Zum Theologischen Aschermittwoch hielt der Physiker Dr. Tobias Lapp in der evangelischen Kirche von Gimte einen Vortrag über die Vereinbarkeit von Glaube und Naturwissenschaft. Physik zum Theologischen Aschermittwoch habe es in den zehn Jahren, seit denen diese Veranstaltung in der Gimter Kirche stattfindet, noch nie gegeben, sagte Pastor Matthias Lüskow.

Lapp skizzierte die Urknall-Theorie und veranschaulichte, aus welchen Beobachtungen und Messungen heraus sie entwickelt wurde. Gerade, weil sein Wissen über das Universum so detailliert ist, weiß er auch gut, wo die Wissenschaft an ihre Grenzen stößt:

Was vor dem Urknall war, wisse keiner.

Und: Man gehe zwar davon aus, dass die physikalischen Gesetze, wie wir sie kennen, überall gelten, aber das sei nicht überprüfbar. „Hier überschreiten wir die Grenze zur Weltanschauung“, so Lapp, und da biete sich die christliche Weltanschauung an.

Die Schöpfungsgeschichte der Bibel sieht er nicht als historisches Protokoll der Welterschaffung an, dennoch glaube er daran. Wenn dort stehe, dass Gott Sonne, Mond und Sterne schuf, dann sei das eine Revolution. Denn bis dahin wurden die Himmelskörper als Götter verehrt, nun seien sie lediglich Lichter. Die zweite Revolution sei die, dass Gott alle Menschen nach seinem Ebenbild schuf – das galt vorher nur für gottähnlich verehrte Herrscher wie den ägyptischen Pharao.

Und schließlich garantiere Gott in seiner Schöpfung einen Naturrhythmus und eine Regelmäßigkeit, die nachgerade den Menschen dazu einlüden, die Welt naturwissenschaftlich zu untersuchen.

Wenn man genau das tut, dann komme man ins Staunen, dass man die Welt mathematisch beschreiben könne, was er als Indiz dafür nimmt, dass es eine Rationalität dahinter gebe. Damit Leben auf der Erde entstehen konnte, habe eine Fülle von Bedingungen, minutiös aufeinander abgestimmt, stimmen müssen –

„da hat sich jemand etwas dabei gedacht“.

Quelle: hna.de