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Seinen Impuls zum heutigen Sonntag stellt Pfarrer Rainer Maria Schießler mit Blick auf die Sonntagslesung (Jes 55,1-3) unter die Überschrift „Was nichts kostet, ist nichts wert?“ und geht dabei auf die diametralen Worte des Propheten Jesaja ein: „Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?“

Hier (mit freundlicher Genehmigung) die Worte von Pfarrer Schießler, die er auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat:

Was nichts kostet, ist nichts wert, sagt man und es ist wirklich nicht allzu viel, was man nicht für Geld kaufen kann.

Unsere Gesellschaft ist wie ein einziger großer Markt mit Preisschildern an allen Ecken und Enden,

übrigens auch in Pfarrbüros und Kirchen: „Was kostet die Messe, eine Beerdigung, eine Trauung…?“.

Da gebärdet sich an diesem Sonntag der Prophet Jesaja schon wie ein Marktschreier der ganz anderen Art, wenn er die Leute auffordert, auch dann zu kommen, wenn sie kein Geld haben!
Im normalen Geschäftsleben wäre das natürlich undenkbar. Das Ganze muss einfach einen Haken haben.

Aber dem Propheten geht es natürlich nicht um Wasser und Brot oder üppige Speisen. „Hört, dann werdet ihr leben“, ruft er, damit die Menschen spüren, dass Gott sie ins Leben rufen will. „Das Leben ist voller Wunder wie der blaue Himmel, wie der Sonnenschein oder die Augen eines Babys“, sagt Thich Nhat Hanh und er gibt ein Beispiel: „Viele Leute lernen den Genuss des Atmens erst dann zu schätzen, wenn sie Asthma oder eine verstopfte Nase haben.“

Wenn wir auf das Leben schauen, zählen vor allem Zeit, Ruhe und Freude.

Das wirklich Lebenswerte gibt es eben nicht auf den Märkten der Welt einfach so zu kaufen. Zeit ist Geld, heißt es dort schnell, für die Ruhe gibt es den Ruhestand und echte, tiefe Freude ist ohnehin ein seltenes Geschenk. Das Wort Jesajas aber möchte einfach nur aufrütteln:

Das Leben ist viel zu schade, dass wir es im Hamsterrad verbringen oder irgendwo auf einer Karriereleiter verkümmern.

Jetzt ist der wichtigste Augenblick und es ist nicht ständig wichtig, was doch gestern alles war und uns morgen wieder erwartet.

Wir müssen nicht einmal weit verreisen, um das Schöne zu empfinden und zu genießen. Vielleicht eine positive Motivation für diese Sommerferien in Coronazeiten.

Es ist erstaunlich, was aus einem solch freundlichen `Jetzt´ alles werden kann. Man findet unterwegs ein gutes Wort, ist den ganzen Tag über in allem irgendwie gelassener, friedlicher, und freundlicher.

Man beschenkt sich selbst, nur weil man sich dem Wort Gottes öffnet.

Da soll noch einer sagen: Was nichts kostet, ist auch nichts wert!

Amen!

 

Hier ein passender Song von Peter Maffay zum Impuls von Pfarrer Rainer Maria Schießler: