Pop-Star Lady Gaga hat in der Corona-Krise Verantwortung übernommen und ein virtuelles Benefizkonzert der besonderen Art mitorganisiert. Dabei verwies die 34-Jährige, die sich zum christlichen Glauben bekennt (wir berichteten), auf die Kraft des Gebets.

Unter dem Motto „One World: Together at Home“ gaben Welt-Stars wie u.a. die Rolling Stones, Beyonce, Paul McCartney, Elton John oder Taylor Swift Wohnzimmer-Konzerte für den Kampf gegen Corona. Aus Anlass des Konzertes sammelten die Musiker umgerechnet 35 Millionen Euro Spenden für medizinische Hilfsorganisationen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Eröffnet wurde das im Internet und von mehreren Fernsehsendern übertragene Konzert von Lady Gaga, die die Show mit Unterstützung der Global-Citizen-Bewegung und der WHO initiiert hatte. Wie viele ihrer Musikerkollegen hat sich die 34-Jährige bereits in den vergangenen Wochen für den Kampf gegen die Pandemie engagiert. So erklärte sie etwa, 20 Prozent der Einnahmen aus ihrer eigenen Kosmetiklinie dafür zu spenden.

Bei der Eröffnung der Benefizveranstaltung betonte die “Born This Way”-Interpretin, dass es bei dem Konzert nun nicht darum gehe, weitere Spendengelder zu sammeln, sondern darum, die „Kraft der Menschlichkeit“ in Zeiten dieser beispiellosen Pandemie zu feiern. Weiter bezeichnete Lady Gaga die Corona-Krise als einen Moment der weltweiten Einigkeit. Ihr Anliegen sei es, die Menschen für einen Moment zum Lächeln zu bringen, sagte Lady Gaga – und stimmte dann das berühmte Lied „Smile“ von Nat King Cole an.

Außerdem appellierte sie im Vorfeld der Veranstaltung, dass es derzeit von größter Wichtigkeit sei, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und neue Ausbrüche zu verhindern. Dazu hob sie auch die Kraft des Gebets hervor und berichtete, dass sie für das medizinische Personal in der Welt bete und  dass sie auch „an alle unter euch, die zu Hause sind und sich fragen, wann dies alles sich ändert“, denken würde.

Weiter sagte sie:

„Ich bete für die, die krank sind und für die, die ihren Job verloren haben und nun Schwierigkeiten haben, genug Essen für ihre Kinder auf den Tisch zu bringen.“

 

Im Januar 2019 hob Lady Gaga während eines Konzerts den christlichen Glauben als Grundlage ihrer Wertehaltung hervor (wir berichteten). Damals kritisierte sie die Flüchtlingspolitik der amerikanischen Regierung und äußerte in diesem Zusammenhang:

„Ich bin selbst christlich.“

Sie wisse, „was es bedeutet, ein Christ zu sein“, erklärte Lady Gaga weiter.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass Lady Gaga, wie aktuell im Rahmen des Benefiz-Konzerts, auf die Kraft des Gebets hinweist, so etwa im Mai 2011, als sie im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklärte:

„Ich bete wirklich ständig.“

Sie spreche dabei auch zu ihrem seligen Opa und auch auf ihren Konzerten ginge es häufig um Gott. In diesem Zusammenhang bekundete die New Yorkerin Unverständnis darüber, dass ihre seinerzeit aktuelle Single „Judas“ für Unmut bei christlichen Organisationen sorgte, mit dem sie die Liebe Jesu zum Apostel Judas, der Jesus verriet und ans Kreuz lieferte, künstlerisch zum Ausdruck bringen wollte. Dazu sagte sie gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger, dass es scheinbar „nichts Kontroverseres“ gebe, „als einen Popsong über Gott zu machen“.

Das Nachrichtenmagazin n-tv berichtete im Mai 2011 wie folgt über Lady Gaga: ‚Auch wenn der äußere Eindruck diesen Schluss nicht unbedingt zuläss: Lady Gaga ist ein zutiefst religiöser Mensch. Und wenn sie nicht gerade singt, betet sie.‘

 

Als im Herbst 2012 die Menschen in New York unter dem Wirbelsturm „Sandy“ zu leiden hatten, richtete die Sängerin, die sich damals auf Welt-Tour befand, via Facebook ihre Gedanken an ihre Familie und Freunde in New York und brachte ihre Verbundenheit im Gebet zum Ausdruck. Dazu schrieb sie u.a.:

„Ich bete jetzt und gehe schlafen – an Euch alle denkend.“

 

