Foto: © David Peters

Hendrick Streeck: „Ich mag den Gedanken, dass es Gott geben könnte“

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Der Virologe und Politiker Prof. Dr. Hendrik Streeck, der während der Corona-Zeit als Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung bekannt wurde, ist seit 2019 Direktor des Institutes für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Aktuell ist er beurlaubt, weil er für die CDU in den Deutschen Bundestag gewählt wurde. Seit Mai 2025 ist der 48-Jährige Drogenbeauftragter der Bundesregierung.

 

 

 

Aktuell gab Hendrik Streeck dem SZ-Journalisten Tobias Haberl ein tiefgehendes Interview, in dem er sich auch zur Gretchenfrage sowie zur gesellschaftlichen Bedeutung des christlichen Glaubens äußerte.

Hinsichtlich der Werteorientierung plädiert Streeck im SZ-Interview dafür, die Dinge, die sich als gut und richtig erwiesen haben, zu bewahren, ohne sich notwendigen Neuerungen zu verschließen. So gelte es Familie „als einen der höchsten konservativen Werte“ zu begreifen und „Familie zu schützen und zu stärken“, dabei aber zu sehen, dass sich die Bedeutung, was Familie konkret ist, verändert habe. Natürlich entwickle sich eine Gesellschaft weiter, aber diese Entwicklung bleibe dann stabil, „wenn die Wurzeln stark bleiben“, merkt Streeck an und betont:

„Unsere Kultur hat sich mit ihren Werten aus dem Christentum entwickelt. Diese Prägung ist überall zu spüren, ohne dass man sie in Gesetze pressen könnte.“

Um unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln, brauche es ein grundlegendes Wertegerüst, zeigt sich Streeck überzeugt. Als der 48-Jährige im Zuge dessen grundlegende christliche Werte hervorhebt, merkt SZ-Journalist Tobias Haberl an, dass Streeck als Nicht-Getaufter regelrecht vom Christentum schwärmen würde. Daraufhin erklärte der CDU-Politiker, dass christliche Werte auch als humanistische Werte Geltung haben. Zu seinem Aufwachsen teilte er mit, dass seine Mutter katholisch und sein Vater evangelisch war und sie die Entscheidung zur Taufe ihren Kindern überlassen wollten. Dafür sehe er heute keine Notwendigkeit, weil er den christlichen Glauben nicht praktizieren würde, wobei er aber auch nicht mit ihm fremdle, betont Hendrick Streeck.

Zur anschließenden Gretchenfrage ließ der Bundestagsabgeordnete wissen, dass die Frage nach Gott für ihn „keine große Rolle“ spiele. Dabei merkt er aber an:

„Ich mag die christliche Kultur, bin unglaublich bibelfest. Sagen wir so: Ich mag den Gedanken, dass es Gott geben könnte.“

 

Quelle: sueddeutsche.de

 

Hinweis:

Vor einem Jahr führten wir mit dem SZ-Journalisten Tobias Haberl ein Interview über die Bedeutung des christlichen Glaubens für unsere Gesellschaft.

siehe HIER