Man hört eher selten, dass ein Wissenschaftler bei Atheismus und Materialismus ins Zweifeln gerät und auf der Suche nach einem schlüssigeren Weltbild den christlichen Glauben entdeckt. Günter Bechly war Atheist und überzeugter Anhänger Richard Dawkins‘. Heute ist er gläubiger katholischer Christ. Er ist Paläontologe, den philosophische und naturwissenschaftliche Argumente zu Gott geführt haben. Über seine spannende „intellektuelle Bekehrung“ berichtete der Katholik aus Böblingen im evangelischen Gemeindehaus in Sulz am Eck.

Es war eine Ausstellung im Darwin-Jahr 2009, die ihn ins Zweifeln gebracht hatte. Damals wurde auch die Kritik an der Evolution thematisiert, die vermeintlich aus leicht zu widerlegenden Argumenten bestand. Bechly nahm sich diese Argumente vor – und fand sie überzeugend.

Allein in seinem Spezialgebiet, den fossilen Insekten, entdeckte er Widersprüchlichkeiten. Trotz einer reichen Fülle an Fossilien sind kaum Übergangsformen zu beobachten, sondern deutlich gegeneinander abzugrenzende Arten. Auch die Zeit, die nach genetischen Berechnungen für die Entwicklung der Arten erforderlich wäre, steht der Evolution nicht zur Verfügung, so der Naturwissenschaftler.

Für die Kritik am Materialismus nahm Bechly die Zuhörer mit auf eine anspruchsvolle Reise in die Philosophie, Kosmologie und Quantenmechanik. So sei die Tatsache, dass die Mathematik nützlich ist, genauso wenig zu erklären wie der Ursprung der Naturgesetze. Es müsse mehr geben als nur Materie und Energie.

„Was einen Anfang hat wie das Universum, muss auch eine Ursache haben.“

Und diese Ursache könne nur geistiger Art sein, eine Art „Gottesbeweis“, wie er schon im Mittelalter angeführt worden ist. Aus dem Nichts habe sich das Universum nicht „sich selbst erschaffen“ können, wie dies von renommierten Physikern wie Stephen Hawkins behauptet werde.

Dies sei genauso eine metaphysische Glaubensaussage, wie der Glaube an Gott.

Wenn Berühmtheiten wie der Tesla-Gründer Elon Musk die Meinung vertreten, unser Dasein sei Teil einer gigantischen Computersimulation, sei dies viel weniger rational, als es dem Christentum oft vorgeworfen werde.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags legte Bechly aus naturwissenschaftlicher Sicht überzeugende Argumente für einen intelligenten Schöpfer dar. Darüberhinaus seien aber auch Landschaften, die menschliche Kreativität und die Augen von Kindern eindrückliche Beweise dafür, dass eine übernatürliche Schaffenskraft in dieser Welt existiere.

Bechly selbst ist überzeugter Christ. Diesbezüglich äußerte er, dass er in der christlichen Lehre die überzeugendste Lösung für das Problem des Leidens, auch die Verzahnung von Altem und Neuem Testament sieht und die historischen Argumente für die Auferstehung seiner Ansicht nach für den dreieinigen Gott sprechen. Und weiter:

„Das Leiden und Sterben Jesu ist wesentlich besser überliefert als das Leben Alexander des Großen – und an dessen Existenz zweifelt niemand.“

Die Zweifel und später öffentlich geäußerte Ablehnung der Evolutionslehre führten dazu, dass Günter Bechly seine Tätigkeit am Naturkundemuseum aufgeben musste. Es gibt keine Ursprungstheorie, die in der Biologie als Alternative zum Darwinismus dienen könnte, daher seien die Biologen gegenüber Kritik weniger gelassen als beispielsweise Physiker, so Bechly.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

 

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