Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der seit 1977 Mannschaftsarzt des FC Bayern München ist und bis 2018 Mannschaftsarzt der Deutschen Fußballnationalmannschaft war, ist ein weltweit beachteter Arzt mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. So hat er die Gabe, allein durch das Abtasten mit seinen Händen Diagnosen zu stellen. Wie die Süddeutsche Zeitung, die Münchner Kirchenzeitung sowie das christliche Medienmagazin Pro aktuell berichten, erklärte der 77-jährige am vergangenen Freitagabend bei einem Dialogabend mit Abt Johannes Eckert in der Benediktiner-Abtei Sankt Bonifaz in München, dass auch der Glaube an Gott für seine Arbeit eine Rolle spielt.

Zu diesem Gespräch über Medizin und Glaube und über Heilung von Körper und Seele, hatte die katholische Arbeitnehmer-Bewegung und das katholische Medienhaus Sankt Michaelsbund den renommierten Sportmediziner eingeladen. Im Austausch waren sich der Mediziner wie der Geistliche darüber einig, dass es in beiden Berufen wichtig sei, ein guter Zuhörer sowie Seelsorger zu sein und sich Zeit für ihr jeweiliges Gegenüber zu nehmen.

Dabei verriet der Bayern-Doc etwas, über das er bis dato noch nicht gesprochen habe. Vor jeder Behandlung lege er erst einmal seine Hände auf den Schultergürtel seiner Patientin oder seines Patienten und spreche in Gedanken ein Gebet für den Erfolg der Behandlung. Dies kommuniziere er aber nicht gegenüber seinen Patienten, die wohl annehmen würden, dass er sich in diesem Moment vor der Behandlung „einfach nur konzentrieren“ würde. Mit seinen Fingern nehme er dann Dinge wahr, die man mit Apparaten nicht darstellen könne.

Diesbezüglich brachte Müller-Wohlfahrt zum Ausdruck, dass dabei auch die Verbindung zu Gott eine Rolle spiele. So habe er bei seiner Arbeit „absolutes Gottvertrauen“ und spüre, dass sein Weg vorbestimmt sei. Weiter sagte er:

„Ich erlebe in meiner Arbeit die Nähe Gottes.“

Und:

„Ich sehe da Gottes Hand, ich sehe da Energie und Kraft von oben.“

Den Glauben an Gott erfuhr Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bereits in der Kindheit. Er stammt aus einer ostfriesischen Pastorenfamilie und sollte nach dem Willen seines Vaters evangelische Theologie studieren. Dazu sagte der 77-jährige:

„Ich habe großen Respekt vor dem Studium der Theologie. Ich wurde sehr religiös erzogen und bin bis heute tief mit dem Glauben verbunden.“

Bereist im Mai 2018 äußerte der Bayern-Doc im Interview mit der Münchner TZ, dass sein Vater die Hoffnung hatte, dass auch er Pastor wird (wir berichteten). Während sein Bruder Hajo Theologe wurde, sei bei ihm jedoch der Wunsch, Sportarzt zu werden, bereits in seiner Jugend sehr ausgeprägt gewesen.

Die Mediziner seiner Zeit habe sein Vater allerdings kritisch gesehen. Dazu sagte Müller-Wohlfahrt im TZ-Interview:

„Mein Vater wollte unbedingt verhindern, dass ich Medizin studiere, weil er schlechte Erfahrungen machen musste. Zu seiner Zeit waren Ärzte noch eitle Halbgötter, die meinten, man brauche keinen Gott, dieses Amt könnten die Herren in Weiß übernehmen.“

Diese Haltung seines Vaters prägte Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, wie er etwa im März 2018 im Interview mit dem österreichischen Magazin Profil zum Ausdruck brachte. So beschrieb er seine Berufung zum Arzt u.a., wie folgt:

„Ich erhalte an vielen Tagen von Patienten ein Dankeschön. Das liegt auch daran, dass ich mich meiner Sache mit Haut und Haaren hingebe, mich ganz meinen Patienten zuwende. Ich will ihnen das Gefühl vermitteln, sie seien das Wichtigste auf der Welt, und dass ich alles in meiner Macht Stehende tun werde, um die Diagnosen richtig zu treffen, um ihre Leiden zu lindern. Spüren Patienten dies, fühlen sie sich gut aufgehoben.“

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ein außergewöhnlicher Arzt mit klarer Grundhaltung!

Quellen: mk-online.de, sueddeutsche.de, pro-medienmagazin.de, tz.de, profil.at