zu seiner Zeit habe es neben den brasilianischen Spielern mit Rune Bratseth, Wynton Rufer und ihn nur knapp eine handvoll Spieler gegeben, die sich zum Glauben an Gott bekannten. Sie seien damals dafür in der Fußballszene eher belächelt worden.

Heute sei es „gerade andersherum, dass es unheimlich viele Spieler gibt, die Gott suchen und die Halt im Glauben finden“,

so Heiko Herrlich. Er bete heute sogar zusammen mit einigen seiner Spieler.

Danach gefragt, wie er es erklären würde, dass im Profifußball, der eher als oberflächlich eingeschätzt wird, so eine Tiefe ist und so viele Spieler sich als gläubige Spieler outen, formuliert Heiko Herrlich, dass die Profis heute bereits in jungen Jahren alles hätten, was die Werbung als lebenserfüllend verspricht. Dies führe zu einer „Situation der Übersättigung und Reizüberflutung“. Daraus schlussfolgert Heiko Herrlich weiter:

„Ich glaube, dass viele Spieler ein Gespür dafür haben, dass es etwas anderes geben muss, was einen viel reicher macht als das beste Handy, das größte Auto und das dickste Bankkonto. Das spüren viele, dass es eine andere Form von Reichtum gibt. Sie spüren: ‚Da muss es etwas Größeres geben, das dahintersteckt‘. Ein anderer Reichtum, der viel wichtiger ist als das größte und schönste Auto und das beste Tattoo. Deshalb kommt es zu so einer Suche nach Gott.“

Resümierend äußert Heiko Herrlich seine Hoffnung,

„dass dieser Glaube in der Bundesliga überschwappt auf die Gesellschaft“.

Quellen: katholisch.de, donaukurier.de, tag24.de und youtube.com (Filmauschnitt aus der DVD „Und vorne hilft der liebe Gott“)

 

Hier das komplette Interview von David Kadel mit Heiko Herrlich. Absolut sehenswert!!