Der Unternehmer Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, mit dem die Geschichte der Würth-Gruppe untrennbar verbunden ist, gab aktuell kurz vor seinem 85. Geburtstag dem Handelsblatt ein Interview, in dem der Milliardär und Mäzen über seine Sicht auf Europa und über den Umgang mit der Corona-Krise sprach. Dabei brachte er auch seine christliche Werteorientierung und seinen Glauben an Gott zum Ausdruck.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Krise, die durch den Corona-Virus hervorgerufen wird, und der Forderung von so manchem Unternehmer, die strengen Auflagen zu lockern, machte Reinhold Würth klar, dass der Wert des menschlichen Lebens seiner Meinung nach immer vor wirtschaftlichen Bedürfnissen zu stehen hat. Dazu sagte er gegenüber dem Handelsblatt:

„Das Leben von Menschen hat Vorrang. Jedes Menschenleben ist mehr wert, als 100.000 Euro mehr Umsatz.“

Der Schrauben-Gigant, der heute Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe ist, plädierte sogar dafür, die Maßnahmen „eher noch“ zu verlängern, bis „genügend Schutzmaterial und Testkapazitäten“ vorhanden seien. Erst dann sollte seiner Meinung nach erst wieder damit begonnen werden, „den Wirtschaftskreislauf in Gang zu setzen“.

Weiter brachte Würth zum Ausdruck, dass er und sein Unternehmen für nachhaltiges Wirtschaften steht, so dass auch in Krisenzeiten Liquidität vorhanden ist.

Mit Blick auf seinen bevorstehenden 85. Geburtstag und darauf, dass die große Feierlichkeiten ausfallen werden, reagierte Reinhold Würth sehr entspannt und verwies vielmehr auf den Wert der Dankbarkeit. Auch wenn er sein Bedauern zum Ausdruck brachte, dass seine Mitarbeiter „einen schönen Tag geplant“ hatten, der nun nicht stattfinden kann, und dass seine Familie zu diesem Anlass „auch nicht zusammenkommen kann“, erklärte er, dass seine Frau und er sich aber durchaus auch freuen, „wenn wir mal unsere Ruhe haben“. Dazu betonte Reinhold Würth den Wert der Ehe für sein Leben mit folgenden Worten:

„Wir sind 64 Jahre verheiratet. Wir sind für jede Stunde dankbar, die wir miteinander zu zweit haben können.“

Neben der Familie ist für Reinhold Würth die Rückbindung zu Gott von großer Bedeutung, worauf er bei der Frage, ob ein Mann seines Formats und Alters noch einen Wunsch hätte, verwies. Dazu erklärte er, dass er in seinem Alter und nach einem erfüllten Leben keine großen Wünsche mehr habe. Wenn überhaupt, dann würde er sich einen gnädigen Tod wünschen: „Schön wäre es, an einem Sonntag nach dem Mittagessen in meinem Opastuhl einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen“, so Würth. Weiter äußerte er diesbezüglich:

„In Würde sterben zu können, ohne meiner Familie zur Last fallen zu müssen. Aber das kann man sich nicht aussuchen. Ich muss es nehmen, wie es der liebe Gott für mich vorgesehen hat.“

Das komplette Interview gibt’s unter handelsblatt.com

 

Bereits im Juni 2018 betonte Reinhold Würth im Interview mit der Bild-Zeitung mit Blick auf seine Ehe sowie mit seiner Sicht auf den Tod die Führung Gottes (wir berichteten).

Nach seinem Rezept für seine glückliche Ehe befragt, antwortet, dass Toleranz sehr wichtig sei und:

„Ich bin heute noch der Meinung, dass der liebe Gott uns zusammengeführt hat.“

Er habe sie damals in der Kirche kennengelernt, so Würth weiter.

Auf die Frage, ob er und seine Frau den Tod fürchten würden, antwortet Reinhold Würth mit Gewissheit im christlichen Glauben:

„Wir sind Christen. Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Tod weiterleben. Es wäre ein billiger Schöpfer, der so wunderbar komplizierte Wesen geschaffen hat, mit so viel Geist, wenn die Seele nicht existent wäre. Wenn man einfach stirbt wie ein Hund. Das glaube ich nicht. Insofern habe ich da keine großen Bedenken.“

Im Interview mit der Welt im Dezember 2018 wurde Reinhold Würth zum Einstieg mit der Frage konfrontiert. ob ein Reicher ins Himmelreich komme. Nachdem er den Einstiegsimpuls, dass er Milliardär und gläubiger Christ sei, bezog der Schrauben-Gigant Stellung zu der Frage, wie er die Aussage von Jesus, dass eher ein Kamel durchs Nadelöhr kommt als ein Reicher ins Himmelreich, bewerte. Diesbezüglich brachte Würth seine soziale Verantwortung sein Engagement zum Ausdruck und erklärte, dass er mit dem verdienten Geld „nichts Schlechtes“ tun würde. Weiter verwies er den Journalisten darauf, dass Jesus diesen Satz auch anders gemeint haben könnte, als er ihn so geschwind auslegt. Dabei erklärte dann auch der Interviewer: „Ich weiß, Sie haben weltweit 76.000 Mitarbeiter, und an denen hängen Familien. Sie ernähren weit mehr als 100.000 Menschen. Und darüber hinaus tun Sie enorm viel für die Kunst, Kultur und Infrastruktur Ihrer Region, aber auch für die Vereinigung Europas. Das Betriebsklima bei Würth wird hochgelobt, Sie sind sozial, karitativ und fair.“

Im Interview mit dem Tagesspiegel im Januar 2014 war der Glaube von Reinhold Würth mit Blick auf den Umgang mit Lebenskrisen ein Thema. Auf die Anmerkung, dass er bei allem Glück auch Schicksalsschläge verarbeiten musste, wie etwa den Unfalltod seiner Enkelin und die Tatsache, dass sein Sohn schwerbehindert ist, antwortete Würth:

„Das Schicksal macht keinen Unterschied zwischen Reich und Arm.“

 

Im Umgang mit Schicksalsschlägen kann der Mensch im Glauben an die Erlösungstat Jesu am Kreuz Trost und Halt finden, egal ob arm oder reich. Seinen festen Glauben gab Reinhold Würth auch an seine Tochter Bettina weiter, wie die Zeitung „Der Teckbote“ im Juni 2013 berichtete. Dabei erklärte Bettina Würth:

„Ich bin sehr gläubig erzogen worden. Für mich war es immer klar, dass es einen Gott gibt.“

Hinsichtlich ihrer Werteorientierung hob sie die Werte Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und gesundes Selbstbewusstsein („Man darf auch in Bescheidenheit stolz sein auf das, was man erreicht.“) hervor und ähnelt damit ihrem Vater Reinhold Würth.

Quellen: handelsblatt.com, wuerth.de, bild.de, welt.de, tagesspiegel.de, teckbote.de