Als ein Fan von Lady Gaga im Januar 2013 bei einer tragischen Brandkatastrophe in einer brasilianischen Disco in Santa Maria ums Leben kam, berichtete ein Fan auf einer social-media-Seite der Sängerin von diesem Unglück. Darauf reagierte Lady Gaga umgehend.  Sie postete ein Foto, auf dem man sie betend sieht und schrieb unter das Foto:

„Ich schicke meine Gebete an die Freunde und Familien der Opfer in Brasilien. Mein Herz ist bei Euch.“

 

An einem Sonntagabend Mitte Mai 2016 postete die Sängerin nach dem Besuch einer katholischen Sonntagsmesse in New York auf Facebook, Instagram und Twitter ein Bild, das sie mit einem Priester im Restaurant ihres Vaters zeigte. Sie dankte dem Geistlichen für seinen Besuch zum Mittagessen und besonders für seine Predigt, die „wie immer wunderschön“ gewesen sei. Weiter schrieb Lady Gaga:

„Ich war heute sehr gerührt, als Sie sagten: ‚Die Eucharistie ist kein Preis für die Vollkommenen, sondern die Nahrung, die uns Gott gibt‘.“

Wie katholisch.de berichtete, erzeugte dieses Posting bei den seinerzeit knapp 140 Millionen Menschen, die der Sängerin und Songwriterin in den Sozialen Netzwerken im Mai 2016 folgten eine große Wirkung. So bedankte sich etwa ein Fan auf Facebook bei ihr mit folgenden Worten: „Ich habe seit Jahren nicht die Eucharistie empfangen, weil ich mich unrein gefühlt habe – aber deine Botschaft veränderte jetzt, wie ich über mich und das Leben denke. Gottes Segen!“ Infolgedessen bestärkte eine Frau bestärkt diesen Mann, das Sakrament der Beichte zu empfangen und dann zur Kommunion zu gehen. Ein weiterer ergänzte: „Zeit für einen Neubeginn“ und wieder andere versuchten, dem Mann eine mögliche Angst vor der ersten Beichte nach langer Zeit zu nehmen.

Aber wie es in so manch christlichem Mileau üblich zu sein scheint, tauchten direkt auch kritische Stimmen auf, die Lady Gaga aufgrund Fehler aus der Vergangenheit sowie ihren Lebensstil als Pop-Star verurteilten. Die Seite „Catholic Link“ fühlte sich gar zur Veröffentlichung des Artikels „Fünf Dinge, an die man denken sollte, wenn Promis ihren Glauben verbreiten“ genötigt. Ein solches Verhalten, das der Frohen Botschaft direkt im Ansatz die Faszination raubt und gar suchende Menschen abschreckt, erinnert stark an das Verhalten der Pharisäer zur Zeit Jesu.

Das erkannte Lady Gaga wohl genauso und postete seinerzeit via Instagram einen Screenshot des Artikels und verwies auf das Verhalten Christi gegenüber Maria Magdalena. Mit Bezug auf die lange vorherrschende kirchliche Tradition, Maria Magdalena mit der Sünderin gleichzusetzen, die Jesus die Füße wusch, schrieb die Sängerin:

„Eine Prostituierte. Jemand, den die Gesellschaft beschämt, als ob sie und ihr Körper der Mülleimer eines Mannes seien.“

Jesus habe diese Frau beschützt, geliebt und habe zugelassen, dass sie über ihn weint und seine Füße mit ihren Haaren abtrocknet, so Lady Gaga weiter.

Auch zur Kritik von „Catholic Link“, dass viele Prominente sich zum christlichen Glauben bekennen, während sie ein Leben ‚frei von christlichen Werten wie Bescheidenheit und Reinheit‘ führten, bezog Lady Gaga Stellung und antwortete:

„Wir sind nicht nur ‚Promis‘, wir sind Menschen und Sünder, Kinder – und unsere Leben sind nicht frei von Werten, nur weil wir uns schwer tun.“

Den Prominenten würde gleichermaßen vergeben wie ihren Nachbarn. Darauf resümierte sie ihren Post mit folgendem markanten wie eingängigen Satz:

„Gott ist niemals ein Trend, egal wer der Gläubige ist!“

Quellen: stern.de, ntv.de (1), t-online.de, spiegel.de (1), bigfm.de, promisglauben.de, spiegel.de (2), rp-online.de, bild.de, ntv.de (2), tz.de, focus.de, desired.de, katholisch.de, die-tagespost.de

 

Hier ihr Post vom 9. Mai 2016 nach einer Heiligen Messe mit dem katholischen Priester, Pfarrer Duffell:

 

 

Hier ein passender Impuls von unserem geistlichen Begleiter Pfarrer Christoph Kreitmeir zum Thema „Sehnsucht nach Mehr – Probier’s mit Gebet“: