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In seiner Auslegung zum heutigen Sonntagsevangelium über die Taufe Jesu durch Johannes dem Täufer (Mt 3,13-17) geht der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler der Frage nach, ob am Ende der Weihnachtszeit dieses Jahr der Himmel für uns offen war oder Weihnachten wieder nicht mehr war als das mittlerweile übliche Konsumfest.

Hier die Worte des Impulses „Offener Himmel“, den Pfarrer Schießler auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat:

„… da öffnete sich der Himmel“ heißt es über die Taufe Jesu im Jordan Mit dieser Szenerie beschließen wir diese Weihnachtszeit für heuer und es stellt sich die Frage an uns: Wie war das jetzt an diesem Weihnachten? Haben wir IHN diesmal gefunden oder war er wieder versteckt zwischen Geschenkpapier, Weihnachtsfeiern, Einladungen, Spendenaufrufen und TV-Weihnachtsprogramm? War der Himmel offen für uns?

Den meisten Zwängen in unserer Gesellschaft kann man nicht ausweichen, auf der religiösen Ebene aber brauchen wir diese Möglichkeit unbedingt.

Der Himmel muss offen sein, d.h. eine neue Freiheit muss spürbar werden, eine Freiheit in Verbindlichkeit.

Verbindlichkeit meint die Bereitschaft zum Dienst an der Welt und den Menschen. In der Freiheit aber liegt die Möglichkeit der Wahl: Man entscheidet sich z. B. in aller Freiheit für eine Kirche, die mir den Himmel offen hält, weil sie das Evangelium Jesu nicht nur verkündigt, sondern glaubwürdig lebt. Daher kann sie die Erde und den Menschen gar nicht aus dem Auge verlieren.

Das zeigt die Taufe Jesu an.

Jesus zeigt sich solidarisch mit den vielen Menschen, die beladen und belastet in die Wüste gezogen sind, weil sie eben keinen offenen Himmel über sich sehen konnten.

Er stellt sich im Jordan in die Reihe der Sünder, um ihnen zu zeigen: Auch über euch geht der Himmel auf, den religiöse Vorschriften gerne für ein bestimmtes Klientel allein reserviert möchte.

Wenn ein Zug ständig mit geschlossenen Fenster fährt, weil die Überzeugung noch immer vorherrscht, man müsse die Türen und Fenster vor der ach so bösen Welt verschließen, kann man auf der Reise den Himmel nicht sehen.

So steht die Kirche vor großen Herausforderungen in dieser Nach-Weihnachtszeit. Die Fenster gilt es konsequent aufzumachen, durchzulüften, keine Angst vor Veränderungen und Umwälzungen zu haben und die große Einladung anzunehmen, mit allen, die da kommen, um gemeinsam in den offenen Himmel zu schauen.