Harald Schmidt: „Es geht um Frömmigkeit“

Im Interview mit dem Magazin „Christ & Welt“ (erschienen in der Wochenzeitung DIE ZEIT) hat sich der Entertainer Harald Schmidt aktuell ausführlich zu seinem Glauben, der katholischen Kirche und seiner Leidenschaft für Kirchenmusik geäußert.

Der Entertainer, der sich seit einem halben Jahrhundert mit dem Werk Johann Sebastian Bachs beschäftigt, trat beim diesjährigen Bachfest in Leipzig auf und dirigierte sogar einen Choral, den das Publikum spontan sang. Im „Christ & Welt“-Interview, das Harald Schmidt vor diesem Auftritt gab, berichtete der Kirchenmusiker mit C-Schein, dass er seine Anfänge in der Kirchenmusik in Gottesdiensten machte. Als „erstes Training in Sachen Disziplin“ bezeichnet Schmidt sein Mitwirken am Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Zudem ließ er wissen, dass er den traditionellen gregorianischen Choral „großartig“ finde. Dazu begründet der TV-Moderator und Kirchenmusiker:

„Der hat eine stärkere Wirkung als jede Oper. Weil er so zeitlos ist und so karg.“

 

Bereits in der Vergangenheit erklärte der bekennende Katholik, dass er „definitiv“ an die Auferstehung glaube (wir berichteten). Im „Christ und Welt“-Interview in der „Zeit“ erklärte er sich nun zum Fan aller Päpste. Dabei zeigt sich Schmidt gewiss, es werde „immer der gewählt, den die Zeit braucht“. Für eine Kirche mit Zukunft sieht er als entscheidend an, dass Kirche und Kirchenmusik aus der Alltäglichkeit heraustreten und zwar in Richtung Transzendenz und Mystik. Dazu betont Harald Schmidt:

„Kirche ist nicht gemacht für selbst gestricktes kritisches Nachdenken. Es geht um Frömmigkeit.“

Als Vorbild beschreibt der TV-Entertainer das Wirken von Papst Benedikt XIV., indem er erklärt:

„Ich fand Ratzinger auch deshalb gut, weil er fernab vom Weltgewühle war.“

Weiter gibt der 68-jährige Late-Night-Pionier zu bedenken, das für ihn der persönliche Glaube fernab von theologischen Debatten ist.

 

Bereits in der Vergangenheit bekannte sich Harald Schmidt selbstbewusst zum katholischen Glauben. Auch wenn er den Machtmissbrauch in der Kirche scharf kritisierte, lehnte er einen Austritt aus der Kirche strikt ab und verglich diesen Schritt ironisch mit einer Alibi-Geste. Die Kirche sei eine Weltkirche, deren globale Relevanz in Deutschland oft übersehen werde. Wie domradio.de im August 2023 berichtete, erklärte Harald Schmidt seinerzeit gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“, dass der Glaube für ihn „etwas anderes als die Amtskirche“ sei. Weiter sagte er:

„Wenn Sie einmal auf den Philippinen in einem Gottesdienst waren oder in Südamerika, dann wissen Sie, das ist etwas völlig anderes als hier, wo Transzendenz und Mystizismus verloren gehen.“

 

Quellen: zeit.de, domradio.de