Gesundheitsminister Jens Spahn bekannte sich im aktuellen Interview mit domradio.de zu seinem katholischen Glauben und sprach u. a. darüber, wie ihn der Glaube an Gott im Alltag begleitet.

Der 38Jährige, der in seiner Kindheit auch Messdiener war, bezeichnet sich selbst als überzeugten Katholiken. Auf die Frage, ob ihm sein Glaube auch in „Situationen der Enttäuschung“ helfe, sagte er:

„Ja. Das macht mich jedenfalls gelassener in allen Lebenslagen.“

Gerade in Momenten, in denen man Fehler mache und Schwäche zeige, beruhige ihn die Gewissheit, „immer bei jemandem aufgehoben zu sein und auch als solcher mit den Schwächen angenommen zu sein“. Dazu betonte Spahn:

„Für mich ist das Katholisch-Sein gerade in Verbindung mit Politik vor allem eine Haltungsfrage, die auch innere Ruhe gibt.“

Auch gegenüber der katholischen Lehrmeinung zur Homosexualität reagiert Jens Spahn mittlerweile gelassen. Für ihn sei vielmehr entscheidend, „mit mir, meinem Glauben und meinem Gott im Reinen zu sein“.

In der Politik spiele sein Glauben bei Fragen des Lebensschutzes eine Rolle. Dazu äußerte er:

„Wenn es um Lebensschutz geht, (…), dann wird es doch auch sehr, sehr grundsätzlich. Und da bin ich dann auch Katholik.“

Dabei äußerte Jens Spahn eine ganz klare, nicht verhandelbare Meinung:

„Ich finde nicht, dass wir als Menschen definieren sollten, wann Leben beginnt und wie Leben lebenswert ist.“

Jedes Leben habe „sein Recht und seine Würde“ und sei lebenswert. Darüberhinaus sollte seiner Meinung nach auch der Mensch nicht definieren, „wann Leben nicht mehr lebenswert ist“. Dabei verwies er auf das Thema Sterbehilfe und betonte weiter:

„In dem Moment, wo der Mensch sich anmaßt, das definieren zu wollen, spielt er Gott. Da entsteht ganz schnell eine Schieflage.“

Den entscheidenden Wirkungsbereich der Kirchen sieht er indes nicht in der Beteligung an Sachfragen der Tagespolitik, sondern in der Glaubensvermittlung und der Seelsorge.

Das komplette Interview gibt’s unter domradio.de