Für den britischen Musiker und Songschreiber Roger Hodgson, der in den 70er- und Anfang der 80er-Jahre mit seinem Gesang die Band Supertramp prägte, änderte sich sein Leben, als er entdeckte, dass Gott Liebe ist. So fordert der 69-jährige im aktuellen Interview mit dem Mannheimer Morgen ein Bildungssystem mit spirituellem Kompass.

Angesprochen auf den Mega-Hit „The Logical Song“ von Supertramp, der Logik und Rationalität beschwört bzw. stark autobiografische Züge aufweist, antwortete Roger Hodgson im Interview mit dem Mannheimer Morgen auf die Frage, ob er mittlerweile herausgefunden habe, wer er sei, dass er heute „mehr inneren Frieden“ habe als mit Anfang 20. Dazu betonte er mit Blick auf seinen Super-Hit:

„Der „Logical Song“ steht bis heute für die Verwirrung, die viele Menschen empfinden – mich eingeschlossen. Einfach, weil sich das Bildungssystem, das wir durchlaufen, nicht mit den elementaren Fragen des Lebens befasst. Etwa: Wer sind wir? Warum sind wir hier? Oder: Wer ist Gott?“

Und weiter:

„Ich meine, all die Anleitungen, wie man dies oder das machen sollte, sind toll. Doch was fehlt, ist eine Richtung, eine Art spiritueller Kompass.“

Genau deshalb habe er sich „auf eine Reise“ begeben, um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, wobei viele dieser Fragen Einzug in seine Songs gefunden haben. Grund dafür sei gewesen, dass er „glücklich sein“ wollte, was sein „Hauptantrieb“ war und sei.

So sagte er bereits im Oktober 2007 im Interview mit dem Magazin Stern, dass er es nicht als Fehler empfunden habe, die Band Supertramp im Jahr 1983 zu verlassen, was er wie folgt begründete:

“ 14 Jahre lang habe ich der Band alles geopfert. Dann bin ich meinem Herzen gefolgt, das sagte: Du bist fertig mit Supertramp, deine nächste Lernphase ist es, Vater zweier Kinder zu sein und neue spirituelle Werte zu finden.“

Als er einst sich nach einem Sturz beide Handgelenke brach, seine beiden Hände monatelang in Gips hatte und von seinen Ärzten die Diagnose erhielt, dass er nie wieder Gitarre spielen könne, was sich nicht bestätigen sollte, habe er sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzen wie „Wer ist der Mensch Roger Hodgson, und kann er auch glücklich sein, wenn er nie wieder Gitarre spielt?“, so Hodgson 2007 gegenüber dem Stern.

Die Beschäftigung mit dieser Frage hat dann auch dazu geführt, dass er aufgehört habe, „so versessen auf Erfolg zu sein“. Vielmehr wurde ihm folgendes klar:

„Wenn ich sterbe, kann ich meine Gold-Alben nicht mitnehmen, mein Glück darf also nicht davon abhängen. Heute brauche ich keine große Karriere mehr, um glücklich zu sein.“

Dies begründet er mit seiner Beziehung, die er zu Gott gefunden hat. Auf die Frage, ob er in der Spiritualität bei der Suche nach Glück und Zufriedenheit Antworten gefunden habe, sagte Roger Hodgson gegenüber dem Stern:

„Ich hatte immer große Fragen: Warum bin ich hier? Was ist der Sinn des Lebens? Gott war mir sehr wichtig, aber ich hatte keine Ahnung, wer oder was Gott ist. Nun habe ich etwas mehr Ahnung: Gott ist Liebe.“

Deshalb glaube er heute mit voller Gewissheit, „dass wir hier sind, um zu lieben und zu geben“.

Auch im Interview mit DERWESTEN im Juni 2013 ging er auf diese Zeit, in der er begann, sich mit existenziellen Fragen zu beschäftigen, ein und hob hervor, dass er heute mit viel mehr Selbstbewusstsein durchs Leben gehe. In der Zeit der Verzweiflung wendete er sich an Gott, der ihn bis heute trägt. Dazu sagte er:

„Ich hatte immer eine große spirituelle Stärke in meinem Leben und ich sprach zu Gott, ich schrie ihn an, ich betete sehr viel.“

Auf die Frage, wie sehr im sein Glauben durch sie harte Zeit geholfen habe, antwortete Roger Hodgson:

„Es hat mir unglaublich viel geholfen, so wie er mir durch alles hilft.“

Auch wenn er keiner speziellen Religion angehöre, so glaube er an eine höre Macht. Diese Erkenntnis brachte ihm zum Bewusstsein, das es „eine höhere Bestimmung im Leben“ gebe, die er darin sieht, „zu dienen und anderen Menschen etwas zurückzugeben“. Weiter betonte er:

„Ich weiß, für mich, dass das Geheimnis des Glücks nicht darin liegt, steinreich zu werden und viele tolle Häuser zu besitzen.“

Um glücklich und zufrieden zu sein, gehe es vielmehr darum, zu teilen und „das zu lieben, was man tut“.  So fühle er sich gesegnet, mit dem Musizieren das zu tun, was er liebe und dass er damit „der Welt etwas zurückgeben“ kann.

Weiter betonte er, dass auch die Erfahrung, Kinder zu haben, sehr dazu beigetragen habe, gestärkt durchs Leben zu gehen. Kinder seien „wundervolle Lehrer für uns“. Er habe über die Jahre eine Menge über sich selbst und über das Leben gelernt. Dazu stellte er fest:

„Nachdem ich zwanzig Jahre vom Tourleben pausiert habe, stellte ich bei meiner Rückkehr auf die Bühne fest, dass ich heute viel mehr zu geben habe, weil ich viel mehr inneren Frieden verspüre.“

Auch im Interview zu seinem 65. Geburtstag im März 2013 sagte er gegenüber der dpa, dass er, obwohl er die Musik liebe, 17 Jahre zu Hause geblieben sei, „um ein guter Vater zu sein“.

Weiter betonte er:

„Ich bin nicht mehr auf Ruhm oder eine große Karriere aus. Im Jetzt zu leben, die bestmögliche Person zu sein und – wie der Poet Milarepa – ohne Bedauern leben und sterben: Das halte ich für ein gutes Ziel.“

So lange seine Stimme es hergibt, werde er aber auf Tour gehen, so Roger Hodgson im Zuge seines 65. Geburtstages.

Quellen: morgenweb.de, stern.de, derwesten.de, klatsch-tratsch.de

 

Und hier der „Logical Song“, der nach den Worten von Roger Hodgson für die Verwirrung steht, die viele Menschen im Leben empfinden: