Wolfgang Fierek: „Der liebe Gott hat mir den Auftrag gegeben, die Menschen zum Schmunzeln zu bringen“
Der Schauspieler und Schlagersänger Wolfgang Fierek sprach aktuell im Interview mit der Augsburger Allgemeinen über die TV-Serie „Ein Bayer auf Rügen“, die mit ihm in der Hauptrolle in den 1990er Jahren ein Quotenhit war. Dabei nahm der 75-Jährige auch Bezug zu seinem Glauben an Gott.
Darauf angesprochen, dass er in Filmen und Serien oft den charmanten, bayerischen Hallodri verkörpere, sagt Wolfgang Fierek:
„Ich glaube, der liebe Gott hat mir den Auftrag gegeben, die Menschen zum Schmunzeln zu bringen. Da habe ich wirklich eine Gabe, und kann Leute erheitern.“
Zu dieser Annahme erklärte sich der Schauspieler anschließend genauer. Nach seinem ersten Film sei er nach Monaco in ein günstiges Hotel gegangen, wo ihn beim Essen ein älterer Herr beobachtet und ihn nach seinem Beruf gefragt habe. Auf seine Antwort hin habe dieser ältere Herr ihm mitgeteilt: ‚Sie sind von Gott begnadet, er schickt Sie uns, damit wir lachen können, uns amüsieren und unsere Sorgen vergessen.‘ Diesen Satz habe er sich fortan „auf die Fahne geschrieben“, begründet Fierek mit Blick auf sein Wirken als Schauspieler.
An anderer Stelle des Interviews merkt Wolfgang Fierek an, dass es sich in seinem Leben für ihn herauskristallisiert habe, „der Botschafter der guten Laune“ zu sein. Zu den Prioritäten in seinem Leben ließ der 75-Jährige durchblicken, dass er heute „auf vieles verzichten“ könne. Zu dem, was für ihn wirklich Lebensrelevanz hat, betont Fierek:
„Das einzig Wichtige ist meine Ehe und meine Gesundheit.“
Zur Bedeutung, die der Glaube an Gott in seinem Leben spielt, äußerte sich Wolfgang Fierek bereits in der Vergangenheit (wir berichteten). Als er im Jahr 2010 im Interview mit der Süddeutschen Zeitung auf sein großes Kreuz, das er um den Hals hängen hatte, angesprochen wurde, erklärte der Schauspieler:
„Gott gibt es wirklich! Das Kreuz habe ich immer an, mir ist der Glaube sehr wichtig.“
Die Verbindung zu Gott gewann Anfang der 2000er Jahre im Umgang mit einem existenziellen Ereignis für Wolfgang Fierek neu an Bedeutung. Der leidenschaftlich Harley-Fahrer wurde im April 2003 ohne eigenes Verschulden in einen Unfall verwickelt, bei dem er schwer verletzt wurde. Seine Erfahrungen nach dem damaligen Unfall beschrieb er in seinem Buch „Mit der Harley an der Himmelspforte“ [Anzeige]. In Interviews zu diesem Buch sagte er, dass der Unfall in seiner Wahrnehmung weniger ein Unfall als viel mehr ein Geschehnis war (wir berichteten). Dabei betonte Fierek:
„Für mich war es ein Denkzettel, der mein Leben verändert hat. (…) Es hat mir meine Sterblichkeit vor Augen geführt und mich Gott ein Stück näher gebracht. Dafür bin ich dankbar.“
Weiter sagte er seinerzeit:
„Als es mir in der Klinik so schlecht ging, habe ich in der Bibel gelesen, zu Gott gebetet und gemerkt, wie der Weg sich ebnet.“
Der Schauspieler betonte, dass er das Erlebte nicht überhöhen wolle, hielt aber fest:
„Ich spürte ganz deutlich zweierlei: dass ich sterblich bin und gleichzeitig Gottes Nähe.“
Dies habe er „mit viel Freude registriert“. Elementar für seine Beziehung zu Gott wurde das Gebet. Dazu sagte er:
„Man muss nur das Gespräch mit Gott suchen, das ist das Entscheidende. Aber das haben die meisten Leute vergessen, weil sie meinen, sie können alles besser. Doch ohne Glauben geht gar nichts.“
Er bete „teilweise zwei-, dreimal am Tag“ und Gott sei „immer dabei“, so Fierek damals. Seine Beziehung zu Gott fasste er prägnant wie folgt zusammen:
„Gott ist mein bester Spezi.“
Im November 2018 sprach Wolfgang Fierek im Interview mit der BILD-Zeitung über den Wendepunkt in seinem Leben. Dabei betonte er, dass er nach seinem Unfall seinen Glauben neu entdeckte. Auf die Frage, was ihm Gott bedeute, antwortete der Münchner Schauspieler und Sänger:
„Ich bin ein bayerischer Bua und wurde als Kind gezwungen sonntags in die Kirche zu gehen. Ich habe erst wieder täglich angefangen freiwillig zu beten und zu glauben, als ich in der Klinik lag. Ich habe Gott angefleht: Ich bin hier in der Scheiße, hol mich bitte raus. Er hat dafür gesorgt, dass ich überlebt habe. Der wollte mich noch nicht haben!“
Weiter ließ Fierek wissen, dass er seitdem täglich hinterfrage, ob er an diesem Tag ein guter Mensch gewesen sei. Und:
„Ich danke dem lieben Gott täglich!“
Als Fierek am 9. Dezember 2020 seinen 70. Geburtstag feierte, war im Zuge der Berichterstattung rund um dieses Ereignis auch der Glaube des Oberbayerns ein Thema (wir berichteten). So war u.a. in der Stuttgarter Zeitung zu lesen, dass der Glaube an Gott im Leben von Wolfgang Fierek eine Rolle spielt. Dazu erklärte der Jubilar:
„Ich bin Christ, und mir bedeutet der Glaube etwas.“
Auch seiner Frau Malerin Djamila Mendil sei der Glaube an Gott wichtig. Da sie Muslima ist, fand deren Hochzeit 1994 in Amerika nicht in einer Kirche statt. Vielmehr entschieden sich die beiden zu einer völlig anderen Form der Eheschließung und heirateten nach dem Indianer-Ritual beim Stamm der Oglala-Sioux. Noch heute schwärmt er von diesem Ereignis, das er „nie vergessen“ werde. Seit damals ist er bei dem Stamm „Ehrenindianer“.
Quellen: augsburger-allgemeine.de, sueddeutsche.de, promisglauben.de (1), bild.de, promisglauben.de (2)


