Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig hat am gestrigen Dienstagmittag in der Staatskanzlei Schwerin der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist, und sie deshalb den SPD-Vorsitz niederlegt. Kraft findet die 45-jährige in dieser Situation in ihrem Glauben.

In einem sehr persönlichen Auftritt teilte die 45-jährige in ihrer öffentlichen Erklärung mit, dass „vor einiger Zeit“ bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Dabei wirkte sie, wie die Zeit in ihrem Artikel feststellte, gefasst und sprach mit ruhiger Stimme in die Kameras.

Wo sie nach dieser Diagnose, die sie und ihre Familie „schwer getroffen“ habe, Kraft und Hoffnung findet, brachte sie in einer anschließenden Twitter-Nachricht zum Ausdruck, wo sie auf das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten“ verweist:

 

Manuela Schwesig wuchs in der DDR zunächst ohne jeden religiösen Bezug auf, worüber aktuell die Stuttgarter Zeitung in einem schönen Artikel, der auch ihren Glauben thematisiert, berichtet.

Gegenüber dem Hamburger Abendblatt sprach sie in einem Interview im April 2012 über ihre Hinwendung zum Glauben. Nach der Wende habe sie u.a. durch die Familie ihres Mannes viel Kontakt zur Kirche gehabt. Auslöser für die Taufe sei die Geburt des Sohnes gewesen. Dazu sagte sie:

„Uns trägt der gemeinsame Glaube, dass es eine schützende Hand Gottes gibt.“

Im Jahr 2010 hatte sie sich mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn taufen lassen. Sie wurden Mitglieder der mecklenburgischen Landeskirche. In einer Stellungnahme zu ihrem Glauben gegenüber dem evangelischen Pressedienst sagte sie diesbezüglich:

„Der wichtigste Grund für die Entscheidung, mich taufen zu lassen, war die Geburt meines Sohnes. Als er zur Welt kam, war das für mich ein kleines Wunder und mir war klar: Als Mutter trage ich die Verantwortung für ihn. Aber es ist auch gut, die schützenden Hände Gottes über meinem Sohn, meinem Mann und mir zu wissen.“

Zu Weihnachten 2012 gab sie gegenüber dem Magazin Bunte ein Statement zu ihrem Glauben und sprach darin, über ihren liebsten Bibelvers, sie prägende christliche Werte und die Bedeutung des Gebets in ihrem Leben. Der Bibelvers, der für sie von besonderer Bedeutung ist, findet sich im Johannesevangelium in Kapitel 8 Vers 12: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Dazu äußerte die SPD-Politikerin:

„Das ist einer meiner liebsten Bibelverse. Der Vers gibt Hoffnung und Halt. Der Glaube stärkt mich bei meiner Arbeit und in meinem Privatleben. Es ist gut zu wissen, dass es da jemanden gibt, der schützend seine Hände über uns hält. Die Werte, die der christliche Glaube vertritt, sind mir wichtig. Nächstenliebe, Solidarität und Gerechtigkeit. Zu meinem Alltag gehört ein kleines Morgengebet mit meinem Sohn.“

Auch im Interview mit dem Hamburger Abendblatt im April 2012 sagte sie, dass sie ihren Tag mit einem Morgengebet beginne, „bei dem auch meine Arbeit und die damit verbundenen Begegnungen mit Menschen eine Rolle spielen“. In diesem Interview sprach sie auch über die Bedeutung, die das Osterfest für sie hat. Ostern vermittelt ihrer Ansicht nach zwei wichtige Botschaften:

„Erstens: Das Gute überwindet das Böse. Zweitens: Sag Ja zum Leben.“

Eine Botschaft, die Manuela Schwesig auch aktuell Halt und Hoffnung gibt und die sie auch zu Ostern 2018 per Twitter in die Welt sendete:

 

Quellen: zeit.de, stuttgarter-zeitung.de, abendblatt.de, kirchenkreis-winsen.de, pro-medienmagazin.de, katholisch.de, Bunte 52/2012 (S. 128)

 

Hier eine wunderschöne musikalische Interpretation des evangelischen Liedermachers Siegfried Fietz von Bonhoeffers Gedicht „Von guten Mächten“: