Wolfgang Grupp: „Ich war immer eingebettet in die Familie“
Der Unternehmer Wolfgang Grupp, der von 1972 bis 2023 Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema war, ist bekannt als ein Mann, der zu seinen Werten und Handlungen steht. Aktuell sprach er im Interview mit der „Wirtschaftswoche“ über seine Depressionen, seinen Suizidversuch und seinen neuen Lebensmut. Kraft bezieht er aus seiner Familie und seinem Glauben an Gott.
Am 7. Juli 2025 wurde Grupp nach einem Suizidversuch mit Schussverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. In einem Brief an die Belegschaft von Trigema vom 17. Juli 2025 schrieb er, dass er unter Altersdepression leide und das Geschehene bedauere.
Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ erklärt der 83-Jährige aktuell:
„Ich muss dazu stehen, dass ich meinem Leben ein Ende setzen wollte.“
Weiter schildert er, dass er „vor einer Leere“ gestanden habe, nachdem er nach 55 Jahren am 1. Januar 2024 offiziell als Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema abgetreten war. Seinen darauf folgenden Suizidversuch beschreibt Grupp als Kurzschlussreaktion, die er nachträglich sehr bereut habe. Als Kraftquelle im Umgang mit dieser Situation hebt Wolfgang Grupp seine Familie hervor. Dazu erklärt er:
„Ich war immer eingebettet in die Familie.“
Ein weiterer Anker in seinem Leben ist der christlicher Glaube (wir berichteten). Nach seinem Rückzug als Geschäftsführer wurde in einem Sendebeitrag der SWR Landesschau Baden-Württemberg auch die katholischen Prägung des Top-Unternehmers zum Thema. Auf die Anmerkung, dass er in seinem Haus in Burladingen eine Hauskapelle hat, und die damit verbundene Frage, welche Rolle der Glaube in seinem Leben spielt, erklärte Wolfgang Grupp:
„Ich war ja im Jesuiten-Kolleg St. Blasien und ich gehe jeden Morgen, wenn ich in Burladingen bin, ein paar Minuten in die Hauskapelle.“
Dazu schilderte er weiter:
„Man sollte dafür danken, wenn es einem gut geht.“
Für ihn sei es wichtig, sich die Dankbarkeit geistig vor Augen zu führen. Weiter fügte er an:
„Ich hatte vielleicht nicht das schwierigste Leben. Deshalb darf man auch mal danken, wenn es einem gut geht, und nicht nur bitten, wenn es einem schlecht geht.“
In den zu seinen Worten eingeblendeten Bildern sah man ihn beim Beten in seiner Hauskapelle und bei seiner Hochzeit, die ebenfalls an diesem Ort stattfand.
In der aktuellen Berichterstattung zum Interview von Wolfgang Grupp mit der „Wirtschaftswoche“ geht auch die BILD in einem Porträt zu Grupp auf den Glauben des 83-Jährigen ein. Dazu wird berichtet, dass „der gläubige Mann“ jeden Morgen in seiner Hauskapelle ein Vaterunser und ein ‚Gegrüßet seist du Maria‘ betet und er darüber hinaus aller Verstorbenen gedenkt und für seine Familie betet. Weiter zeigt sich Wolfgang Grupp als Mensch mit Ehrfurcht vor Gott. Diesbezüglich wird er im BILD-Artikel mit folgenden Worten zitiert:
„Und ich bedanke mich, dass mir im Leben vieles erspart geblieben ist, was andere vielleicht erleben mussten. Ich bin mir sicher, dass ich irgendwann Rechenschaft für mein Leben ablegen muss.“
Quellen: wiwo.de, promisglauben.de, youtube.com (SWR Landesschau Baden-Württemberg), bild.de (1), bild.de (2)


