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Mit Blick auf die Ereignisse rund um den Palmsonntag vergleicht Pfarrer Rainer Maria Schießler „Palmsonntgaschristen“ mit Fußballfans und erinnert, was christlicher Glaube bedeutet, so dass er letztendlich zielführend trägt.

Hier die Worte, die er heute auf seinem Facebook-Profil veröffentlicht hat:

Sie haben damals Palmzweige von den Bäumen geschnitten, haben sie zum Winken erhoben wie beim Einzug eines Königs. Aber klar! Wer jubelt nicht gerne einem Sieger und Helden zu? Sogar wenn er wie er auf einem Esel nach Jerusalem geritten kam. Wie skurril!

Das ist die Grundaufgabe von Kirche, dass wir unermüdlich den Retter der Welt in unserem Leben willkommen heißen! So wie die Menschen damals sollen wir ihm unsere Herzen und unser Leben öffnen und sein Lob singen. Aber es wäre auch nur die Hälfte und wir wären wieder nur die typischen „Palmsonntags-Jubel-Christen“!

Palmsonntagschristen sind wie Fußballfans, die nur jubeln können, wenn ihre Mannschaft gut spielt, wenn alles glattläuft.

Wenn aber ein Spiel verlorengeht, weht nirgendwo die Fahne des Vereins. Wer daher beim Jubel des Palmsonntags stehen bleibt und nicht weitergeht zum Schmerz des Karfreitags, der wird auch kein Ostern erleben.

Denn der Weg nach Ostern, der Weg zum ewigen Leben, der Weg zum Ziel, geht nur über den Karfreitag.

Wir gehen diesen Weg an diesem Sonntag zu Beginn der Leidenswoche ganz bewusst, sichtbar und öffentlich, bei unseren Palmprozessionen. D.h., wir kennen die Freude und den Jubel des Anfangs, aber wir lassen dies alles hinter uns, wenn wir gleich danach die Leidensgeschichte in der Kirche hören.

Wir wollen unbedingt losgehen, aufbrechen und uns anfeuern und stärken lassen, denn wir wissen um die bevorstehende Grausamkeit des Lebens, haben aber immer das Ziel vor Augen, wo wir am Ende wirklich ankommen werden – in der Auferstehung. Das ist unser Glaube!

„Palmsonntagschristen“, Zuschauerchristen, sie werden am Ende nach Hause gehen, wie üblich nur ihr eigenes Leben weiterleben und ihren eigenen Tod sterben.

Aber für uns, die wir uns wirklich auf diesen schweren Weg gemacht haben durch den Karfreitag hindurch bis zum Ostertag, für uns wird der Jubel am Ende viel größer sein als er es damals am Palmsonntag war.