Fred Heyman überlebte als Teenager in Berlin die Judenverfolgung der Nazis. Ein Bericht über das Leben des heute 88-jährigen wurde aktuell auf taz.de veröffentlicht.

In dem sehr lesenswerten Bericht äußert Fred Heymann auch:

„Warum bin ich am Leben geblieben? Es ist, glaube ich, ein Geschenk Gottes.“

Weiter berichtet er von einer christlichen Familie, die ihm in dieser grausamen Zeit half. Unter anderem sagte er dazu rückblickend:

„Und dann gab es da diese katholische Familie, die uns half. Sie wussten, dass wir Juden waren. Der Mann hieß Max Manthey, seine Frau Anni. Wir freundeten uns mit der Familie in den 1930er Jahren an, als ich noch ein kleines Kind war. Es waren wundervolle menschliche Wesen.“

Diese Familie half Fred Heymann und dessen Familie „in all den Jahren der Naziherrschaft“. Die Erfahrungen mit der Familie Manthey, die die Gottesbotschaft von der Nächstenliebe für Fred Heymann erlebbar werden ließ, sind auch ein Grund, dass das destruktive Gefühl des Hasses nicht Besitz von ihm ergriff. Dazu sagt er:

„Nein, ich habe die Deutschen nicht gehasst. Wie hätte ich sie hassen sollen? Die Mantheys waren Deutsche und die Nazis waren Deutsche. Es gab gute Menschen und es gab schlechte Menschen. Ich kann nicht einmal die Nazis wirklich hassen. Hass ist etwas Schlimmes, daraus erwachsen nur schlechte Dinge. Ich weigere mich zu hassen.“

Seine Mission bis heute beschreibt er mit folgenden Worten und verwendet mit dem Wort „Upstander“ einen Begriff, der im Gegensatz zum Begriff Bystander nicht im Wörterbuch stehe, dies aber seiner Meinung nach tun sollte:

„Ich möchte, dass die Menschen zu Upstandern werden. Deshalb besuche ich Schulen und sage den Kindern: ‚Ihr müsst aufpassen. Es gibt Menschen, die andere Menschen angreifen.‘ Das ist meine Mission.“

Die komplette Geschichte von Fred Heymann gibt’s unter taz.de