© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Hart aber fair - 2019-09-23-9076, cropped, CC BY-SA 4.0

Der Designer und Unternehmer Harald Glööckler hatte nach eigenen Angaben in seinem Leben immer ein festes Band zu Gott. In den letzten Jahren nähert er sich scheinbar auch der Kirche wieder an. So entwarf er zum Reformationsjubiläum einen Schmuckschuber für die Lutherbibel 2017. Im August 2018 brachte er ein Buch heraus mit dem Titel „Kirche, öffne dich!“, in dem er über Reformbedarf bei beiden großen Kirchen schrieb und zum Ausdruck brachte, wie Kirche aussehen könnte, damit sie wieder mehr Menschen Halt und Hoffnung gibt. Nun gestaltet der 54-jährige ein Kirchenfenster für die evangelische Jakobuskirche in Rümmingen in Baden-Württemberg. Initiiert wurde die Aktion vom Pfarrer der Kirchengemeinde, Dirk Fiedler. Er hatte bereits vor längerer Zeit bei Glööckler angefragt und dieser habe sofort einen „pompösen Vorschlag“ gemacht.

In den letzten Jahren brachte Glööckler in Interviews auf Nachfrage immer wieder zum Ausdruck, dass der Glaube an Gott ihn trägt. Bereits in seiner Biographie mit dem Titel „Der Modeprinz“, die er Anfang der 200er Jahre auf den Markt brachte, beschrieb sich der schillernde Designer als gläubigen Menschen. In diesem Buch ist auch zu erfahren, dass seine Kindheit von Gewalt geprägt war. Im Alter von nur 14 Jahren musste er mit ansehen, wie sein Vater seine Mutter erschlug. Er hat es jedoch geschafft, diese schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten. In dem Buch ‚Der Modeprinz – Eine märchenhafte Biografie‘ werden seine Kindheit und der Weg nach oben beschrieben. Trotz oder gerade wegen der schlimmen Erfahrungen in seiner Jugend hat Glööckler nie den Glauben an Gott verloren. So erfuhr der Leser bereits damals, dass Glööckler gerne vor einem Altar sitzt und dort meditiert sowie, dass ihm das Beten des Vater Unser Kraft und innere Ruhe gibt.

Gegenüber katholisch.de sagte er damals:

„Ich musste mich immer wieder aus dem Dreck ziehen. So habe ich von meinem Schöpfer etwas bekommen, das andere vielleicht nicht haben. Ich habe einen ungeheuren Willen bekommen.“

Zur Bedeutung des Vater-unser-Gebets für ihn erklärte Harald Glööckler:

„Das „Vater Unser Sprechen“ ist sehr praktisch, weil es eine sehr starke Macht hat, weil es eine sehr starke Ausstrahlung hat und ein sehr starkes Gebet ist. Damit kann man sehr gut zur Ruhe kommen. Man wird ruhiger und ruhiger, so als würde man aufgefangen.“

Im Interview mit der Berliner Morgenpost ließ Harald Glööckler im November 2017 sein Gottesbild durchblicken, das christlich geprägt ist. Dazu sagte er u.a.:

„Gott ist Liebe und nicht jemand, der da oben sitzt und schrecklich straft.“

In seinem Buch „Kirche, öffne dich!“ zeigt Glööckler indes ein erstaunliches Bibelwissen und zieht beeindruckende Schlussfolgerungen. So schreibt er beispielsweise:

„Was entfernt uns vom Glück? Alles, was uns auch von Gott und den Menschen entfernt. Liebloses, bösartiges Handeln, Hass, Neid und Missgunst sind die Feinde des Glücks. Es ist das große Geschenk von Jesus an uns, dass wir jeden Tag jederzeit neu beginnen können.“
Seine Liebe zu Jesus wird in diesem Buch spürbar.“

Über Jesu Tod am Kreuz schreibt er u. a.:

„Sein Tod ist kein Freibrief, um Sünden begehen zu können, die dann vergeben werden.“

Und weiter:

„Jesus ist für einen da, wenn man ihn braucht.“

Weiter zeigt er sich gewiss, dass die Kirche die beste Botschaft der Welt habe. Wenn sie diese auch vertrete, in dem sie Leuten aufhelfe, „die gestrauchelt sind, statt Ihnen mit Kritik und Vorschriften den Mut zu rauben“, wäre Kirche in seinen Augen auch wieder attraktiv für die Menschen.

Verfehlungen der Kirche haben für Glööckler indes keinen Einfluss auf seine Beziehung zu Gott. Dazu erklärte er etwa im November 2017 im Morgenpost-Interview:

„Ich hatte mal Probleme mit der Kirche, aber nie mit Gott. Meine Beziehung zu Gott war immer tief verankert. (…) Für mich ist der Glaube wichtig. Nur fanatisch darf es nicht werden.“

Ein fester Bestandteil seines Glaubens ist für ihn der Glaube an Schutzengel sowie das Gebet. Er bete u.a. für Vernunft in der Politik, Frieden, Liebe, Verständnis sowie für seine Mitmenschen. Weiter betonte er gegenüber der Berliner Morgenpost:

„Beten bedeutet auch, Liebe zu senden.“

Seiner Meinung nach sollte man nicht nur beten, wenn man etwas braucht, sondern:

„Man kann tagtäglich beten, auch im Zuge der Dankbarkeit.“

Dass er mit seiner Erscheinung auffällt, ist Harald Glöckler bewusst, wie er etwa im März 2011 im Interview mit Teleschau hervorhob. Dabei verwies er darauf, dass jeder Mensch einzigartig ist und dass es gelte, sich von der Masse hervorzuheben. Dazu sagte er:

„Ich bin extravagant. (…) Gott hat uns alle unterschiedlich gemacht. Wenn er gewollt hätte, dass wir alle gleich sind, hätte er es recht einfach gehabt.“

An anderer Stelle betonte Harald Glööckler einmal:

„Das Äußere ist nur die Hülle. (…) Man sollte auf das Innere des Menschen achten. Das ist das viel viel Wichtigere.“

Harald Glööcker – ein extravaganter Modedesigner mit klarer Haltung!

Quellen: kirche-und-leben.de, katholisch.de (1), bild.de, katholisch.de (2), pro-medienmagazin.de, adeo-verlag.de, evangelisch.de, morgenpost.de, tz.de, weser-kurier.de